Forschungsprojekt - Langzeitverhalten Epsilon

Untersuchung des Langzeitverhaltens der Degradation des Emissionsvermögens von Baustoffen mit vermindertem Emissionsvermögen aufgrund von künstlicher und „natürlicher" Alterung


Ausgangssituation

Im Rahmen des Vorgängervorhabens „Alterung Epsilon" wurde in Zusammenarbeit mit dem FIW München der Einfluss einiger Effekte auf die Dauerhaftigkeit des verminderten Emissionsgrades von Baustoffen ermittelt. Dabei wurden im Labor Alterungen durch UV-Belastung, Wechselklima und CUAP („Verfahrensanweisung" für die Bewertung des Bauelements) durchgeführt sowie Probekörper in einen Freibewitterungsstand eingebaut. Die Messergebnisse zeigten, dass nur extreme Belastungen zu einer Änderung des Emissionsgrades führen. Aufgrund der begrenzten Mittel konnten allerdings nur wenige Produkte beispielhaft untersucht werden. Daher ist es das Ziel, im aktuellen Verfahren im Speziellen den Einfluss von unterschiedlichen künstlichen Alterungsverfahren über einen längeren Zeitraum zu untersuchen, um abhängig von der Einbausituation ein möglichst realitätsnahes Alterungsverfahren beschreiben zu können. Hierzu werden die im Rahmen des abgeschlossenen Vorhabens durchgeführten Alterungen verlängert und erweitert. Die im Vorgängervorhaben der „Freibewitterung" ausgesetzten Proben werden über die Laufzeit des Folgeprojektes in regelmäßigen Abstanden vermessen.

Zielsetzung

Ziel des Forschungsvorhabens war es, Art, Größe und Effekt möglicher Einflussparameter auf den Emissionsgrad zu klären: als durchschnittliche Werte für praxisrelevante Verhältnisse über die Gebrauchsdauer im Bauteil und als Grenzwerte für den maximalen möglichen Einfluss. Die Erkenntnisse können als Grundlage für die bauaufsichtliche Regelung (z. B. in Form eines Bemessungswertes des Emissionsgrades über die Bauteilnutzungsdauer) dienen.

Die durchgeführten Untersuchungen wurden hinsichtlich der Veränderungen des Emissionsgrades in Abhängigkeit der Belastung analysiert und verdichtet. Hierdurch sollen mögliche maximale Grenzen der Veränderung ermittelt werden sowie für übliche Anwendungen zu erwartende Veränderungen des Emissionsgrades abgeschätzt werden. Die Auswirkung der Veränderungen des Emissionsgrades auf das wärmetechnische Verhalten kompletter Bauteile wie z. B. Rollladenkästen, Foliendämmpakete etc. werden anschließend durch entsprechende (numerische) Berechnungen z. B. nach EN ISO 10077-2 sowie Berechnun­gen nach EN ISO 6946 quantifiziert.

Ergebnisse

Nachfolgend sind Ergebnisse und Untersuchungen des ift Rosenheim dargestellt. Weitere sind dem Abschlussbericht zu entnehmen.

Durch die Charakterisierung der Probekörper und Untersuchung der Oberflächenfolien bzw. Schutzschichten (zum Schutz der IR-aktiven Schicht) konnten die Probekörper in Gruppen bezogen auf das eingesetzte Material und die gemessenen Emissionsgrade eingeteilt werden (siehe Abb. 1).

Die Freibewitterung der Probekörper aus dem Vorgängervorhaben wurde ebenfalls fortgeführt. Nur 6 von 21 Probekörpern aus dem Vor­gängervorhaben, versehen mit drei unterschiedlichen Schutzschichten, zeigten Veränderungen im Emissionsgrad ab ca. 7 Monaten. Bei den restlichen Probekörpern aus dem Vorgängervorhaben konnte keine Veränderung im Emissionsgrad beobachtet werden.

Die im Rahmen des aktuellen Projekts ausgewählten Probekörper wurden in der „geschützten" Freibewitterung über ca. acht Monate und durch Einbau in einem realen Dach ca. 12 Monate lang belastet (Abb. 2). Bei diesen beiden Alterungen, die von den durchgeführten Alterungen der Realität am ehesten entsprechen, konnten trotz Staubablagerungen keine signifikanten Änderungen im Emissionsgrad festgestellt werden. Ebenso wurde bei allen Probekörpern im Wechselklima keine außergewöhnliche Änderung des Emissionsgrades beobachtet.

Projektinformationen


Projektleiter:
Dipl.-Phys. Christine Lux

Projektmitarbeiter:

Projektlaufzeit:
03/2009 bis 12/2010

Förderstellen

Forschungspartner