Forschungsprojekt - Ringversuch Mehrscheiben-Isolierglas

Durchführung und Auswertung eines Ringversuches zur Ermittlung der Luftschalldämmung von Mehrscheiben-Isolierglas


Ausgangssituation

Im Rahmen der Arbeit in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe des CEN TC 129 (Glas) und CEN TC 126 (Akustik) mit dem Titel „CEN/TCs 126-169/Joint WG" wurde im Jahr 2005 die Durchführung eines Ringversuches zur Schalldämmung von Mehrscheiben-Isolierglas beschlossen, der mittlerweile abgeschlossen ist.

Ziel des Ringversuches war die Verbesserung der Vergleichbarkeit von Schallmessungen an Mehrscheiben-Isolierglas in Laboratorien sowie die effizientere und damit kostengünstigere Gestaltung von Schallprüfungen, hier insbesondere mit Focks auf die Einbaumethode mit Perennator. Um den zeitlichen Ablauf der Prüfungen zu straffen wurde für diesen Ringversuch für jede Prüfstelle ein Satz Scheiben hergestellt, damit zeitnah und unabhängig voneinander geprüft werden kann.

An diesem vorangehenden Ringversuch haben 23 Institute aus ganz Europa teilgenommen: Großbritannien, Spanien (2), Italien (2), Frankreich (3), Belgien, Dänemark, Deutschland (6), Polen, Niederlande (2), Norwegen, Schweden, Ungarn und Litauen.

Zielsetzung

Über die Teilnahme an diesem Ringversuch wurde im Kreis der deutschen Schallprüfstellen für die Erteilung allgemeiner bauaufsichtlicher Prüfzeugnisse diskutiert. Dabei wurden Bedenken dahingehend geäußert, dass die Versuche an nicht identischen Scheiben durchgeführt werden; daher wurde ein aufbauender Ringversuch mit nur einem Satz Scheiben beschlossen. An diesem zweiten Ringversuch haben sieben deutsche Institute teilgenommen.

Vorgehensweise

Die Untersuchung wurde an zwei Typen luftgefüllten Mehrscheiben-Isolierglases durchgeführt:
  • 6/16/6 [mm]
  • 44.2/16/10 [mm]
Es wurden zwei Einbaumethoden untersucht: zum einen die bekannte Methode nach EN ISO 140-3 mit Perennator-Kitt, zum anderen mit einer abgewandelten Einbaumethode mit einem speziellen Dichtband, Typ Norseal 2520 15/12.

Ziel der Untersuchungen waren Aussagen zum Einbau des Glases, Diffusität des Schallfeldes, Wiederholbarkeit und Vergleichbarkeit der Prüfungen.

Ergebnisse

Zusammengefasst lassen sich folgende Erkenntnisse aus den Ringversuchen ableiten:

Durch den Einbau mit dem Dichtband ergeben sich signifikant andere Frequenzverläufe und Einzahlangaben im Vergleich zu der Einbauweise mit Perennator. Die Standardabweichung s bei den Einzahlangaben unterscheidet sich beim Glasaufbau 6/16/6 nicht bedeutend zwischen dem europäischen und dem deutschen Ringversuch. In diesem Fall ist eine erhöhte Streuung durch die Verwendung nicht identischer Prüfkörper also nicht feststellbar.

Die Standardabweichung bei den Einzahlangaben unterscheidet sich beim Glasaufbau 44.2/16/10 signifikant zwischen dem europäischen und dem deutschen Ringversuch. Die erhöhte Streuung beim CEN-Ringversuch kann durch die Verwendung nicht identischer Prüfkörper erklärt werden. Dies ist ein Hinweis auf Produktstreuungen bei Verbundglas.

Weitere Ergebnisse aus beiden Versuchen können wie folgt zusammengefasst werden:

Die Vergleichbarkeit der Prüfergebnisse zwischen den Instituten liegt auf einem relativ hohen Niveau im Vergleich zu Bauarten wie z. B. Innentrennwänden.

Die Einbauweise mit dem Dichtband hat nicht zu dem gewünschten Ergebnis geführt, dass die Ergebnisse vergleichbarer sind. Da sich zudem die Einzahlangaben signifikant ändern, wird an dieser Stelle davon abgesehen, die Einbauweise zu modifizieren.

Auf Basis des europäischen Versuches können Referenzobjekte mit den zugehörigen Referenzkurven und Toleranzen zum Einmessen und zur Kontrolle von Prüfständen entwickelt werden.

Projektinformationen


Projektleiter:
Dipl.-Ing. (FH) Bernd Saß

Projektmitarbeiter:

Projektlaufzeit:
07/2006 bis 11/2007