Ohne Planung kein Erfolg

Date: 01.10.2020 | Download: Technical article (PDF) | Author(s): Ingo Leuschner | Contact: Gabriele Tengler

Aus der gutachtlichen Praxis

Bei über 200 Projekten im Sachverständigenzentrum des ift Rosenheim fällt auf, dass bei der Auseinandersetzung zwischen Bauherrn und Lieferanten um mangelhafte Bauelemente eine wichtige Partei fehlt: die planende, ordnende Hand. Gründe könnten sein: Planungsfehler und -lücken werden nicht als wichtig für die Probleme am Bauteil gesehen, oder es war schlichtweg keine Person (offiziell) mit der Planung betraut. Dabei rücken verschiedene Tendenzen am Bau die Planung in den Fokus:

  • Die Architektur nutzt Fenster, Türen und Fassaden als Aushängeschilder und gestaltet sie immer größer und komplexer.
  • Der große Anteil dieser Bauelemente an der Gebäudehülle beeinflusst Wärmeschutz, Schalldämmung und Sicherheit des gesamten Gebäudes.
  • Der Wunsch nach multifunktionalen Bauteilen, welche gleichzeitig Anforderungen wie Einbruchhemmung, Brandschutz, Barrierefreiheit etc. erfüllen, ist mitunter schwierig zu realisieren. Vielfältige Regelwerke, steigende Anforderungen und Kundenerwartungen machen es nicht leichter.

Der Teufelskreis einer fehlerbehafteten und unvollständigen Planung führt jedoch zu teils gravierenden Schäden, die teilweise einen erheblichen Sanierungsaufwand zur Folge haben können:

 

Beispiel 1: Nachweis nicht geführt

Beschreibung
In einem Neubau wurden Aluminiumfenster verbaut. Im Bad ist die Badewanne direkt entlang eines Fensters angeordnet. Im Winter ist die Wanne für die Bewohner aufgrund der besonders kühlen Oberflächen um die Wanne nicht zum Baden nutzbar.

Probleme
Das Fenster wurde praktisch flächenbündig raumseitig in der Wand positioniert. Es existiert nur ein geringer Abstand zwischen Fenster und Badewanne, der zudem nicht gedämmt wurde (Bild 1). Die äußere Brüstungsfläche unter der Fensterbank ist ebenfalls nicht gedämmt.

Bewertung
Die Berechnung des Temperaturfaktors fRsi hätte ergeben, dass die raumseitigen Oberflächentemperaturen bereits ab ca. 5 Grad problematisch werden. Dies ist nicht erfolgt. Die erhebliche Wärmebrücke sitzt der badenden Person praktisch im Nacken. Die große Fensterfläche besitzt im Vergleich zur gedämmten Wand stets eine geringere Oberflächentemperatur, was die Unbehaglichkeit an der Badewanne verstärkt.

 

Beispiel 2: Einfache Bauweise – komplexe Details

Beschreibung
Ein großes Dienstleistungszentrum mit unterschiedlichen Nutzungsbereichen soll in Industriehallenbauweise erstellt werden. Umfangreiche Anteile mit Fenstern, Fensterbändern und Außentüren aus Kunststoff sind vorgesehen.

Probleme
Das Gebäudetragwerk ist in Stahl und Holz ausgeführt. Die Gebäudehülle wird prinzipiell aus Aluminium-Dämmstoff-Systempaneelen gebildet. Die Fenster müssen in die Paneele gesetzt werden. Es fehlen sämtliche Voraussetzungen für die fachgerechte Abdichtung und Befestigung der Fenster. Die Ausführung zeigt das Bemühen, die fehlenden Voraussetzungen zu kompensieren (Bild 2). Es kommt dennoch zu Tauwasserbildung, Wassereintritten und Nachgiebigkeiten an den Fenstern.

Bewertung
Die Anordnung der Fenster und das Fehlen jedweder Überlegungen, wie diese in den Wandaufbau integriert werden können, sind wesentliche Faktoren, welche bereits im Entwurf des Gebäudes wurzeln. Die fehlenden Korrekturen in der Phase der Detailplanung wiegen schwer; die Maßnahmen am Objekt sind wirkungslos. Ohne starke Eingriffe in das Grundkonzept kann das Gebäude nicht betrieben werden – ein entsprechend hoher Sanierungsaufwand ist erforderlich.

 

Fazit

Die Überprüfung der planerischen Vorgaben ergibt, dass die Leistungseigenschaften nach EN 14351-1 praktisch unbekannt sind, oder „Anschlüsse nach RAL“ ausgeschrieben werden. Die Architekten benötigen daher die Unterstützung durch die Branche. Mit seröser Beratung und Hilfsmitteln wie dem ift-Montageplaner, den ift-Einsatzempfehlungen und den Leitfäden zur Montage sind Hilfsmittel vorhanden, die den Beteiligten die Arbeit erleichtern und abnehmen. Denn das Fenster ist nur ein Gewerk unter vielen – aber natürlich ein besonders wichtiges!

