Forschungsprojekt - Untersuchung über das Stehvermögen von Sperrtüren bei klimatischer Belastung und über deren Widerstandsfähigkeit

 


Ausgangssituation

Wie in den Zwischenberichten und in mehreren Publikationen bereits angedeutet, resultierte der Auftrag zur Durchführung dieser Forschungsarbeit aus der Schadenshäufung - besonders im Verwerfen der Türen. Frühere Untersuchungen zeigten Zusammenhänge auf zwischen Klimabelastung und Stehvermögen. Somit wurde das Augenmerk zunächst auf das hygrothermische Verhalten der Türen gerichtet. Unter hygrothermischem Verhalten versteht man die Eigenschaft des Türblattes, seine Formstabilität und damit die Funktionsfähigkeit bei unterschiedlicher Beaufschlagung von Klimata zu beiden Seiten des Türblattes zu erhalten.

Aus der Praxis und angeregt durch internationale Institutionen entstand die Forderung, auch die Widerstandsfähigkeit bei mechanischer Belastung in die Überlegung mit einzubeziehen. Unter mechanischer Belastbarkeit versteht man die üblicherweise an einem Türblatt auftretenden äußeren Belastungen, wie Stoß, Zuschlagen, Verwindung beim Schließvorgang. Mit dieser Prüfreihe sollte der normale Mißbrauch, der durch mechanische Belastung einem Türblatt zufällt, simuliert und in seiner Auswirkung untersucht werden.

Bei der Erfassung des Istzustandes, wie er im 1. und 2. Zwischenbericht zum Teil dargestellt wurde, ging es darum, die hauptsächlich auftretenden Beanstandungen der Praxis zu analysieren. Es wurden drei wesentliche Gruppen festgestellt:

  1. Verformungen an eingebauten Türen
    Die festgestellten Verwerfungen sind erkennbar durch unterschiedliche Klimata zu beiden Seiten der Türen bedingt und treten deshalb in der Regel jahreszeitlich unterschiedlich auf. Ferner ist die Nutzung der Räume, welche durch die Türen verbunden werden, von Bedeutung, z.B. Küche I Flur oder WC I Bad I Flur. Bei Türen, welche einseitig dem Außenklima ausgesetzt sind, ist eine besonders starke Beanspruchung, die noch durch die Farbgebung in Verbindung mit Sonneneinstrahlung erhöht wird, gegeben. Die Ursachen der Verwerfung sind im wesentlichen zurückzuführen auf das Temperaturgefälle und Dampfdruckgefälle zwischen den beiden Seiten des Türblatts und damit auf die unterschiedliche Quellung und Wärmedehnung des eingesetzten Materials.

  2. Schäden durch klimatische Beanspruchung
    In Feuchträumen und bei Außentüren treten Beanspruchungen auf, welchen die üblicherweise verwendete Verleimqualität nicht standhält. Die Schäden sind dabei:
    Lösen der Decklage von der Deckplatte bzw. der Deckplatte von der Rahmenkonstruktion. Außerdem wird häufig beobachtet, dass bei erhöhter Beanspruchung die Decklage in sich reißt.

  3. Schäden durch mechanische Beanspruchung
    Schäden durch mechanische Beanspruchung sind weniger aus dem Wohnungsbau als vielmehr bei Türen in öffentlichen Gebäuden, Schulen, Krankenhäusern und Gaststätten bekannt. Verursacht werden diese Schäden durch Stoßbelastung, wobei die Deckplatte, die Decklage und die Innenkonstruktion zerstört werden.


Zielsetzung

 

Projektinformationen


Projektleiter:
-

Projektmitarbeiter:
Prof. E. Seifert
Ing. H. Reuter
Ing. R. Müller

Projektlaufzeit:
September 1972

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