Fenster mit Öffnungsbegrenzung zur Absturzsicherung

Date: 27.09.2021 | ID: PI210857 | Download: Fenster mit Öffnungsbegrenzung zur Absturzsicherung PI210857 (PDF) | Author(s): Jürgen Benitz-Wildenburg


Neue ift-Richtlinie FE-18/1 bringt Orientierung für Planung, Ausführung und Nachweise für Fenster mit Öffnungsbegrenzern

Der Einsatzbereich von Öffnungsbegrenzern in Fenstern reicht von der einfachen Begrenzung der Öffnungsweite über Anschlagschutz bis hin zur Absturzsicherung. In letzterem Fall gibt es jedoch etliche Unsicherheiten und Lücken bei der Definition, den normativen und baurechtlichen Regelungen sowie den erforderlichen Nachweisen. „Die neue ift-Richtlinie FE-18/1 bringt Orientierung und Lösungsansätze für eine fachgerechte Planung, Ausführung und Nachweisführung von Fenstern mit Öffnungsbegrenzern zur Absturzsicherung“, so der ift-Institutsleiter Prof. Jörn P. Lass. Somit ist die ift-Richtlinie FE-18/1 „Fenster mit Öffnungsbegrenzung“ eine „Pflichtlektüre“ für Planer, Fensterhersteller und Montagebetriebe, wenn Fenster auch die Absturzsicherung übernehmen sollen. Denn eine falsche Planung und Ausführung kann zum Baustopp, Ablehnung der Bauabnahme und hohen Haftungsrisiken führen. Eine ideale Ergänzung ist die „Informationsschrift zu öffenbaren, absturzsichernden Bauelementen“ (ISAB) der Gütegemeinschaft Schlösser und Beschläge e.V.

Erhältlich im ift Shop

Transparente Fassaden und bodentiefe Verglasungen, Fenster und Fenstertüren prägen die moderne Baukultur und werden von Bauherren und Architekten oft gefordert. Um das optische Erscheinungsbild eines Gebäudes nicht durch Umwehrungen (Gitter, Paneele, Prallscheiben etc.) zu stören, werden Konstruktionen nachgefragt, bei denen öffenbare Elemente (Fenster/Fenstertüren) auch die Funktion der Absturzsicherung erfüllen.

Hierbei muss die Öffnungsweite so begrenzt werden, dass ein Hindurchfallen durch einen Spalt zwischen Flügel und Rahmen oder der Mauerleibung verhindert werden kann. Allerdings gibt es hierfür bislang keine Normen oder technischen Regeln zur Bewertung.

In § 38 der MBO werden Umwehrungen als Schutzmaßnahme gegen Absturz gefordert, aber öffenbare Fenster mit Öffnungsbegrenzung sind hier bis dato nicht geregelt. Öffnungsbegrenzer werden bisher häufig nur als Komfortbauteil zur Begrenzung des Öffnungswegs eingesetzt. Diese können aber auch Zusatzfunktionen haben, beispielsweise zur Vermeidung des Anpralls an angrenzende Bauteile. In der DIN EN 13126-5 „Beschläge für Fenster und Fenstertüren“ werden Anforderungen und Prüfverfahren für Vorrichtungen zur Begrenzung des Öffnungswinkels von Fenstern beschrieben, sie gelten jedoch nicht für die Sicherung gegen Absturz.

Die ift-Richtlinie FE-18/1 schließt diese „Lücke“ und definiert die Anforderung für Fenster mit Öffnungsbegrenzung zur Absturzsicherung. Die FE-18/1 legt fest, welche Prüfungen und Nachweise zur Genehmigung durch die Bauaufsichtsbehörde herangezogen werden können. Bauelemente mit Schiebe-Funktion und Sicherheitseinrichtungen gemäß. EN 14351-1 (Fangscheren, Feststeller, Anschläge) sind nicht Bestandteil dieser Richtlinie. Die Schutzwirkung kann jedoch nicht alleine durch ein zusätzlich montiertes Beschlagteil erreicht werden, sondern ist Teil eines komplexen Sicherheitssystems. Dieses reicht vom eigentlichen Öffnungsbegrenzer über die Verschraubungen im Fensterprofil bis zur Befestigung des Fensters im Mauerwerk sowie Wartung und Instandhaltung.

