Montage von großen Fensterelementen

Date: 11.02.2020 | Download: Technical article (PDF) | Author(s): Martin Heßler | Contact: Gabriele Tengler

Grundlagen und Besonderheiten


Bauherren und Architekten wünschen sich möglichst große Glas- und Fensterflächen in Objekt- und Wohnbauten, nicht zuletzt um Balkon- und Gartenflächen zum „Teil des Wohnraums“ werden zu lassen. Fenstersysteme und Fensterbeschläge werden auf immer größere Maximalgrößen weiterentwickelt. Folgender Beitrag behandelt einige Besonderheiten, die bei der Montage von Großflächenelementen zu beachten sind.

 

Im Prüfalltag des ift Rosenheim ist deutlich erkennbar, dass die maximalen Elementgrößen neu entwickelter Fenster- und Beschlagsysteme stetig steigen. Hebeschiebetüren mit Abmessungen von 2,50 m Höhe und 5,00 m Breite stellten vor ca. 15 Jahren noch eine Besonderheit dar; heutzutage ist diese Größe nahezu Standard. Die Montage der Fensterelemente wird zudem anspruchsvoller, da das flächenbezogene Gewicht moderner Fensterelemente durch größere Profilbautiefen und den Einsatz von Dreischeiben-Isolierglas mit funktionalen Verglasungen steigt. Gleichzeitig sinkt die Tragfähigkeit der modernen Wandsubstanz durch die Weiterentwicklung der Mauersteine hinsichtlich ihrer Wärmeleitfähigkeit. Zudem sollen die Fensterelemente oft in der Dämmebene der Wand montiert werden, um eine optimale Dämmwirkung zu erzeugen. Dabei wird der Einsatz von Metallkonsolen/Laschen oder Montagezargen erforderlich, um die Lasten in die tragende Wand ableiten zu können.

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Wissenswertes zu Brandschutztür und Co.

Date: 02.03.2020 | Download: Technical article (PDF) | Author(s): Christian Kehrer | Contact: Gabriele Tengler

FAQ Brandschutz

Kann eine Brandschutztür nach EN 16034/EN 14351-1 auch im Gebäudeinneren – also als Innentür – eingebaut werden?

Ja, in einigen Ländern gibt es offizielle Festlegungen dazu wie beispielsweise in Italien und Österreich. In Deutschland wird der Einbau von Außentüren im Innenbereich von den Bauaufsichten als nicht kritisch gesehen. Voraussetzungen hierfür sind, dass es sich um eine „echte“ Außentür mit den entsprechenden Nachweisen, wie z.B. U-Wert aber auch Differenzklimaklassen 2d und 2e, handelt.

 

Was bedeutet die fehlende Harmonisierung der EN 14351-2 (Produktnorm für Innentüren) in Zusammenhang mit der aktuellen Brandschutznorm EN 16034 in der Praxis?

Für Innentüren bleibt es bis zu Harmonisierung der EN 14351-2 beim nationalen Verfahren. In Deutschland erfolgt die Zulassung/Bauartgenehmigung nach dem modifizierten Zulassungsverfahren. Ab Mitte 2020 steht als weitere Möglichkeit die Zulassung auf Basis von Klassifizierungsbericht und EXAP-Bericht zur Verfügung. Die Zustimmung im Einzelfall bzw. die vorhabenbezogene Bauartgenehmigung ist weiterhin möglich.

In anderen Ländern werden zum Teil schon heute Klassifizierungs- und EXAP-Berichte als Basis eines nationalen Verwendbarkeitsnachweises oder direkt verwendet. In einigen Ländern bleiben die eingeführten nationalen Verfahren exklusiv gültig.

 

Welche Institutionen werden in Zukunft die verschiedenen Überwachungssysteme (Ü- und CE-Kennzeichnung) begleiten können/müssen?

Für die Überwachung der werkseigenen Produktionskontrolle (WPK) bei Zulassung/Bauartgenehmigung benennt in Deutschland das DIBt die betreffenden Stellen. Für die Überwachung und Zertifizierung bei CE-gekennzeichneten Produkten sind Notifizierte Produkt-Zertifizierungsstellen verantwortlich, die die Überwachung selbst oder mit von ihnen beauftragten Partnern durchführen. Das ift Rosenheim ist für beide Zertifizierungssysteme akkreditiert und anerkannt.

