Dynamische Schlagregenprüfung bei Wetterschutzlamellen

Date: 01.03.2019 | Download: Technical article (PDF) | Author(s): Thomas Stefan | Contact: Gabriele Tengler

Wie ist der Prüfablauf?

Wetterschutzlamellen finden die verschiedensten Anwendungen. Meist werden sie dazu eingesetzt um Räume, die eine gute Belüftung benötigen, vor Regen zu schützen (z.B. Parkhäuser oder Trafostationen). Weitere Anwendungen finden sich im Fahrzeugbau und bei Lüftungsanlagen. Für die Verwendung des Abschlusses einer Lüftungsanlage gibt die EN 13030:2002-03 ein Prüfverfahren vor. Dieses Prüfverfahren diente dem vereinfachten ift-Prüfverfahren für Wetterschutzlamellen als Basis.

 

Grundgedanke ist, die durch ein Wetterschutzgitter eindringende Wassermenge zu bestimmen. Die eindringende Wassermenge hängt meist von dem mit dem Regen gleichzeitig auftretenden Wind ab. Der in EN 13030 beschriebene Prüfaufbau besteht aus einem Windgenerator, einer Besprühung und verschiedenen Kammern, in welchen das eingedrungene Wasser gesammelt und quantifiziert werden kann.

 

Da Lüftungsanlagen meist hinter dem Lüftungsgitter einen Unterdruck erzeugen, sieht der Prüfaufbau eine Einrichtung zur Erzeugung dieses Unterdrucks vor. Für Anwendungen der Wetterschutzlamellen außerhalb von Lüftungsanlagen ist dieser Unterdruck jedoch nicht erforderlich. Daher wurde beim ift ein stark vereinfachter Aufbau entwickelt. Dieser hat jedoch hohe Aussagekraft und liefert praxisnahe Ergebnisse.

 

Der Probekörper wird in eine Holzplatte montiert, die ein deutliches Übermaß besitzt. Diese Platte wird vor eine Prüfwand gespannt, die als Auffangfläche für das durchdringende Wasser dient. Das durchgedrungene Wasser wird in speziellen Wannen aufgefangen, mengenmäßig bestimmt und in eine zeitabhängige Wassermenge umgerechnet. Der Wind wird analog zur EN 13030 durch einen Windgenerator erzeugt. Er kann stufenlos geregelt werden. Auf diese Weise kann das eindringende Wasser in Abhängigkeit von der Windgeschwindigkeit bestimmt werden.

 

Das ift-Prüfverfahren für die dynamische Schlagregendichtigkeit von Wetterschutzlamellen liefert anschauliche und praxisnahe Werte über die Effizienz von Wetterschutzgittern, die nicht für Lüftungsanlagen verwendet werden.

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CE-Zeichen für Brandschutzelemente

Date: 04.11.2019 | Download: Technical article (PDF) | Author(s): Dr. Gerhard Wackerbauer, Jürgen Benitz-Wildenburg | Contact: Jürgen Benitz-Wildenburg

Planung und Nachweise von Türen, Fenstern und Toren nach europäischer Norm EN 16034

Seit 2016 ist die Produktnorm EN 16034 in Kraft. Mit dem Ablauf der Koexistenzphase ist sie seit dem 1. November für Fenster, Tore und Außentüren zwingend zu beachten. Mit einiger Überraschung wurde die für November angekündigte Harmonisierung der Produktnorm EN 14351-2 für Innentüren von der Kommission abgesagt und auf unbestimmte Zeit verschoben. Für Innentüren bleibt also zunächst noch alles beim Alten. Das bedeutet, dass für ein vollständiges Sortiment jetzt nationale und europäische Verfahren parallel zu beachten sind.

 

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Managementsysteme auf Kurs

Date: 03.06.2019 | Download: Technical article (PDF) | Author(s): Werner Kammerlohr, Christian Kehrer | Contact: Gabriele Tengler

Prozessorientiert, effizient und leistungsstark

Durch die Normenrevisionen im Qualitäts- und Umweltmanagement im Jahr 2015 hat sich die Nachfrage nach Managementsystemzertifizierungen deutlich erhöht. Durch den gesteigerten Praxisnutzen, die reduzierten Dokumentationsanforderungen und die Angleichung der Inhalte bei normübergreifenden Themen erweitern viele Kunden ihr Qualitätsmanagementsystem (QMS) um ein oder mehrere Managementsysteme wie Umwelt- (UM), Energie- (EnM) und/oder Arbeitsschutzmanagement (ASM).