Neben den Anforderungen an die Einzelbauteile (Beschläge, Verglasung, Öffnungsbegrenzer) wird deshalb die Eignung des gesamten Fensters umfassend durch einen Pendelschlag, statische Last am Fenstergriff, Dauerfunktion, Funktionsprüfung, die werkzeugfreie Außerkraftsetzung des Öffnungsbegrenzers sowie die Sicherung gegen unbefugtes Demontieren und Lösen der sicherheitsrelevanten Bauteile per Hand und mittels Kleinwerkzeug geprüft („Manipulationssicherheit“). Die Prüfergebnisse gemäß FE-18/1 dienen als Grundlage zum Beispiel für einen Antrag einer „vorhabenbezogenen Bauartgenehmigung“ (vBG), die für öffenbare Fenster unterhalb der Umwehrungshöhe ohne zusätzliche Absturzsicherung erforderlich ist. Im Vorfeld der Ausführung und Prüfung sollte in jedem Fall eine Abstimmung mit der obersten Bauaufsichtsbehörde des Bundeslandes darüber erfolgen, welche Zulassungsvoraussetzungen gefordert werden.

Zur dauerhaften Gewährleistung der Sicherheit sind auch verlässliche Regelungen für die Reinigung, Wartung und Instandhaltung notwendig, die im privaten Bereich kaum zu realisieren sind. Praktische Hinweise zum deutschen Baurecht sowie Empfehlungen zur Ausführung der Servicearbeiten finden sich in der „Informationsschrift zu öffenbaren, absturzsichernden Bauelementen“ (ISAB) der Gütegemeinschaft Schlösser und Beschläge e.V. (www.guetegemeinschaft-schloss-beschlag.de ).

„Die neue ift-Richtlinie FE-18/1 bringt Orientierung und Lösungsansätze für eine fachgerechte Planung, Ausführung und Nachweisführung von Fenstern mit Öffnungsbegrenzern zur Absturzsicherung“, so Prof. Jörn P. Lass. Die Richtlinie ist im ift Shop zum Preis von 30,00 Euro für die Druckfassung und 28,00 Euro für die digitale Version erhältlich.

(Lead 1.041 Zeichen, Fließtext 3.797 Zeichen,
Pressetext gesamt 4.838 Zeichen (jeweils inkl. Leerzeichen))

Stichworte: ift Richtlinie FE-18-1, ISAB, Öffnungsbegrenzung, Absturzsicherung, DIN EN 13126-5

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BAU 2017

ift-Sonderschau "Quality follows function"

16. – 21.01.2017 in München, Halle C4, Stand 501/502

 

Planen und Bauen von Gebäuden und Bauelementen sowie die Anforderungen werden immer komplexer und differenzierter. Je nach Nutzung bestehen unterschiedliche Anforderungen. Oft ist unklar, mit welchen technischen Eigenschaften und Kennwerten diese erfüllt werden können. Unsicherheit bezüglich der Planung, Ausschreibung und Herstellung der „richtigen“ Bauteile sind die Folge. Deshalb wird auf der Sonderschau  „Quality follows function“ des ift Rosenheim und der Messe München gezeigt, wie sich Anforderungen, Eigenschaften, Materialien und Konstruktionen in Abhängigkeit vom Einsatzzweck ändern. Auf Aktionszonen wird täglich konkret dargestellt, wie sich die Barrierefreiheit von Bauelementen verbessern lässt, wie man Fenster mit besonderen Anforderungen sicher befestigen kann oder was Einbruchhemmung RC 2 und RC 3 wirklich bedeutet. Darüber hinaus informieren Experten des ift Rosenheim und der Mitaussteller über praktische Lösungen für Planung, Ausschreibung, Herstellung und Montage von Bauelementen in Schulen, Komfortwohnungen und für altersgerechtes Bauen.


 

 

Ziel

Damit die Planung, Ausschreibung und Herstellung der „richtigen“ Bauteile einfacher und sicherer wird, werden auf der Sonderschau Empfehlungen und Produkte in Abhängigkeit vom Einsatzzweck und der Benutzer präsentiert, beispielsweise Fenster und Türen für Schulen, Pflegeeinrichtungen, Verwaltungsbauten oder im Wohnungsbau. Anforderungen, Planungsgrundlagen, Konstruktionen und Ausführungen werden anhand von Musterfenstern vorgestellt. Hierzu zählen die Abmessung und Aufteilung von Fenstern ebenso wie Öffnungsart, Konstruktion oder Sicherheitseinrichtungen. Im Mittelpunkt steht das Konzept der „Anwendungsorientierten Bauqualität“ und seine Auswirkungen auf Sicherheit, Langlebigkeit und Kosten. 

