Neues vom ift-Montageplaner

Date: 09.07.2020 | Download: Technical article (PDF) | Author(s): Kilian Kneidl | Contact: Susanne Hainbach

Planung des oberen und unteren Baukörperanschlusses nun möglich

Das kostenlose Online-Tool „ift-Montageplaner“ ermöglicht Verarbeitern, Planern und Monteuren eine fachgerechte Planung des Baukörperanschlusses hinsichtlich Bauphysik, Befestigung und Abdichtung. Der Nutzer wird durch ein Menü geführt, bei dem fachlich nicht geeignete Konstruktionen und Montagesysteme ausgeschlossen werden. Dies wird durch Informationen und Onlinehilfen ergänzt. Basis für den ift-Montageplaner ist der „Leitfaden zur Planung und Ausführung der Montage von Fenstern und Haustüren für Neubau und Renovierung“ (Hrsg.: RAL-Gütegemeinschaft Fenster und Haustüren e.V.).

 

Bislang war die Planung hinsichtlich der Abdichtung nur für die seitlichen Baukörperanschlüsse möglich. In der produktneutralen ift-Version (www.ift-montageplaner.de) wurde jetzt für den ersten Wandaufbau (monolithisch stumpfer Anschlag, Neubau) die Planung des oberen und unteren Baukörperanschlusses freigeschaltet.

 

Analog zur Planung des seitlichen Baukörperanschlusses werden vordefinierte Abdichtungssysteme vorgeschlagen, welche sich beispielsweise je nach gewähltem Fensterbanksystem (schlagregendicht/nicht schlagregendicht) unterscheiden. Bei der Erstellung der Montagedokumentation wird selbstverständlich auch die Isothermenberechnung durchgeführt. Abgerundet werden die neuen Funktionen durch die Implementierung der Planung mit (Sturz-)Rollladenkästen (s. Bild).

 

Das Programm steht sowohl in einer produktneutralen ift-Version (mit Erstellung einer Montagedokumentation als PDF) als auch in firmenspezifischen Versionen (Adolf Würth GmbH & Co. KG, BTI Befestigungstechnik GmbH & Co. KG, Deflex Dichtsysteme GmbH, Hanno Werk GmbH & Co. KG, ISO-Chemie GmbH, Nüßing GmbH, SFS intec GmbH) mit Erstellung eines ift-Montagepasses zur Verfügung. Nach der Produktauswahl (Wandaufbau/-material, Fenstermaterial/-profil, Abdichtungs-/Befestigungssystem etc.) sowie Auswahl der Abmessungen werden in Echtzeit eine bauphysikalische Berechnung des Bauköperanschlusses mit dem vom ift validierten Berechnungsprogramm WinIso sowie die statische Berechnung der relevanten Kräfte durchgeführt.

 

Alle auswählbaren Produkte sind in einer Datenbank hinterlegt und verfügen über die notwendigen Prüfungen zur dauerhaften Gebrauchstauglichkeit. Zusammen mit der vergebenen Identifikationsnummer und dem QR-Code wird für den ift-Montagepass eine hohe Sicherheit erreicht.

 

Hier geht es zum ift-Montageplaner.

Legal note for use: The contents are freely available when mentioning the source ‘Information of ift Rosenheim’ and can be used without a license for communication in media and business. Please send us a specimen copy as publication or as PDF-file via email to the editorial contact.

Was bedeutet „schwellenlos“?

Date: 16.06.2020 | Download: Technical article (PDF) | Author(s): Knut Junge | Contact: Susanne Hainbach

Terminologie und Vorgaben

In verschiedenen Regelwerken, z.B. der Normreihe DIN 18040 zum barrierefreien Bauen, aber auch in Verordnungen wie der Versammlungsstätten- und Verkaufsstätten-Verordnung findet sich in Bezug auf Türen die Formulierung „schwellenlos“. Die Intention hinter dieser Forderung ist klar: ein möglichst geringer – im Idealfall – niveaugleicher Übergang im Schwellenbereich, um Stolpern zu verhindern und insbesondere den Nutzern von Rollstühlen und Rollatoren die barrierefreie Passierbarkeit von Türen zu ermöglichen.

 

Erfahrungen in der Baupraxis zeigen, dass diese Vorgabe viel Interpretationsspielraum bie-tet. Zum einen ist die Formulierung „schwellenlos“ ungenau, denn – überspitzt gesagt – würde dies einen durchgängigen Bodenbelag bzw. das Fehlen des unteren Abschlusses bedeuten. Nun haben aber vor allem Außenbauteile immer eine Schwelle. Nach EN 12519 „Fenster und Türen – Terminologie“ ist eine Schwelle definiert als „horizontales Teil am unteren Türrahmen, über dem der Türflügel ruht und das den Fußboden zwischen zwei an-grenzenden Bereichen trennt“. Mit anderen Worten: Es ist eine Schwelle vorhanden.

