Prüfung – Vandalismusresistente Bauelemente – ift-Richtlinie EI-06/1

Prüfung, Klassifizierung und Zertifizierung nach ift-Richtlinie EL-06/1 „Vandalismusresistente Bauelemente und Einrichtungen“

Die ift-Richtlinie EL-06/1 „Vandalismusresistente Bauelemente und Einrichtungen“ beschreibt Prüfverfahren und Anforderungen für die Klassifizierung von Bauteilen wie beispielsweise Türen, Tore, Rollläden, Vorhangfassaden sowie Fenster und Festverglasungen hinsichtlich ihrer Widerstandsfähigkeit gegen Vandalismus.

Vandalismushemmende Bauelemente sind speziell weiterentwickelte Bauteile, die widerstandsfähig gegen einen Direktangriff und mutwillige Zerstörung sind. Für die Täter spielt es im Gegensatz zu Einbrechern eine untergeordnete Rolle, ob sie beobachtet, gefilmt oder belangt werden. Häufig agieren sie auch zu mehreren aus einer Menschenmenge heraus, beispielsweise bei sportlichen Großveranstaltungen oder Demonstrationen. 

Solche Bauteile sind für öffentliche Bereiche und andere, stark frequentierte oder gefährdete Orte, wie z.B. Bahnhöfe oder Fußgängerzonen gedacht. Sie werden eingesetzt, um Folgeschäden und Kosten durch Vandalismus in den Gebäuden zu minimieren und/oder den Schutz der körperlichen Unversehrtheit der Gebäudenutzer zu verbessern.

Die ift-Richtlinie EL-06/1 legt Verfahren zur Prüfung und Klassifizierung fest. Grundvoraussetzung für die Auswahl der geeigneten Elemente ist eine Risikoeinschätzung/-beurteilung. Hier wird die zu erwartende Tätergruppe und das zu erwartende Schadensausmaß mit der Eintrittswahrscheinlichkeit kombiniert.

Prüfbare Produkte

  • Geprüft werden Bauteile wie Türen, Tore, Vorhangfassaden sowie Fenster und Festverglasungen
  • Erforderlicher Bestandteil des Probekörpers sind alle vorgesehenen Komponenten, wie zum Beispiel Zargen, Verglasungen und/oder Füllungen, Schlösser und Bänder sowie alle Verriegelungskomponenten
  • Varianten mit unterschiedlichen Öffnungsarten werden einzeln betrachtet und bewertet

 

Leistungen des ift Rosenheim zur Prüfung der Vandalismusresistenz von Bauteilen

Prüfablauf: Vandalismushemmende Bauelemente nach ift-Richtlinie EL-06/1

Der Widerstand gegen Vandalismus wird an einem geschlossenen, verriegelten und betriebsfertig montierten Element geprüft. 

Die Prüfung erfolgt als Abfolge von dynamischer Belastung (Wurfprüfung, schwere Ecke) und anschließender manueller Prüfung, wobei die Werkzeugsätze nach EN 1630 mit weiteren Schlag- und Hebelwerkzeugen erweitert bzw. ergänzt werden.
 

Dynamische Prüfung

Der Angriff mit Wurfgeschossen wie zum Beispiel Steinen oder Gullideckeln und Pfosten, die als Ramme genutzt werden könnten, wird im Sinne einer besseren Reproduzierbarkeit durch Stöße mit einem Stahlzylinder simuliert. Zur Simulation von Steinwurf wird der Stahlzylinder mit einer Adapterspitze versehen. Je nach Klasse erhöht sich die Anzahl der Stöße.
 

Brandsatz geschützt (Liquid Safe)

Im Rahmen der Prüfung versucht das Prüfteam eine kleine Öffnung im Probekörper zu schaffen. Hierbei darf der Probekörper nicht versagen. 

Als Versagen gilt eine durchgrifffähige Öffnung im Probekörper, durch die man auch zum Beispiel eine Flasche stecken könnte. Zur Bewertung wird der Messkopf Ø 89 mm aus EN 13126-5 für den Nachweis einer durchgrifffähigen Öffnung verwendet.
 

Manuelle Prüfung (Vandalismus) 

Im Anschluss an die dynamischen Prüfungen erfolgt am gleichen Probekörper der manuelle Angriff. Hierbei wird durch das Prüfteam paarweise ein gewaltsames Eindringen versucht. Je nach Klasse kommen andere Werkzeuge zum Einsatz und die Prüfzeit erhöht sich. 

Bei der manuellen Prüfung des Vandalismuswiderstandes wird auf den Einsatz von Elektrowerkzeugen verzichtet.

Die manuelle Prüfung erfolgt im günstigsten Fall an einem Element. Bei mehreren Angriffen aufgrund der Konstruktion kann die Anzahl der Probekörper variieren.

