Forschungsprojekt - Überkopfverglasungen

Konstruktionsgrundlagen zur Ausbildung von Überkopfverglasungen mit geringer Neigung


Ausgangssituation

Geneigte Verglasungen finden bei vielen Wintergärten und anderen Bauwerken Verwendung. Die Konstruktionsdetails dieser Verglasungen müssen hinsichtlich der Wasserdichtheit erhöhten Anforderungen entsprechen. Sowohl die Detailplanung als auch die Ausführung muss für konkrete Anwendungsfälle geeignet sein. Es ist festzustellen, dass die Ausführung und die Anschlüsse von Überkopfverglasungen ein häufiger Reklamationsfall sind. Dazu tragen unzulängliche Gebäudeplanungen mit beispielsweise falsch gewählten Dachneigungen bei. Die Konstruktionen entsprechen häufig nicht den Konstruktionsgrundlagen bzw. Empfehlungen der Systemgeber.

Zielsetzung

Die Wechselwirkungen von Details wie

  • Fußpunkt- und Kopfpunktgestaltung,
  • Ausbildung der tragenden Profile,
  • Konstruktionsdetails (Dichtungen, Stöße, Falzbereich ...),
  • Öffnungen und Maßnahmen für Dampfdruckausgleich und Entwässerung und
  • Einfluss Schrägstellung/Neigung

sollen an bestehenden Konstruktionen mit geringer Neigung von < 15 ° und durch Prüfungen analysiert und bewertet werden. Einfache und sicher zu handhabende Grundsätze und Ausführungsempfehlungen sind abzuleiten, die Ausbildung der Anschlüsse ist besser an die tatsächlichen Anforderungen anzupassen. Dadurch wird die Konzeption und Ausbildung von geneigten Verglasungen erheblich erleichtert und in ihrer Funktion sicher.

Vorgehensweise

Mit der Auswertung von Unterlagen und der Befragung von Experten sollen

  • die Beschreibung des Standes der Technik zu schwach geneigten Glasdächern (siehe Abbildung)
  • eine Zusammenstellung von Konstruktionsdetails in Abhängigkeit von der Dachneigung sowie eine
  • Ableitung von Konstruktionsempfehlungen für schwach geneigte Glas­dächer

ermöglicht werden. Diese werden in Form einer ift-Fachveröffentlichung dargestellt.

Ergebnisse

Die Auswertung der vorliegenden Informationen hat zu schwach geneigten Verglasungen ergeben, dass

  • im Schnitt ca. 10 – 5° Mindestneigung als sinnvoll erachtet wird (Band­breite der Angaben zur Mindestneigung 10 – 2°),
  • zwei Dichtungsebenen und zusätzliche Maßnahmen am Kreuzungspunkt außen stets vorgesehen sind sowie
  • der Druckausgleich und die Entwässerung als elementar für die Funktion angesehen werden.

Eine verbindliche Mindestneigung wird praktisch von keiner Quelle festgelegt – im Gegensatz z. B. zur Flachdachrichtlinie. In den technischen Unterlagen von Herstellern sind spezielle Ausführungen zu den Details vielfach nicht enthalten. Dies wird nach vorliegendem Kenntnisstand auch darauf zurückgeführt, dass genauere Untersuchungen zu den Zusammenhängen in Bezug auf die Wasserabführung und Entwässerung noch nicht durchgeführt wurden. Vorhandene Vorgaben stammen aus Erfahrungen der Firmen und Experten aus Praxis und Prüfung. Dabei bestehen zu manchen Detailausbildungen allerdings durchaus entgegengesetzte Meinungen. Um die Konstruktionsempfehlungen in Abhängigkeit von der Neigung zusammenzustellen, fehlen damit die Grundlagen.

Projektinformationen


Projektleiter:
Dipl.-Ing. (FH) Ralf Grünheid

Projektmitarbeiter:
Dipl.-Ing. (FH) Ingo Leuschner

Projektlaufzeit:
2005 bis 2006