Bauelemente in der Kreislaufwirtschaft

Date: 13.10.2021 | Download: Technical article (PDF) | Author(s): Prof. Jörn P. Lass | Contact: Jürgen Benitz-Wildenburg

CO2-Fußabdruck als Maßstab für die Nachhaltigkeit?

„Macht Ihr eure Hausaufgaben, dann machen wir unsere!“

Jeden Freitag stehen Schülerinnen und Schüler mit derartigen Sprüchen in vielen Städten und ernten nach wie vor ein gemischtes Echo darauf. Letztendlich führt aber am Kern der Forderungen, den CO2-Ausstoß innerhalb weniger Jahre maximal zu senken, kaum ein Weg vorbei. Die Auswirkungen daraus sind vielfältig, herausfordernd und werden für alle spürbar sein. Auch das Bauen, die Nutzung von Baustoffen, der Einsatz von Fenstern, Türen und Fassaden werden bis hin zur kleinsten Schraube ihren Beitrag leisten müssen.

 

„System change, not climate change“

Die Europäische Union (EU) und somit auch Deutschland haben sich im Rahmen ihrer internationalen Zusagen im Pariser Klimaabkommen und im Rahmen der europäischen Green Deal Initiative zu einer deutlichen Senkung der CO2-Emissionen verpflichtet. Ziel ist eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius. Dies ist nur zu erreichen, wenn im Gebäudesektor, der in Deutschland ca. 30 Prozent der Treibhausgasemissionen verursacht, erhebliche CO2-Einsparungen erzielt werden.

 

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Änderungen in der EN 15804 für EPDs

Date: 01.11.2021 | Download: Technical article (PDF) | Author(s): Vivien Zwick | Contact: Susanne Hainbach

Neue Version der EN 15804 für Typ-III-Umweltdeklarationen von Bauprodukten, -leistungen und -prozessen

EN 15804 gibt das einheitliche Format für EPDs im Bausektor vor und ist internationaler Kommunikationsstandard zwischen den verschiedenen Interessensparteien. Im April 2020 wurde nun EN 15084:2012+A2:2019 veröffentlicht, welche EN 15084:2012+A1:2013 ersetzt.


Im Zuge der Normänderung wurde u. a. folgende Anpassung vorgenommen: Zusätzlich zu den bisherigen betrachteten Lebenszyklusphasen in einer Umweltproduktdeklaration (EPD) ist es nun auch verpflichtend das Lebensende darzustellen. Darunter fallen die Entsorgungsphase und die Vorteile und Belastungen außerhalb der Systemgrenzen. Im Detail werden dabei nun der Abbruch, der Transport zu Müllaufbereitungs- bzw. Müllentsorgungsstellen, die Abfallbewirtschaftung sowie die Deponierung betrachtet. Außerdem sind das Wiedergewinnungs-, Rückgewinnungs- und Recyclingpotenzial darzulegen. Da hierdurch die Entsorgungsmöglichkeiten der Produkte eine höhere Priorität in den EPDs erhalten hat, wird deutlich, dass der Gesetzgeber die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Lebenszyklusbetrachtung erkannt hat.

Eine weitere Anpassung ist, dass neue und erweiterte Wirkungskategorien betrachtet werden:

  • Globales Erwärmungspotenzial durch Übertragung und Emissionen durch fossilen Kohlenstoff
  • Globales Erwärmungspotenzial durch Übertragung und Emissionen durch biogenen Kohlenstoff
  • Wasserknappheit

Außerdem sollen Landnutzungsänderungen besser berücksichtigt und transparenter gemacht werden. Als Folge daraus wird die Umweltkategorie „Globales Erwärmungspotenzial durch Übertragung und Emissionen durch Landnutzung und Landnutzungsänderung“ eingeführt. Das gesamte Treibhauspotenzial berechnet sich nun wie folgt:

GWP total = GWP fossil + GWP biogen + GWP Landnutzung

 

Das Eutrophierungspotenzial wird zukünftig in drei Wirkungskategorien aufgeteilt:

  • Eutrophierungspotenzial Land
  • Eutrophierungspotenzial Süßwasser
  • Eutrophierungspotenzial Salzwasser

Ferner wird auch ein besonderes Augenmerk sowohl auf die Deklaration des biogenen Kohlenstoffgehalts im Produkt als auch in der dazugehörenden Verpackung gelegt.

