Forschungsbericht Recycling von Flachglas im Bauwesen - Analyse des Ist-Zustandes und Ableitung von Handlungsempfehlungen (Download)

Hersteller:
ift Rosenheim
Artikel-Nr.:
767060-DL

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Herausgeber: ift Rosenheim

Ausgabedatum: 12.12.2019

Autor(en): Norbert Sack (ift Rosenheim), Klemens Nothacker (Frauenhofer ISC), Andreas Gassmann (Frauenhofer ISC)

ISBN: 978-3-86791-460-4

Seitenumfang: 97

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Forschungsbericht Recycling von Flachglas im Bauwesen - Analyse des Ist-Zustandes und Ableitung von Handlungsempfehlungen

In Deutschland sind nach Angaben der „Kreislaufwirtschaft Bau“ [1] im Jahr 2014 14,6 Mio. t Baustellenabfällen angefallen. Diese bestanden zu 95 % aus Eisen, Stahl, mineralischen Bestandteilen und Altholz sowie 5 % Glas, Kunststoff, Nichteisen-Metall und Dämmmaterial. Von diesen 14,6 Mio. t wurden 0,2 Mio. t (1,4 %) recycelt und 14,2 Mio. t (96,9 %) einer sonstigen Verwertung zugeführt. 0,2 Mio. t (1,7 %) wurden auf Deponien beseitigt. Detailliertere Angaben für Flachglas gibt es in dem jährlichen Bericht nicht [1]. Insbesondere geht aus dem Bericht nicht hervor, ob Flachglas zu einem hohen Grade recycelt wird oder ob der Großteil zusammen mit dem Bauschutt auf Deponien beseitigt oder einer sonstigen (minderwertigeren) Verwendung (z. B. im Straßenbau) zugeführt wird.

In einem Positionspapier [2] beziffert die Interessenvertretung europäischer Floatglashersteller „Glass for Europe (GfE)“ den Anteil des Floatglases an den Baustellenabfällen mit weniger als 1 %. Auch diese scheinbar kleine Menge ist nicht vernachlässigbar, da Glas prädestiniert ist für eine geschlossene Kreislaufwirtschaft (sog. closed-loop recycling). Der Einsatz von Glasscherben schont nicht nur die natürlichen Rohstoffressourcen, sondern reduziert auch die benötigte Schmelzenergie und damit auch die auftretenden CO2- Emissionen. Pro 10 Prozent Scherbeneinsatz wird mit einer Energieeinsparung von etwa 3 Prozent und einer Senkung der CO2-Emissionen um etwa 3,6 Prozent gerechnet [3]. In dem oben genannten Positionspapier von GfE [2] wird aber davon ausgegangen, dass Bauglas so gut wie nie zu neuen Glasprodukten recycelt wird, sondern dass es deponiert oder zusammen mit anderen mineralischen Abfällen einer minderwertigen Nutzung zugeführt wird. Nach Angaben des Bundesverbandes Glasindustrie e. V. (BV Glas) [4] beschränkt sich der Einsatz von Altglasscherben in der Flachglasherstellung meist auf die eigenen Produktionsscherben (sogenannte Eigenscherben) und auf speziell recyceltes hochwertiges Altglasmaterial. Die Einsatzquoten von Scherbenmaterial betrügen etwa 20 Prozent.

Auch die europäische Studie zu Ecodesignanforderungen für Fenster [5], die im Auftrag der europäischen Kommission von VHK aus den Niederlanden sowie dem ift Rosenheim durchgeführt wurde, zeigte, dass hinsichtlich des Recyclings von Flachglas aus dem Bauwesen kein belastbares Datenmaterial vorliegt, weder auf Ebene der Mitgliedsstaaten, noch auf europäischer Ebene. Es gibt keine Daten, auf deren Basis Handlungsempfehlungen bezüglich des Recyclings von Flachglas ausgesprochen werden könnten.

Ziel des Forschungsvorhabens war es daher, eine Analyse des Ist-Zustandes hinsichtlich des Recyclings von Flachglas in Deutschland zu erstellen. Basierend auf den Ergebnissen sollten Handlungsvorschläge für ein closed-loop Recycling von Flachglas erarbeitet werden.