Forschungsprojekt - Holzfenster der Zukunft (HdZ)

Innovation für Industrie und Handwerk durch integrierten Umweltschutz im Bereich der Holzfensterproduktion


Ausgangssituation

Die Holzfensterbranche befindet sich seit mehreren Jahren in einer kritischen wirtschaftlichen Situation, daher sind neue Impulse dringend erforderlich. Ziel der Vorphase zum Forschungsprojekt „Holzfenster der Zukunft" (HdZ) war es,
  • Innovationspotentiale zu identifizieren,
  • die Implementierbarkeit und wirtschaftliche Umsetzung innovativer Ideen zu analysieren und
  • den resultierenden Forschungsbedarf zu ermitteln.
Dieser Forschungs- und Handlungsbedarf ist aus dem Istzustand relevanter Bereiche der Holzfensterbranche abgeleitet worden. Zu diesem Zweck wurden Analysen in den Bereichen
  • Markt,
  • Fabrik,
  • Werkzeug- und Maschineneinsatz,
  • Oberfläche und
  • Prozesse
durchgeführt. Zusätzlich wurden in der Wissens- und Schadensanalyse die wichtigsten Anforderungen respektive die häufigsten Schadensfälle am Holzfenster analysiert.

In einem weiteren Schritt wurden Innovationspotentiale im Umfeld der Fensterbranche und aus anderen Industrien erfasst und ihre Implementierbarkeit in die Praxis unter wirtschaftlichen, technischen, Risiko- und Marketing- Kriterien bewertet. Die Verknüpfung der Einzelergebnisse zu ganzheitlichen Forschungsaufgaben wurde anhand von Bewertungsmatrizen, bezogen auf verschiedene Marktszenarien, durchgeführt und die Erfolgspotentiale der zukünftigen Forschungsvorhaben im Zusammenhang beurteilt. Daraus hat sich der ‚Bewertete Forschungsbedarf', der in kurz-, mittel- und langfristige Aufgaben eingeteilt wurde, ergeben. Das Interesse der Branche, d.h. der Fensterproduzenten, Zulieferer, Verbände, Forschungsinstitute, an den ermittelten Forschungsthemen der Zukunft sowie die Bewertung der Relevanz für die Praxis, wurde in gemeinsamen Brainstorming-Sitzungen ermittelt.

Durch die Vorphase ist eine Entscheidungsplattform für die Förderstellen und die Wirtschaft zum zukünftigen Einsatz von Forschungsgeldern im Bereich der Holzfensterwirtschaft entstanden. Hiermit können Entscheidungen auf Basis von fundierten Daten getroffen werden.

Bei der Auswertung wurde offensichtlich, dass mit Detailverbesserungen bestehender Konstruktionen und Einzellösungen nur kurzfristige und geringfügige Korrekturen bzgl. der Situation im Holzfensterbau herbeigeführt werden können.

Nachfolgende Punkte stellen die Kernaussagen des durchgeführten Analyseprojektes dar:
  • Das Holzfenster ist generell für die Kunden attraktiv. Die Probleme, d.h. ein schlechtes Image bzgl. Langlebigkeit, Pflege- und Wartungsbedarf derzeitiger Produkte verhindert jedoch einen größeren Markterfolg.
  • Die derzeitige Standardisierung der Konstruktion und der häufige Direktvergleich mit Kunststofffenstern behindern teilweise Innovationen. Es sind zu selten kommunizierbare Alleinstellungsmerkmale vorhanden. Aus Informationsmangel wird vorrangig vom Kunden über den Preis entschieden. Dazu kommt das fehlende gebündelte Endverbrauchermarketing bzgl. der Erwartungen und die Rückkopplung für das nötige Angebot.
  • Technologisch sind die heutigen Fertigungsanlagen relativ ausgereizt, Optimierungspotentiale sind trotzdem spürbar vorhanden, vor allem bei der Logistik und den Arbeitsabläufen bzw. Prozessen.
  • Unterbrechungen des Fertigungsablaufs durch Puffer oder Sortierarbeiten sollten verringert werden. Eine Flexibilisierung der Fertigungsprozesse senkt Kosten, bei gleichzeitiger größerer Produktvielfalt. Mit der Prozesssimulation ergeben sich klare Vorteile bei der Planung.
  • Durch neue Applikationsverfahren und Oberflächentechnologien können sowohl Dauerhaftigkeit als auch Kosten für die Oberflächenbeschichtung erheblich verbessert werden. Dies kann nur im Gesamtzusammenhang des Fertigungsprozesses kostengünstig und technisch akzeptabel gelöst werden.
  • Die Simulation stellt auch in der Fensterproduktion ein geeignetes Mittel zur Optimierung von Produkten und Fertigungsprozessen dar. Anhand von Simulationen können neue Fertigungskonzepte bereits in der Planung optimiert werden und bestehende Anlagen effizienter gestaltet werden.
  • Die Montage und der Austausch von Fenstern ist dringend zu standardisieren und zu vereinfachen und muss doch individuell geplant werden.
  • Optimierungen sollten immer unter ganzheitlichen Gesichtspunkten umgesetzt werden, um die geforderte Basisqualität bei wirtschaftlich vertretbaren Preisen sicherzustellen.
Die genannten Punkte sind Voraussetzung für die erfolgreiche Bedienung bestehender Märkte. In Verbindung mit der Erschließung von neuem Kundennutzen kann ein reales Marktwachstum generiert werden. Technisch attraktive Ansätze dafür gibt es ebenso wie sogenannte „soft facts" der Nutzer, die endlich ermittelt, erkannt, bedient und angesprochen werden könnten.

Zielsetzung

Der Grundstein für das Hauptprojekt „Holzfenster der Zukunft" ist gelegt. Jetzt kann und muss dringend gehandelt werden. Die gesamte Branche hat hohe Erwartungen, dass dieser Weg fortgesetzt werden kann.

Projektinformationen


Projektleiter:
-

Projektmitarbeiter:

Projektlaufzeit:
Dezember 2002

Förderstellen

Forschungspartner