 

1. Ziele und Neuerungen der relevanten Managementsystem-Normen

 

Durch die Angleichung der Anforderungen innerhalb der Managementsystem-Normen entstehen viele Synergien zwischen den einzelnen Normen, z. B. Zusammenfassungen in der Dokumentation, in Prozessen bzw. Abläufen, im Managementreview oder bei der Kombination interner sowie externer Audits. Einführung, Kombination und Integration mehrerer Managementsysteme (MS) im Unternehmen werden dadurch erheblich erleichtert.

 

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Fachgerechte Montage von Fenster und Türen – Teile 1-3

Date: 16.09.2019 | Download: Technical article (PDF) | Author(s): Jürgen Benitz-Wildenburg, | Contact: Jürgen Benitz-Wildenburg, Wolfgang Jehl

Montageserie

Fenster und Außentüren sind multifunktionale Bauteile, die eine Vielzahl von Eigenschaften erfüllen müssen. Die fachgerechte Planung und Durchführung der Montage sind wesentlich für deren Funktionalität und Langlebigkeit. Auswertungen von ift-Gutachten zeigen, dass über 50% der Baumängel auf einer fehlerhaften Montage basieren. Um dies zu vermeiden, zeigt der Dreiteiler des ift Rosenheim was bei einer fachgerechten Planung und Ausführung der Abdichtung und Dämmung (Teil 2) sowie Befestigung (Teil 3) zu beachten ist. Die Inhalte basieren auf dem Montageleitfaden von der RAL-Gütegemeinschaft Fenster, Fassaden und Haustüren, dem ift Rosenheim und dem BIV.

Zu einer professionellen Montage gehören eine sorgfältige Planung der Abdichtung,Dämmung und Befestigung sowie die Auswahl geeigneter Produkte. Dafür braucht es Montagedetails, die zum Fenstersystem, den Anforderungen und der Außenwand passen. Kompetente Montageexperten sind in der Lage, diese Musterdetails mit den Gegebenheiten vor Ort zu vergleichen und ggf. anzupassen. Dies gilt besonders für energetisch optimierte Wandaufbauten (Wärmedämmverbundsysteme), den Schwellenbereich von Haus-, Terrassen- und Balkontüren in barrierefreier Ausführung, die Altbausanierung sowie speziellen Anforderungen wie Einbruchhemmung, Absturzsicherheit oder Brandschutz. Bei dieser Aufgabe unterstützt das ift Rosenheim Zimmerer und Montagebetriebe durch den kostenlosen ift-Montageplaner, der die notwendigen Berechnungen für die Befestigung und den Mindestwärmeschutz durchführt und geprüfte Befestigungs- und Abdichtungssysteme vorschlägt.

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Objektprüfungen bei innovativen Fassaden

Date: 01.07.2019 | Download: Technical article (PDF) | Author(s): Rolf Schnitzler | Contact: Gabriele Tengler

Herausforderung Prüfnachweis bei bizarren Formen

Bei der Neuentwicklung von Fassadensystemen sollte neben der technischen Weiterentwicklung auch eine optisch ansprechende Variantenvielfalt gegeben sein. Allerdings stößt jede Systemfassade schon allein wegen der Lagerkosten irgendwann an ihre Grenzen.

 

Nun unterliegt jede Systemfassade zwecks CE-Kennzeichnung der Pflicht zur Erstprüfung, im Fachgebrauch „Typprüfung“ genannt. Natürlich versucht der Systemhersteller, über einen (oder mehrere) für ein System repräsentativen Probekörper die gesamte Produktpalette abzudecken.

 

 

Notwendigkeit Objektprüfung

 

Wünscht der Architekt objektbezogene Systemabwandlungen, stellt sich die Frage, ob die geprüften Leistungseigenschaften dadurch beeinflusst werden. Beispiele sind veränderte Profilkonturen, neue Beschläge bzw. Öffnungsvarianten oder Durchdringungen der Entwässerungsebenen aufgrund äußerer Lisenen. Gleiches gilt auch, wenn Fassaden zwar ausschließlich mit geprüften Systemkomponenten gebaut, aber in Geometrien überführt werden, die in der Typprüfung nicht berücksichtigt wurden, wie Schrägen, Überhänge, polygonale oder gebogene Bereiche.