 

Eine Brandschutztür mit allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung (abZ) muss mit einem Metallschild gekennzeichnet werden. Gilt diese Regelung auch bei Feuerschutzabschlüssen nach EN 16034?

In der EN 16034 gibt es keine Festlegung zu Ausführung bzw. Material des Kennzeichnungsschilds; es muss nur leicht zu lesen sein. Möglichkeiten sind beispielsweise ein Metallschild, ein Aufkleber oder eine Gravur.

 

In den allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen/Bauartgenehmigungen sind die Einbaubedingungen für Feuerschutzabschlüsse (FSA) detailliert geregelt, da die Einbausituation wesentlichen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit des FSA hat. Wie wird dies bei CE-konformen FSA sichergestellt?

Auch im Rahmen der CE-Kennzeichnung muss der Hersteller eine Einbau- und Wartungsanleitung für sein Produkt mit allen für den Einbau zu berücksichtigenden Details zur Verfügung stellen. Ein Systemnehmer erhält die Einbauanleitung vom Systemgeber.

In Deutschland sind entsprechende Forderungen in DIN 18093 „Feuer- und/oder Rauchschutzabschlüsse – Einbau und Wartung“ sowie in der Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (VV TB) festgelegt. Dort sind die Inhalte der Einbauanleitung beschrieben.

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Update Montageleitfaden Fenster und Außentüren

Date: 01.06.2020 | Download: Technical article (PDF) | Author(s): Wolfgang Jehl, Jürgen Benitz-Wildenburg | Contact: Jürgen Benitz-Wildenburg

Grundlegende Überarbeitung mit neuen Inhalten und Aktualisierung von Normen und Regelwerken

Der „Montageleitfaden“ dokumentiert den Stand und die Regeln der Technik und beschreibt ausführlich, detailliert und gut verständlich die theoretischen und baupraktischen Grundlagen für die Montage von Fenstern und Außentüren. Dies umfasst Infos zur Abdichtung, Dämmung und Befestigung sowie zu Statik und Bauphysik – wissenschaftlich fundiert und praxisnah mit vielen Standarddetails und Praxisbeispielen. Seit der Ausgabe 2014 haben sich etliche technische und normative Änderungen ergeben, die eine umfas-sende Überarbeitung des Montageleitfadens erforderten – insbesondere Änderungen der DIN 4108 (Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden), DIN 4109 (Schallschutz im Hochbau), DIN 18542 (Fugendichtungsbänder), DIN 18531/18533 (Bau-werkabdichtungen), sowie neue Regelungen bei Anforderungen an die Einbruchhemmung und Absturzsicherung. Die wichtigsten Änderungen für die Praxis werden nachfolgend im Detail beschrieben.

 

Der vollständige Inhalt mit Text und Bildern steht als PDF-Datei per Download zur Verfügung.

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Neues vom ift-Montageplaner

Date: 09.07.2020 | Download: Technical article (PDF) | Author(s): Kilian Kneidl | Contact: Susanne Hainbach

Planung des oberen und unteren Baukörperanschlusses nun möglich

Das kostenlose Online-Tool „ift-Montageplaner“ ermöglicht Verarbeitern, Planern und Monteuren eine fachgerechte Planung des Baukörperanschlusses hinsichtlich Bauphysik, Befestigung und Abdichtung. Der Nutzer wird durch ein Menü geführt, bei dem fachlich nicht geeignete Konstruktionen und Montagesysteme ausgeschlossen werden. Dies wird durch Informationen und Onlinehilfen ergänzt. Basis für den ift-Montageplaner ist der „Leitfaden zur Planung und Ausführung der Montage von Fenstern und Haustüren für Neubau und Renovierung“ (Hrsg.: RAL-Gütegemeinschaft Fenster und Haustüren e.V.).

 

Bislang war die Planung hinsichtlich der Abdichtung nur für die seitlichen Baukörperanschlüsse möglich. In der produktneutralen ift-Version (www.ift-montageplaner.de) wurde jetzt für den ersten Wandaufbau (monolithisch stumpfer Anschlag, Neubau) die Planung des oberen und unteren Baukörperanschlusses freigeschaltet.

 

Analog zur Planung des seitlichen Baukörperanschlusses werden vordefinierte Abdichtungssysteme vorgeschlagen, welche sich beispielsweise je nach gewähltem Fensterbanksystem (schlagregendicht/nicht schlagregendicht) unterscheiden. Bei der Erstellung der Montagedokumentation wird selbstverständlich auch die Isothermenberechnung durchgeführt. Abgerundet werden die neuen Funktionen durch die Implementierung der Planung mit (Sturz-)Rollladenkästen (s. Bild).