 

Zum anderen wird von vielen Bauschaffenden – vom Architekten, vom Türenhersteller bis zum Montagebetrieb – eine „barrierefreie Schwelle“ wie selbstverständlich gleichgesetzt mit einer 2 cm hohen Schwelle. Der Auftraggeber sieht dies oftmals anders. Damit klaffen die Erwartung und die gebaute Realität (2 cm) weit auseinander. Im Ergebnis sollte ein Auftragnehmer stets Rücksprache mit seinem Auftraggeber hinsichtlich der tatsächlichen Schwellenhöhe halten, um Missverständnissen bzw. Reklamationen vorzubeugen.

 

Um die Forderung einer barrierefreien Schwelle zu erfüllen, ist es zielführender anstelle einer maximalen Schwellenhöhe eine gute Überrollbarkeit zu fordern. Das ift Rosenheim hat hierfür die ift-Richtlinie BA-01/1 „Ermittlung und Klassifizierung der Überrollbarkeit von Schwellen“ erarbeitet. Hersteller können nun die Überrollbarkeit ihrer Produkte prüfen und klassifizieren lassen und damit die Klasse der Überrollbarkeit als Produkteigenschaft ausweisen. Eine objektive Vergleichbarkeit verschiedenster Schwellenprofile sowie eine klare Vorgabe in der Ausschreibung sind damit möglich.
Legal note for use: The contents are freely available when mentioning the source ‘Information of ift Rosenheim’ and can be used without a license for communication in media and business. Please send us a specimen copy as publication or as PDF-file via email to the editorial contact.

Sommerlicher Wärmeschutz

Date: 09.06.2020 | Download: Technical article (PDF) | Author(s): Manuel Demel | Contact: Susanne Hainbach

Gegenüberstellung der Nachweisverfahren

Im Zeitalter des Klimawandels und den damit einhergehenden höheren klimatischen Belastungen steigt die Bedeutung des sommerlichen Wärmeschutzes. Allerdings zeigt die Baupraxis, dass in der Planungsphase oft ausschließlich der winterliche Wärmeschutz – sprich Vorgaben an niedrige U-Werte – im Fokus steht. Oft werden Festlegungen an den sommerlichen Wärmeschutz schlichtweg vergessen. Insbesondere bei Gebäuden mit architektonisch gewünschten großflächigen Verglasungen führt dies mitunter zu Reklamationen seitens der Nutzer aufgrund stark überhitzter Räume. Der verbleibende Ausweg sind dann i.d.R. nachträglich montierte Sonnenschutzeinrichtungen.

 

Um dem Wunsch nach größtmöglichem Komfort zu jeder Jahreszeit gerecht zu werden, bedarf es einer objektspezifischen Planung. Diese schließt den notwendigen Nachweis zur Einhaltung der Mindestanforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz gemäß Energieeinsparverordnung (EnEV) ein.

 

Durch den sommerlichen Wärmeschutz soll erreicht werden, dass in Aufenthaltsräumen während einer Folge heißer Sommertage die zumutbaren Raumtemperaturen nicht sehr oft überschritten werden und möglichst keine Anlagentechnik zur Kühlung benötigt wird.

 

Für den Nachweis sieht DIN 4108-2 zwei Verfahren vor:

1.  Vereinfachtes Verfahren (Sonneneintragskennwert-Verfahren)

2.  Dynamisch-thermische Gebäudesimulation

 

Sonneneintragskennwert-Verfahren

Mittels des einfach handzuhabenden Sonneneintragskennwert-Verfahrens können Planer bereits in der frühen Planungsphase die Einhaltung der Mindestanforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz bewerten. Dabei wird der vorhandene mit dem zulässigen Sonneneintragskennwert verglichen. Der raumbezogene Sonneneintragskennwert darf dabei einen zulässigen Höchstwert nicht überschreiten [1]. Die Verwendung sinnvoller Kennwerte für Glas und Sonnenschutz ist hierfür entscheidend. Dabei werden „kritische“, der Sonneneinstrahlung besonders ausgesetzte Räume bzw. Raumbereiche an der Außen-fassade berücksichtigt. Wird ein bestimmter grundflächenbezogener Fensterflächenanteil nicht überschritten, kann auf eine Berechnung verzichtet werden.

 

Dieses Verfahren geht nicht sehr spezifisch auf die unterschiedlichen Bauweisen ein und liegt im Vergleich zu einer dynamisch-thermischen Gebäudesimulation „auf der sicheren Seite“. Das ift-Rosenheim bietet hierzu Schulungen an.

 

Dynamisch-thermische Gebäudesimulation

Bei komplexen Raumgeometrien oder großen Glasflächen empfiehlt sich der Nachweis mittels einer dynamisch-thermischen Simulationsrechnung. Bei Gebäuden besonderer Art und Nutzung wird dieses Nachweisverfahren gemäß DIN 4108-2 sogar zwingend vorgeschrieben. Es definiert Anforderungen und Randbedingungen für die Simulation durch Begrenzung der Übertemperaturgradstunden.