 

Folgende Wirkungskategorien können künftig optional in der EPD aufgeführt werden:

  • Humantoxizität, kanzerogene Wirkung
  • Humantoxizität, nicht kanzerogene Wirkung
  • Ökotoxizität (Süßwasser)
  • Mit der Landnutzung verbundene Wirkungen/Bodenqualität
  • Feinstaubemissionen
  • Ionisierende Strahlung (menschliche Gesundheit)

Die Darlegung der aufgezeigten Wirkungskategorien ist im Hintergrundbericht jedoch obligatorisch.

 

Weitere Infos + Kontakt: www.ift-rosenheim.de/nachhaltigkeit

 

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Ist ein Feuerschutzabschluss vergleichbar mit einem Bausatz für ein Modellflugzeug?

Date: 02.12.2021 | Download: Technical article (PDF) | Author(s): David Hepp, Dr. Gerhard Wackerbauer | Contact: Susanne Hainbach

Zum Umgang mit vorkonfektionierten Einzelteilen

Feuerschutzabschlüsse sind komplexe Bauteile, die einen hohen Aufwand und Sorgfalt hinsichtlich Planung und der richtigen Auswahl an Komponenten erfordern. Daher ist es nur eine logische Konsequenz, dass sich Systeminhaber mit Lösungen beschäftigen, diesen Aufwand für die Hersteller zu minimieren und entsprechend vorkonfektionierte Einzelteile zur Verfügung zu stellen.

 

In letzter Zeit sind nun auch komplette Lösungen auf dem Markt vorhanden, die es dem Hersteller ermöglichen, alle Einzelteile und Komponenten für einen Feuerschutzabschluss zu erwerben und diesen dann gemäß einer Anleitung des Systeminhabers zusammenzubauen. Dies geht soweit, dass auch Rahmen, Türblätter, Dichtungen, Beschläge etc. bereits vorkonfektioniert in diesem Paket für einen Feuerschutzabschluss zur Verfügung gestellt werden. Bildlich gesprochen: alles in einem Karton geliefert.

 

Vorgehensweise hinsichtlich CE Kennzeichnung, Zertifizierung und werkseigener Produktionskontrolle:

Dass eine CE Kennzeichnung des Feuerschutzabschlusses und die Erstellung einer Leistungserklärung notwendig sind, um diese Produkte in Verkehr zu bringen, ist unstrittig. Diese Aufgabe fällt allein dem Hersteller zu, der diese Produkte in Verkehr bringt. Dies ist aus Sicht des ift Rosenheim nicht automatisch der Verkäufer der Einzelteile, sondern derjenige, der das Produkt als komplettes Bauteil dem Nutzer zur Verfügung stellt und als Hersteller im Markt auftritt. Damit ist dann auch die Verantwortung für die Produkteigenschaften gegenüber dem Kunden und den Marktüberwachungsbehörden eindeutig zugeordnet. Näheres zu diesem Themenkomplex ist in der Bauproduktenverordnung beschrieben.

 

Zertifizierung und Überwachung:

Feuerschutzabschlüsse in der Außenanwendung fallen in das Konformitätsverfahren 1 und sind daher durch eine notifizierte Produktzertifizierungsstelle (NPZ) zu überwachen. Die Konformität der Produkte ist auf Basis des Klassifizierungsberichtes durch die NPZ mittels des Zertifikates zur Bescheinigung der Leistungsbeständigkeit jedem einzelnen Hersteller zu bestätigen. In der zugrundeliegenden Produktnorm DIN EN 16034 sind die Verfahren und Vorgaben hinsichtlich Überwachung eindeutig geregelt.

