Forschungsprojekt - Verbundfenster

Untersuchung an Verbundfenstern zur Verbesserung des Wärme- und Schallschutzes bei gleichzeitiger Sicherstellung der übrigen Funktionen, wie Tauwasserfreiheit usw.


Ausgangssituation

Fenster mit Doppelverglasung haben, bedingt durch die klimatischen Verhältnisse, in Süddeutschland eine langjährige Tradition. Zu einer Zeit, als die Energieeinsparung noch keine volkswirtschaftliche Notwendigkeit darstellte, wurde hier bereits - ausgehend vom sogenannten Winterfenster über das Kastenfenster - das Verbundfenster entwickelt. Diese Entwicklung fand in den 50er Jahren einen vorläufigen Abschluß, nachdem die Technologie der Herstellung von Isolierglas soweit fortgeschritten war, daß größere Mengen zu vertretbaren Preisen hergestellt werden konnten. Durch entsprechende Werbung wurden die Vorteile der Isolierverglasung gegenüber der Doppelverglasung dem Bauherrn bekannt gemacht, ohne daß gleichzeitig die Vorteile der Verbundfenster gegenübergestellt wurden. Der Marktanteil des Verbundfensters ging deshalb stark zurück, weil die Vorteile der Isolierverglasung, wie Tauwasserfreiheit im Scheibenzwischenraum und einfachere Reinigung, überzeugten.

Die bisherigen Erfahrungen mit Verbundfenstern rechtfertigen aber auch eine Weiterentwicklung dieses Systems, welches sich den jeweiligen bauphysikalischen Forderungen leicht anpassen läßt. Die wesentlichen Punkte sind die Lebenserwartung der Verglasung, die einfacheren Möglichkeiten der Anpassung der Schalldämmung und des Wärmeschutzes an die gegebenen Verhältnisse.

Die Nachteile - und damit auch häufig die Gründe für die ablehnende Haltung vieler Bauherren - sind die Gefahr der Tauwasserbildung im Scheibenzwischenraum und der erhöhte Aufwand zur Reinigung.

Die Tauwasserbildung wirkt sich deshalb ungünstig aus, weil die Durchsicht gestört ist und die Konstruktion eine starke Feuchtigkeitsbelastung erfährt, so daß Anstrich, Verglasung und Rahmenmaterial beeinträchtigt werden.

In letzter Zeit verstärkte sich das Angebot von Verbundfenstern wieder, einmal mit dem Ziel der Verbesserung des Wärmeschutzes, zum anderen zur Verbesserung des Schallschutzes. Die überwiegende Zahl der neu angebotenen Systeme kommt aus dem Bereich der Kunststofffenster.

Zielsetzung

Das Ziel des Forschungsvorhabens ist es, nach der Untersuchung der bauphysikalischen Zusammenhänge Konstruktionsunterlagen für Verbundfenster unter Beachtung der in vorhandenen Normen und Richtlinien gestellten Anforderungen zu erarbeiten. Gleichzeitig soll versucht werden, in einem Baukastensystem die Möglichkeiten der Herstellung von Fenstern mit erhöhtem Wärmeschutz oder erhöhtem Schallschutz darzustellen. Der Fensterhersteller hat damit die Möglichkeit, unter Beibehaltung des Grundsystems, z.B. durch Änderung der Verglasung, dem Bauherrn je nach Bedarf Fenster mit erhöhtem Wärmeschutz und/oder erhöhtem Schallschutz anzubieten.

Projektinformationen


Projektleiter:
-

Projektmitarbeiter:
W. Böttcher
H. Hartmann
J. Schmid

Projektlaufzeit:
Juli 1981

Förderstellen