 

Co-Exhibitor

Alumat Frey GmbH

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tremco illbruck GmbH & Co. KG

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GAYKO Fenster-Türenwerk GmbH

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Kawneer Aluminium Deutschland Inc.

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Sedlmeyr Spezialtüren GmbH

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Sommer Informatik GmbH

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UL International Germany GmbH

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Aug. Winkhaus GmbH & Co. KG

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Forschungsprojekt - Reinigung PVC Profile

Erarbeitung von RAL-Güte- und Prüfbestimmungen zur Sicherstellung der Verträglichkeit von Reinigungsmitteln mit Kunststofffensterprofilen


Ausgangssituation

Kunststofffenster aus Hart-PVC (bzw. PVC-U) haben aktuell in Deutschland einen Marktanteil von ca. 60%. Neben guten wärmetechnischen Eigenschaften und im Vergleich zu anderen Rahmenmaterialien niedrigen Preisen ist für Bauherren die einfache Pflege und Reinigung ein entscheidender Grund, sich für Kunststofffenster zu entscheiden.

In den letzten Jahren hat die Beobachtung von gelblichen Verfärbungen von Kunststofffenstern stark zugenommen. Dies führt zu erhöhten Reklamationen von Endverbrauchern bei den Fensterherstellern.

Die primären Ursachen für diese Verfärbungen sind nach aktuellen Erkenntnissen im Reinigungsvorgang und hier insbesondere in einer Wechselwirkung zwischen dem Reinigungsmittel und dem Kunststoff (PVC-U) sowie der in der realen Umwelt nicht zu vermeidenden Bewitterung der Fenster zu suchen.

Zielsetzung

Gesamtziel des Vorhabens ist die Erarbeitung von RAL Güte- und Prüfbestimmungen zur Qualifizierung von Reinigungsmitteln für Kunststofffensterprofile sowie zur Beurteilung der Reinigungsleistung von solchen Reinigern in Kombination mit verschiedenen Reinigungshilfsmitteln. Auf Grundlage der RAL Güte- und Prüfbestimmungen erfolgt die Vergabe eines RAL Gütezeichens durch die RAL Gütegemeinschaft.

Für die beteiligten Forschungspartner können nachfolgende Teilziele formuliert werden.

Teilziele für die Forschungsstellen TH Rosenheim, IFO und ift Rosenheim::

  1. Erarbeitung einer belastbaren und reproduzierbaren Methodik zur Prüfung der Wechselwirkung und Verträglichkeit zwischen Reinigungsmitteln und PVC-U Profilen
  2. Screening von ausgewählten PVC-U Rezepturen und ausgewählten Reinigungsmitteln hinsichtlich der Verträglichkeit
  3. Bewertung der Reinigungsleistung von unterschiedlichen Reinigungsmitteln/-verfahren auf ausgewählten PVC-U Rezepturen

Teilziele für die Gütegemeinschaften GKFP und GRM:

  1. Erarbeitung der Güte- und Prüfbestimmungen zur Sicherstellung der Verträglichkeit zwischen Reinigungsmitteln und PVC-U Profilen
  2. Erarbeitung von Reinigungsempfehlungen für Fenster und Bauelemente aus PVC-U


Projektinformationen


Verbundkoordinator:
Norbert Sack

Projektmitarbeiter ift Rosenheim:

Dr. Ansgar Rose

Projektlaufzeit:
07/2021 bis 06/2023

Förderstellen

Verbundpartner


Tragende Bauteile im Brandversuch

Date: 17.05.2021 | Download: Technical article (PDF) | Author(s): Simon Obelz | Contact: Gabriele Tengler

Spannendes aus dem ift-Technologiezentrum

Seit die Brandprüfstände aus dem Nürnberger Brandschutzzentrum nach Rosenheim ins ift-Technologiezentrum umgezogen sind, hat sich viel getan. So finden sich als spannende Neuerung auch tragende Bauteile auf der erweiterten Prüfliste. Den Anfang bildeten dabei tragende Säulen fast zeitgleich mit tragenden Decken, Dächern und Balken. Und auch tragende Wände reihen sich mittlerweile in die Übersicht der geprüften Bauelemente ein.