 

Bezüglich der Aufgaben der NPZ sind die Anforderungen im Anhang ZA in der Tabelle ZA.3 zu finden. Demnach ist eine Erstinspektion des Herstellwerkes, einschließlich aller Werkstätten, in denen Teile der Herstellung erfolgen, die einen wesentlichen Einfluss haben, also z. B. der Zusammenbau der Einzelteile + Einstellung Spalte, Türschließer, Bodendichtung usw. und eine laufende Überwachung jedes Herstellwerkes erforderlich. Diese Überwachung umfasst die werkseigene Produktionskontrolle des Herstellers sowie die wesentlichen Parameter, welche die Produkteigenschaften beeinflussen. Auch wenn ein Bausatz an den Hersteller geliefert wird (in dem vorgenannten Karton), treffen diese Anforderungen zu. Diese Vorgaben gelten auch, wenn z.B. ein Hersteller die eigentliche Produktion an einen Subunternehmer vergibt und selbst kein Herstellwerk besitzt bzw. in seinem Herstellwerk selbst keine Feuerschutzabschlüsse herstellt. Hierzu finden sich Regeln und Grundsätze in der Bauproduktenverordnung, die solche Produktions-/Lieferketten betreffen.

 

Werkseigene Produktionskontrolle (WPK):

Die WPK ist ein Thema, das in der DIN EN 16034 im Abschnitt 6 ausführlich behandelt wird. Demnach ist eine WPK in systematischer und dokumentierter Form durch den Hersteller in jedem Herstellwerk aufzubauen und aufrechtzuerhalten. Dies gilt auch, wenn die Feuerschutzabschlüsse nicht in einem Herstellwerk fertiggestellt werden, sondern auch, wenn sich der Herstellprozess über mehrere Herstellwerke erstreckt. Die WPK muss also immer auf die individuellen Gegebenheiten und Prozesse abgestimmt sein. Wesentlich ist, dass der Hersteller immer die Gesamtverantwortung für die WPK trägt und dieser auch im Rahmen von Produktionsketten gerecht wird. Dies ist wichtig, da die WPK nicht nur die Endkontrolle von Produkten umfassen darf, sondern jeden wesentlichen Produktionsschritt von der Planung bis zum Endprodukt umfassen muss – inklusive CE-Kennzeichnung und den Hinweisen zur Wartung und Instandhaltung der Produkte.

 

Fazit:

Auch die Verwendung von vorkonfektionierten Paketen mit Einzelteilen, aus denen der Hersteller dann einen Feuerschutzabschluss zusammenbaut, setzen die Vorgaben aus der Bauproduktenverordnung und der Produktnorm DIN EN 16034 nicht außer Kraft. Die Verantwortung für die CE Kennzeichnung der Produkte und somit auch die eigentliche Verantwortung für die Konformität und die Erfüllung der Produkteigenschaften verbleibt immer vollumfänglich beim Hersteller.

 

Die Überwachung und Zertifizierung durch eine notifizierte Stelle ist für jeden einzelnen Hersteller in jedem beteiligten Herstellwerk erforderlich. Diese Anforderung ist unabhängig davon zu sehen, ob der Hersteller selbst ein Herstellwerk besitzt, die Produktion über mehrere Standorte verteilt oder einen Subunternehmer mit dem gesamten Herstellprozess oder Teilen davon beauftragt. Die werkseigene Produktionskontrolle muss sich in diesem Zusammenhang über alle wesentlichen Herstellprozesse erstrecken, auch wenn mehrere Unternehmen beteiligt sind und die Verantwortung dafür immer beim Hersteller verbleibt.

 

Vor diesem Hintergrund sieht die notifizierte Produktzertifizierungsstelle des ift Rosenheim Aussagen im Markt, dass der Kauf von vorkonfektionierten Paketen die Anforderungen an die Erstinspektion und die laufende Überwachung relativiert, kritisch und kann sich diesen Sichtweisen vorerst nicht anschließen. Zu diesem Thema sollte seitens der Marktaufsichtsbehörden eine Klärung herbeigeführt werden, um allen Beteiligten Klarheit zu verschaffen.