Stahlzylinder mit pyramidenförmiger Spitze
50 kg Stahlzylinder mit Adapter für Steinwurf
Zwei Prüfer versuchen in ein Fenster einzudringen
Manuelle Prüfung der Vandalismushemmung mit zwei Prüfern

Klassifizierung der Vandalismushemmung nach ift-Richtlinie EL-06/1

Folgende Eigenschaften können geprüft und klassifiziert werden:

Vandalismus-Widerstand (FE, Force Entry)

Grad des Widerstandes eines Bauteils gegen einen manuellen Angriff mit den beschriebenen Werkzeugsätzen.
 

Durchwurf geprüft (TP; Throwing Projectiles)

Widerstand eines Bauteils gegen einen Angriff mit Wurfgeschossen (z.B. Pflastersteine) aus geringer Entfernung.
 

Brandsatz geschützt (LS; Liquid Safe)

Eignung eines Bauteiles gegen das Einbringen eines Brandsatzes nach dem Angriff mit Werkzeugen auf die zu schützende Seite.

Klassifizierung auf Basis des zugrundeliegenden Schadensausmaßes

Widerstandsklasse gegen
gewaltsames Eindringen

Zusatz

  • Prüfung mit Wurfkörpern - TP
  • Schutz gegen Brandkörper - LS
FE 1TP bzw. LS
FE 2TP bzw. LS
FE 3TP bzw. LS
FE 4TP bzw. LS
FE5TP bzw. LS

Zertifizierung vandalismushemmender Bauelemente

Die Richtlinie legt Prüfverfahren und Bewertungskriterien fest, die das ift Rosenheim für die Zertifizierung und Listung von Produkten durchführt. Die ift-Zertifizierung und -Listung von Produkten basieren auf Nachweisen, die vom ift Rosenheim anerkannt werden und sicherstellen, dass 

  • Produkte die Kriterien der Richtlinie erfüllen,
  • der Hersteller oder Dienstleister über Personal, Verfahren und Systeme verfügt, die sicherstellen, dass das gelieferte Produkt die Richtlinie erfüllt,
  • regelmäßige Audits des Herstellers (gegebenenfalls einschließlich Prüfungen) durchgeführt werden,
  • der Vertrag über die ift-Zertifizierung und -Listung, einschließlich der Zustimmung zur Behebung von Mängeln, soweit erforderlich eingehalten wird.

Ein nach diesem Dokument gekennzeichnetes Produkt muss nach den betreffenden Zertifizierungsregeln durch die ift-Zertifizierungsstelle zertifiziert sein.
 

Gutachter mit blauem Helm

Unsere Leistungen nach Abschluss der Prüfung der Vandalismushemmung

  • Sie erhalten unabhängig vom Ergebnis einen ausführlichen Prüfbericht in deutsch oder englisch.
  • Bei vollständiger Prüfdurchführung erhalten Sie zusätzlich einen übersichtlichen ift-Nachweis (in deutsch und englisch) zur Klassifizierung der Widerstandsfähigkeit gegen Vandalismus.
  • Sie erhalten das kostenlose ift-geprüft-Zeichen, mit dem Sie Ihre vom ift Rosenheim geprüften Produkte werbewirksam vermarkten können.
  • Die Prüfungen und Zertifizierungen des ift Rosenheim sind europaweit anerkannt. Die Kooperationen mit unseren internationalen Partnern (z.B. UL, BSI, NRFC) ermöglichen Marktzugang in eine Vielzahl an Märkten weltweit.
ift-geprüft-Zeichen (links) und Deckblatt eines ift-Nachweises für vandalismushemmende Bauelemente (rechts)
Muster eines ift-geprüft-Zeichens (links) und des Deckblattes eines ift-Nachweises

Die Vorteile auf einen Blick

Prüfung von Elementen bis zu einer maximalen Größe von 5 m x 5 m

Prüfmöglichkeiten bestehen auch vielen Kunden vor Ort. Die Durchführung der Prüfung auf externen Prüfständen beim Hersteller sowie eine digitale Prüfbegleitung digiTEST sparen Liefer- und Reisekosten

Digitale Übersicht über Prüfnachweise und Zertifikate im Online-Kundenportal „Mein ift

Internationale Partnerschaften des ift Rosenheim ermöglichen Zugang zu einer Vielzahl an internationalen Märkten

Das brauchen wir von Ihnen für die Prüfung

  • Zur Auswahl der vermeintlich ungünstigsten Probekörper benötigen wir im Vorfeld eine Aufstellung über die einzelnen Varianten, die betrachtet werden sollen
  • Benötigte Probekörper: Elemente betriebsfertig eingebaut in einen stabilen Umfassungsrahmen
  • Erforderliche Unterlagen
    • Probekörperzeichnung im Format pdf, dwg, dxf oder tif (Ansicht, Horizontal- und Vertikalschnitt mit Bemaßung und Materialangaben)
    • Beschreibung des Probekörpers (Datei wird bei Auftragserteilung zur Verfügung gestellt)
    • Probennahmebericht

Weitere Informationen sowie ein individuelles Angebot erhalten Sie gerne auf Anfrage.

Kontakt

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Zwei Prüfingenieure führen eine Prüfung an einem Fensterprüfstand durch. Einer kontrolliert den Probekörper, der zweite sitzt vor dem Computer
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