Prüfung mit Feuerwehreinsatz


Als spektakulär kündigte sich eine Brandprüfung zu Beginn des vergangenen Jahres an. Probekörper war eine tragende Holzdecke in Balkenbauweise. Die Holzdecke sollte über eine Zeitdauer von 90 Minuten getestet werden. Die Vorgaben zur Lasteinleitung waren sehr komplex. Die Lasteinleitungen erfolgten an verschiedenen Stellen mit unterschiedlichen Kräften. Aufgrund der großen Brandlast, die nach dem Versuch zu löschen war, wurde die Feuerwehr zur Unterstützung hinzugezogen. Beim Anheben des Probekörpers nach der Prüfung bestätigte sich die Vermutung, dass sich große Flammen am und um den Prüfling entwickeln würden. Durch den kombinierten Einsatz der Löscheinrichtungen des ift-Technologiezentrums sowie der Feuerwehr verlief das Löschen reibungslos. Das Ergebnis der Brandprüfung war positiv: Die Holzdecke erfüllte die strengen Anforderungen und konnte den Belastungen nach Verlängerung der Prüfdauer sogar 120 statt der eigentlich geforderten 90 Minuten standhalten.

Brandprüfung tragender Wände im Hydraulikrahmen


Um Bauelemente einfach, wirtschaftlich und flexibel montieren und prüfen zu können, stellt das ift Rosenheim seinen Kunden für die Brandprüfungen sog. Brandrahmen zur Aufnahme der Probekörper zur Verfügung. In diese können die Kunden ihre Probekörper problemlos einbauen.


Für die Prüfung einer tragenden Wand ist ein starrer Rahmen jedoch nicht ausreichend. Die Randbedingungen hierfür gibt EN 1365-1 „Feuerwiderstandsprüfungen für tragende Bauteile – Teil 1: Wände“ vor. Wie nun die Konstruktion des Prüfstandes bzw. der Zusatzelemente für die Belastung im Detail auszusehen hat, ist den Prüfstellen allerdings weitestgehend freigestellt.
Im ift-Technologiezentrum erfüllt ein transportabler Hydraulikrahmen die Anforderungen. Entscheidend für die Prüfung sind dann sowohl Prüflast als auch Prüfdauer. Beide Werte gibt der Kunde vor.


Um die Gewichtsbelastung an der tragenden Wand durch darüberliegende Stockwerke zu simulieren, leitet ein biegesteifer Druckbalken die Last über vier hydraulische Zylinder in den Probekörper ein. Dabei ist das obere Rahmenteil seitlich mit den Zugstangen der angebauten Hydraulikzylinder verbunden. Während der Prüfung muss das obere Rahmenteil beweglich bleiben. Dadurch kann die Last auf den Probekörper konstant aufrechterhalten werden, auch wenn der Probekörper durch die Feuerbeanspruchung an Höhe gewinnt oder verliert.
Durch die erforderliche Beweglichkeit ist der Prüfrahmen nicht rauchdicht. Daraus folgt, dass für die notwendige Stauchungsmessung das vorhandene optische Verformungsmesssystem bei entsprechender Rauchentwicklung im Prüflabor unter Umständen nicht ausreicht. Die Verformungspunkte sind evtl. nicht mehr erkennbar. Um die Messung jedoch über den gesamten Zeitraum zu ermöglichen, sorgt eine mechanische Lösung dafür, dass die Veränderung direkt gemessen werden kann. Dabei verbindet eine gleitend gelagerte Messeinrichtung den oberen und unteren Betonsturz. Das heißt, die Messstangen sind oben fest montiert und unten lose gelagert. Die ift-Prüfingenieure können somit die Bewegungsveränderungen der beiden Betonstürze zueinander direkt ablesen (Bild 2).

Die aktuelle Version des Hydraulikrahmens ermöglicht die Aufnahme von Probekörpern mit einer Höhe von bis zu 4380 mm. Allerdings wird so nicht die gesamte Höhe des Brandofens genutzt. Deshalb entsteht derzeit ein neuer Hydraulikrahmen, welcher Prüfungen an Probekörpern in voller Höhe von bis zu 5000 mm zulässt.

 

Direkt zum ift-Technologiezentrum


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