 

 

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Weitere Infos: www.ift-rosenheim.de/brandschutz-rauchschutz

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Brandschutztüren und -fenster – Austausch der Beschläge gemäß EN 16034

Date: 04.10.2018 | Download: Technical article (PDF) | Author(s): Christian Kehrer | Contact: Jürgen Benitz-Wildenburg

Normative Grundlagen und praxistauglicher Umgang mit Nachweisen, Dokumenten und Prüfungen mittels Hardware Performance Sheet (HPS)

Feuerschutzabschlüsse (FSA) sind komplexe Bauelemente, die vielfältige Anforderungen erfüllen und harte Brandschutzprüfungen bestehen müssen. Dennoch haben die meisten Systemgeber Türen, Tore und Fenster mit Feuer- und/oder Rauchschutzeigenschaften im Angebot, weil diese Bauelemente nahezu in jedem öffentlichen Gebäude gefordert sind und die Bauherren und ausschreibenden Stellen ungern Bauelemente von unterschiedlichen Herstellern beziehen wollen. Gerade in den DACH-Ländern ist es heutzutage gängige Praxis, Baubeschläge wie Schlösser, Türbänder oder Türgriffe an Feuer- oder Rauchschutzabschlüssen auszutauschen. Dies ist notwendig, da bei vielen Bauprojekten die Bauelemente und Beschläge wie Schlösser, Schließzylinder etc. separat ausgeschrieben und damit auch von unterschiedlichen Herstellern geliefert werden.

 

Mit der Einführung der Produktnorm EN 16034 – Türen, Tore und Fenster mit Feuer- und/oder Rauchschutzeigenschaften ist eine europaweite CE-Kennzeichnung bereits jetzt möglich, und die „Karten werden neu gemischt“. Innentüren im Anwendungsbereich von EN 14351-2 werden in 2019 folgen. Im Folgenden wird auf den Status Quo sowie die künftigen Anforderungen, Grenzen und normativen Möglichkeiten der Austauschbarkeit von Baubeschlägen in Bauprodukten im Anwendungsbereich von EN 16034 erläutert. Hierfür ist eine profunde Kenntnis der Produkte, der Prüfverfahren, der Produktnormen sowie der Austauschregeln (EXAP) notwendig.

 

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Achtung Stolperfalle

Date: 05.11.2018 | Download: Technical article (PDF) | Author(s): Dipl.-Ing. Knut Junge | Contact: Jürgen Benitz-Wildenburg

Empfehlung zur Barrierefreiheit

Wer sich mit dem Thema Barrierefreiheit im privaten Wohnumfeld befasst, stößt früher oder später auf die Regelungen der nationalen DIN 18040-2 [1]. Zu Türen findet sich dort eine Vielzahl von Regelungen, zu Fenstern sind diese eher rudimentär gehalten. Beiden Bauelementen ist gemein, dass über die normativen Vorgaben hinaus kaum Hinweise zur praktischen Umsetzung existieren. Diese Lücke soll das Forschungsvorhaben „Barrierefreiheit von Bauelementen“ (Kurztitel) schließen.

 

Das Forschungsvorhaben wurde mit Mitteln der Forschungsinitiative Zukunft Bau des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung gefördert (Aktenzeichen: SWD-10.08.18.7-15.08). Neben der öffentlichen Förderung wurde das Projekt sowohl ideell als auch finanziell durch folgende Projektpartner unterstützt: Athmer OHG, Forster Profilsysteme AG, Gretsch-Unitas GmbH Baubeschläge, heroal – Johann Henkenjohann GmbH & Co. KG, Rehau AG + Co., Hautau GmbH, Schüco International KG, Siegenia-Aubi KG, VEKA AG, Aug. Winkhaus GmbH & Co. KG, Sapa Building Systems GmbH.

 

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