 

Meist verlassen sich Architekten/Fachberater in solchen Fällen nicht auf Prüfzeugnisse, sondern schreiben über das Leistungsverzeichnis eine objektbezogene Prüfung vor. Ist dies nicht der Fall, entscheidet der Hersteller, ob die technischen Änderungen die mit dem Basissystem erreichten Klassifizierungen erreichen, oder ob eine Neuprüfung erforderlich wird. Diese Bewertung ist Voraussetzung zur pflichtgemäßen Ausstellung einer Leistungserklärung. Die Verantwortung zu deren Richtigkeit liegt beim Hersteller.

 

Als Hilfestellung für die Hersteller geben die Produktnormen über die Regeln zur direkten Anwendung vor, welche Änderungen eine Übertragung der geprüften Leistungseigenschaften zulassen. Die Produktnorm für Fassaden EN 13830:2015 (noch nicht harmonisiert) beschreibt dies in Anlage F, Tabelle F1. Das ift Rosenheim bietet durch gutachtliche Stellungnahmen die Alternative, fallbezogene, unabhängige Aussagen zu treffen.

 

Ist dies nicht möglich, sollte eine Gebrauchstauglichkeitsprüfung durch eine akkreditierte und notifizierte Prüfstelle erfolgen. Nur so kann der sich daraus ergebende Prüfbericht zur CE-Kennzeichnung der Objektfassade herangezogen werden.

 

 

Prüfungen am Objekt

 

Bei Fassadenprüfungen nach EN 13830:2015 „Vorhangfassaden – Produktnorm“ wird zwar die Dichtheit eines Prototyps geprüft, jedoch nicht die Dichtheit im eingebauten Projekt oder die Dichtheit der Anschlüsse. Eine ergänzende Möglichkeit zur Typprüfung im Labor bietet eine direkt am Objekt durchgeführte weitere Form der Fassadenprüfung.

 

Es stehen Normen zur Verfügung, die einen reproduzierbaren Prüfablauf beschreiben. So kann z.B. die Überprüfung der Schlagregendichtheit für eine bereits montierte Fassade nach EN 13051:2001 „Vorhangfassaden – Schlagregendichtheit – Feldversuch“ (Bild 1) erfolgen. Dazu wird ein Wassersprühbalken vor die Fassade montiert. Die Beaufschlagung mit Wasser kann sowohl mit als auch ohne Druck-/Sogbelastung erfolgen.

 

Ein weiteres ähnliches Verfahren (Bild 2) bietet die AAMA 501.2-03 „Quality Assurance and Diagnostic Water Leakage Field Check of Installed Store Fronts, Curtain Walls and Sloped Glazing Systems“ (AAMA: American Architectural Manufacturers Association). Obwohl es sich um eine amerikanische Norm handelt, wird das Verfahren wegen der einfachen Handhabung auch gern in Europa angewandt.

 

 

Fazit

 

Innovative und optisch beeindruckende Fassadenformen bedürfen hinsichtlich der Prüfung zur Gebrauchstauglichkeit sicherlich eines höheren Aufwands. Wichtig ist, dass alle am Projekt beteiligten Parteien das Thema frühzeitig angehen und mögliche Schwachstellen offen kommunizieren. Erfahrungsgemäß lassen sich so die anfallenden Kosten für die Überprüfung der Gebrauchstauglichkeit der Fassade am besten steuern.

 

Kann der Hersteller die geforderten Leistungseigenschaften nicht eigenverantwortlich garantieren, besteht neben der Typprüfung evtl. noch die Möglichkeit zur Einholung einer gutachtlichen Stellungnahme durch einen Gutachter oder ein Prüfinstitut.

 

Je gravierender die technischen und objektbezogenen Abwandlungen einer Systemfassade allerdings sind, umso weniger lässt sich eine ordnungsgemäße Neuprüfung zur CE-Kennzeichnung umgehen.

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