 

Das Simulationsverfahren berücksichtigt die solaren Einträge, die Speicherfähigkeit der Bauteile und die Nutzungsrandbedingungen sehr viel genauer als das vereinfachte Nachweisverfahren. Die verwendete Software sollte nach DIN EN ISO 13791 oder DIN EN ISO 13792 validiert sein.

 

Fazit

Je mehr das Gebäude von Gestaltungs-, Konstruktions- und Nutzungsstandards abweicht, umso notwendiger ist eine dynamisch-thermische Gebäudesimulation, um dem Wunsch nach größtmöglichem Komfort gerecht zu werden.

 

Literatur

  1. DIN 4108-2: 2013-02: Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden – Teil 2: Mindestanforderung an den Wärmeschutz. Beuth Verlag GmbH, Berlin
  2. VFF Merkblatt ES.04: Sommerlicher Wärmeschutz, Oktober 2014
Legal note for use: The contents are freely available when mentioning the source ‘Information of ift Rosenheim’ and can be used without a license for communication in media and business. Please send us a specimen copy as publication or as PDF-file via email to the editorial contact.

Vakuum-Isolierverglasung (VIG) in der Denkmalsanierung

Date: 14.05.2019 | Download: Technical article (PDF) | Author(s): Manuel Demel, Jürgen Benitz-Wildenburg, Karin Lieb | Contact: Jürgen Benitz-Wildenburg

Energetische Sanierung von denkmalgeschützten Fenstern und Fassaden

Historische Fenster in Baudenkmälern bestehen meistens aus Holz, Stahlprofilen oder Gusseisen und einer Verglasung mit Einfachglas. Beim Austausch oder der Sanierung sind sowohl bautechnische Anforderungen als auch Aspekte des Denkmalschutzes zu beachten. Dabei sind das äußere Erscheinungsbild und die konstruktive Ausführung von Bedeutung. Hierzu zählen die Fensterabmessung/-teilung inkl. der Sprossen, die Breite der Fensterrahmen, die Gestaltung der Fensterleibung, die Materialien sowie die Konstruktion. Da die detailgetreue Rekonstruktion eine handwerklich aufwändige Arbeit ist, wird in der Regel oft versucht, das Aussehen mit Standardprofilen zu kopieren. Natürlich müssen auch die gesetzlichen Anforderungen der EnEV eingehalten werden, die zwar in § 24 entsprechende Ausnahmeregelungen vorsieht, die Planer oder Hersteller allerdings nicht vom Nachweis der wärmetechnischen Kennwerte entbinden. Der Beitrag zeigt konstruktive Wege zur Vereinbarung von Wärme- und Denkmalschutz.

 

Der vollständige Inhalt mit Text und Bildern steht als PDF-Datei per Download zur Verfügung.

 

 

Legal note for use: The contents are freely available when mentioning the source ‘Information of ift Rosenheim’ and can be used without a license for communication in media and business. Please send us a specimen copy as publication or as PDF-file via email to the editorial contact.

Digitalisierung in der Fensterbranche

Date: 02.03.2020 | Download: Technical article (PDF) | Author(s): Prof. Jörn P. Lass, Jürgen Benitz-Wildenburg | Contact: Jürgen Benitz-Wildenburg

Chancen durch digitale Prozesse, Produkte, Prüfungen und Services

Die Digitalisierung verändert die gesamte Wertschöpfungskette der Fenster-, Türen- und Fassadenbranche. Dies reicht vom Vertrieb mit online-basierten Verkaufsräumen, Konfigurationstools und Verkaufsplattformen über Planung bis zu Aftersales-Angeboten und Wartung auf Basis digitaler Produktinformationen. Natürlich sind  Fenster und Türen mit Sensoren und Aktoren Teil der Digitalisierung. Insbesondere der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) bei der Verarbeitung von Nutzungs- und Kundendaten, die Sprachsteuerung, 3D-Drucker, Alltagsgegenstände mit Sensoren und Internetanbindung (IOT) sowie Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) werden zu erheblichen Änderungen führen. Erfolgreiche Online-Geschäftsmodelle zeigen, dass Kosteneinsparungen durch vereinfachte Prozesse einen hohen Mehrwert bringen, wie das kleine Beispiel der digitalen Fahrtenschreiber zeigt. Neue Technologien mit Mehrwert werden sich schnell verbreiten und zu disruptiven Veränderungen führen.


Der vollständige Inhalt mit Text und Bildern steht als PDF-Datei per Download zur Verfügung.

Legal note for use: The contents are freely available when mentioning the source ‘Information of ift Rosenheim’ and can be used without a license for communication in media and business. Please send us a specimen copy as publication or as PDF-file via email to the editorial contact.