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Abdichtung von Fassadenkonstruktionen

Date: 23.03.2021 | Download: Technical article (PDF) | Author(s): Rolf Schnitzler, Jürgen Benitz-Wildenburg | Contact: Jürgen Benitz-Wildenburg

Planung und Ausführung von Problembereichen am Beispiel von Dachverglasungen

Fenster und Fassaden müssen ihre Luft- und Schlagregendichtheit oft unter extremen Bedingungen unter Beweis stellen – man denke nur an Hochhäuser, die in mehreren hundert Metern Höhe Orkanen standhalten müssen. Deshalb zählt die Prüfung der Luft- und Schlagregendichtheit neben dem Schall- und Wärmeschutz sowie sicherheitsrelevanten Prüfungen wie Windlast, Absturzsicherheit oder dem Feuerwiderstand zu den wichtigsten Nachweisen. Die meisten Fassadensysteme, die von Systemgebern angeboten werden, verfügen über die notwendigen Prüfungen und Nachweise. Wichtig zu wissen ist dabei, dass die Schalldämmung von Baukörperanschlüssen direkt abhängig von der Luftdichtheit ist, und es gilt „luftdicht gleich schalldicht“.

 

Gerade bei komplexeren Aufgaben sollte der Metallbauer aber einen genaueren Blick in die Prüfzeugnisse werfen, um zu kontrollieren, ob die max. zulässigen Abmessungen nicht überschritten werden und auch die geplanten Details geprüft wurden. Hierzu zählen vor allem Stöße, Übergänge, die Einbindung von Bauelementen wie Türen und Fenster sowie die Baukörperanschlüsse, für die es oft nur Musterdetails für Standardausführungen gibt. Das gilt auch für Dachverglasungen mit geringer Neigung, deren Umsetzung im Weiteren vorgestellt wird. Neben der Dichtheit ist auch die Vermeidung von Wärmebrücken und der damit verbundene Tauwasserausfall eine wesentliche Aufgabe, nicht nur bei passivhaustauglichen Fassaden.

 

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Green Deal Gebäudehülle

Date: 29.03.2021 | Download: Technical article (PDF) | Author(s): Prof. Jörn P. Lass, Jürgen Benitz-Wildenburg | Contact: Jürgen Benitz-Wildenburg

Energieeffizienz und Schutz vor Klimafolgen im Neubau und der energetischen Sanierung

Der Klimawandel ist da, und die Folgen treffen uns alle – das sagen Experten und das zeigt das Klima selber. Hitzerekorde mit Temperaturen bis zu 47 Grad, Überschwemmungen bei Starkregen sowie unerwartete Kälteeinbrüche mit großen Schneemassen gefährden Leben und Gebäude werden durch Hagelkörner groß wie Tennisbälle und Orkane beschädigt. Daher geht es nicht mehr allein nur darum den Klimawandel durch energieeffiziente und nachhaltige Bauprodukte zu begrenzen, sondern auch darum sich vor den zukünftigen Klimakatastrophen zu schützen. Die Gebäudehülle muss das Klima im Gebäude angenehm und sicher halten – am besten natürlich ohne technische Systeme wie Heizungs- oder Klimatechnik.

 

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Charakterisierung verschiedener Verschattungssysteme

Date: 25.02.2021 | Download: Technical article (PDF) | Author(s): Jürgen Benitz-Wildenburg | Contact: Jürgen Benitz-Wildenburg

Übersichtstabelle

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Damit Stechmücken und andere Störenfriede draußen bleiben

Datum: 06.10.2020 | Download: Fachartikel (PDF) | Autor(en): Dipl.-Ing. (FH) Jürgen Benitz-Wildenburg | Kontakt: Jürgen Benitz-Wildenburg

Tipps und Infos zur Planung und Kauf von Insektenschutzgittern für Fenster und Türen

Moderne Gebäude müssen vielfältige Anforderungen erfüllen. Neben der Energieeffizienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit ist der Wohnkomfort für die meisten Bauherren ein wichtiger Gesichtspunkt, der täglich erlebbar ist. Hierbei ist der Insektenschutz ein Aspekt, der bei der Planung und Ausführung häufig vergessen wird und erst zur Diskussion kommt, wenn kleine Plagegeister in Haus oder Wohnung stören. Deshalb steht der Insektenschutz für viele Bauherren erst später auf der Agenda, und eine Vielzahl unterschiedlicher Ausführungsvarianten steht für die Nachrüstung und den Neubau zur Verfügung. Damit der Bauherr oder Mieter lange Freude an einem neuen Insektenschutz hat, sollten für die wichtigen und qualitätsbestimmenden Eigenschaften verlässliche technische Angaben und Prüfnachweise vorliegen. Welche Anforderungen, normativen Grundlagen und Qualitätsanforderungen zu beachten sind, zeigt nachfolgender Artikel. 
 

Die Verwendung und Ausführung von Insektenschutzgittern ist in der europäischen Produkt-norm DIN EN 13561 „Markisen – Leistungs- und Sicherheitsanforderungen“ definiert, die hauptsächlich für Markisen gilt, aber auch Insektenschutzgitter umfasst. Hier werden die Ei-genschaften und deren Prüfungen beschrieben. Technische Kennwerte und Nachweise zum Brandverhalten, Lichttransmissionsgrad, Nutzungssicherheit und Widerstand gegen Windlast sind normativ bzw. gesetzlich gefordert und können durch den Hersteller oder eine unabhängige notifizierte Prüfstelle erbracht werden. Viele weitere  Eigenschaften sind nicht in der Produktnorm  beschrieben, aber dennoch wichtig, beispielsweise die Luftdurchlässigkeit (nicht zu verwechseln mit der Luftdichtheit)  oder die UV-Beständigkeit und Reißfestigkeit des Schutzgewebes.  Diese können durch den Hersteller oder eine unabhängige neutrale Prüfstelle getestet werden. Auch die Festigkeit des Rahmens und der Beschläge haben maßgeblichen Einfluss auf die Qualität und Dauerhaftigkeit des Insektenschutzes.

 

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