 

Das Programm steht sowohl in einer produktneutralen ift-Version (mit Erstellung einer Montagedokumentation als PDF) als auch in firmenspezifischen Versionen (Adolf Würth GmbH & Co. KG, BTI Befestigungstechnik GmbH & Co. KG, Deflex Dichtsysteme GmbH, Hanno Werk GmbH & Co. KG, ISO-Chemie GmbH, Nüßing GmbH, SFS intec GmbH) mit Erstellung eines ift-Montagepasses zur Verfügung. Nach der Produktauswahl (Wandaufbau/-material, Fenstermaterial/-profil, Abdichtungs-/Befestigungssystem etc.) sowie Auswahl der Abmessungen werden in Echtzeit eine bauphysikalische Berechnung des Bauköperanschlusses mit dem vom ift validierten Berechnungsprogramm WinIso sowie die statische Berechnung der relevanten Kräfte durchgeführt.

 

Alle auswählbaren Produkte sind in einer Datenbank hinterlegt und verfügen über die notwendigen Prüfungen zur dauerhaften Gebrauchstauglichkeit. Zusammen mit der vergebenen Identifikationsnummer und dem QR-Code wird für den ift-Montagepass eine hohe Sicherheit erreicht.

 

Hier geht es zum ift-Montageplaner.

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Was bedeutet „schwellenlos“?

Date: 16.06.2020 | Download: Technical article (PDF) | Author(s): Knut Junge | Contact: Susanne Hainbach

Terminologie und Vorgaben

In verschiedenen Regelwerken, z.B. der Normreihe DIN 18040 zum barrierefreien Bauen, aber auch in Verordnungen wie der Versammlungsstätten- und Verkaufsstätten-Verordnung findet sich in Bezug auf Türen die Formulierung „schwellenlos“. Die Intention hinter dieser Forderung ist klar: ein möglichst geringer – im Idealfall – niveaugleicher Übergang im Schwellenbereich, um Stolpern zu verhindern und insbesondere den Nutzern von Rollstühlen und Rollatoren die barrierefreie Passierbarkeit von Türen zu ermöglichen.

 

Erfahrungen in der Baupraxis zeigen, dass diese Vorgabe viel Interpretationsspielraum bie-tet. Zum einen ist die Formulierung „schwellenlos“ ungenau, denn – überspitzt gesagt – würde dies einen durchgängigen Bodenbelag bzw. das Fehlen des unteren Abschlusses bedeuten. Nun haben aber vor allem Außenbauteile immer eine Schwelle. Nach EN 12519 „Fenster und Türen – Terminologie“ ist eine Schwelle definiert als „horizontales Teil am unteren Türrahmen, über dem der Türflügel ruht und das den Fußboden zwischen zwei an-grenzenden Bereichen trennt“. Mit anderen Worten: Es ist eine Schwelle vorhanden.

 

Zum anderen wird von vielen Bauschaffenden – vom Architekten, vom Türenhersteller bis zum Montagebetrieb – eine „barrierefreie Schwelle“ wie selbstverständlich gleichgesetzt mit einer 2 cm hohen Schwelle. Der Auftraggeber sieht dies oftmals anders. Damit klaffen die Erwartung und die gebaute Realität (2 cm) weit auseinander. Im Ergebnis sollte ein Auftragnehmer stets Rücksprache mit seinem Auftraggeber hinsichtlich der tatsächlichen Schwellenhöhe halten, um Missverständnissen bzw. Reklamationen vorzubeugen.

 

Um die Forderung einer barrierefreien Schwelle zu erfüllen, ist es zielführender anstelle einer maximalen Schwellenhöhe eine gute Überrollbarkeit zu fordern. Das ift Rosenheim hat hierfür die ift-Richtlinie BA-01/1 „Ermittlung und Klassifizierung der Überrollbarkeit von Schwellen“ erarbeitet. Hersteller können nun die Überrollbarkeit ihrer Produkte prüfen und klassifizieren lassen und damit die Klasse der Überrollbarkeit als Produkteigenschaft ausweisen. Eine objektive Vergleichbarkeit verschiedenster Schwellenprofile sowie eine klare Vorgabe in der Ausschreibung sind damit möglich.
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