Forschungsprojekt - Überprüfung und Erweiterung der Tabelle 40, Beiblatt 1 zu DIN 4109 Schallschutz im Hochbau

 


Ausgangssituation

Für den Eignungsnachweis der Schalldämmung von Fenstern gibt es zwei Möglichkeiten: Nachweis durch Prüfung (Eignungsprüfung I im Labor nach DIN 52210) oder Zuordnung der Konstruktion nach Tabelle 40 in DIN 4109 „Schallschutz im Hochbau", Beiblatt 1.

Diese Tabelle ist Gegenstand der Untersuchung. Die zur Zeit gültige Version basiert auf einer Erhebung des Jahres 1981 [5] und enthält auf Basis der Analyse von 931 Prüfberichten Angaben zur Konstruktion von Schallschutzfenstern (Einfach,- Verbund und Kastenfenster) für die Zuordnung nach Schallschutzklassen in 5-dB-Schritten für VDI 2719 „Schalldämmung von Fenstern und deren Zusatzeinrichtungen".

Seit dieser Erhebung haben sich einerseits die Konstruktionen, speziell die verwendeten Glassysteme und die Bewertungsmethode zur Berechnung der Einzahlangabe (Berücksichtigung der Grenzfrequenzen 100 Hz und 3150 Hz, Auswertung von Spektrum- Anpassungswerten C und Ctr) geändert. Andererseits gibt es seit der Ausgabe 1989 der DIN 4109 keine Schallschutzklassen mehr, sondern feste Rechenwerte Rw, R.

Das in DIN 4109 geforderte erforderliche bewertete Schalldämmaß R'w,res stellt das Zusammenwirken von Außenwand und Fenster mit den zugehörigen anteiligen Flächen dar und wird über das Verhältnis von Grundriß zu Außenwandfläche sowie das Flächenverhältnis von Wand und Fenster korrigiert. Ausgangspunkt für die Ermittlung des erforderlichen bewerteten Schalldämmaßes R'w,res ist der maßgebliche Außenlärmpegel, der wie folgt vorgegeben bzw. ermittelt werden kann:
  • Vorgabe bei der Baugenehmigung
  • Nachweis durch Ermittlung aus der Lärmkarte
  • Nachweis durch Berechnung nach DIN 18005
  • Nachweis bei Kenntnis der Verkehrsbelastung durch Ermittlung mittels Nomogramm aus DIN 4109
  • Nachweis durch Messung und Bestimmung des Beurteilungspegels.

Die Lärmpegelbereiche sind zwar in 5-dB-Schritten abgestuft, ebenso wie die Anforderungen an die Außenbauteile je nach Nutzung der Räume (z. B. Bettenräume in Krankenhäusern, Aufenthaltsräume in Wohnungen und Büroräume); das erforderliche bewertete Schalldämmaß R'w,res ist jedoch als Zahlenwert zu ermitteln, wobei sich in Abhängigkeit der einzelnen Parameter theoretisch für jeden Raum eines Gebäudes ein spezifischer R'w,res-Wert ergeben kann. In der Praxis wird man entweder den ungünstigsten Raum wählen oder Anforderungen für bestimmte Raumgruppen festlegen.

Weiterhin soll der neuen europäischen Normung [3] Rechnung getragen werden, indem die Erweiterung des Frequenzbereiches und die Einführung von Spektrum-Anpassungswerten C und Ctr berücksichtigt werden.

Von Bedeutung ist außerdem, daß durch die 1995 eingeführte Bauregelliste die Tabelle 40 Bestandteil des Nachweisverfahrens „ÜH" geworden ist. Der Hersteller kann mit Hilfe dieser Tabelle ohne vorherige Prüfung eine Konstruktion mit einem bestimmten Schalldämmmaß auswählen. Um dieses Verfahren anwenden zu können, ist es erforderlich, auf ein umfangreiches Angebot an abgesicherten Konstruktionen zurückgreifen zu können. Dies ist mit der bisherigen Tabelle 40 aus Beiblatt 1 zu DIN 4109 nur eingeschränkt möglich.

Die oben genannten Punkte machen eine Überprüfung und Überarbeitung dieser Tabelle 40 erforderlich. Dabei sind die aktuellen Konstruktionen und die heute gültigen Regelwerke zu berücksichtigen. Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang darauf, daß zwischenzeitlich auch ein Arbeitsausschuß für die gesamte Überarbeitung des Beiblattes 1 zu DIN 4109 eingesetzt wurde. Es wird ein neuer Bauteilkatalog benötigt, der dem aktuellen technischen Entwicklungsstand und den zwischenzeitlich fertig gestellten europäischen Normen gerecht wird.

Grundlage der Arbeit ist eine Erhebung bei Fensterbaufirmen in Deutschland und im europäischen Ausland, die dem ift bekannt sind (Mitglieder und Kunden) und die Prüfzeugnisse zur Datenerfassung zur Verfügung gestellt haben.

Zur Festigung bzw. Ergänzung der Aussage aus der neuerlichen statistischen Erhebung wurden Messungen an Fenstern mit unterschiedlichen Verglasungen, Formaten und Zusatzeinrichtungen wie Sprossen und Unterlichten durchgeführt.

Zielsetzung

 

Projektinformationen


Projektleiter:
 

Projektmitarbeiter:
Dipl.-Ing. (FH) Hans Froelich
Dipl.-Ing. (FH) Bernd Saß
Dr. rer. nat. Rolf Schumacher

Projektlaufzeit:
Juni 1999

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