Forschungsprojekt - Grundlagenuntersuchungen zum Stoßstellendämm-Maß im Holzbau

 


Ausgangssituation

Nachdem der Hauptausschuss NABau zu DIN 4109 eine Anpassung der deutschen Schallschutz-Norm an die europäischen Standards im Sinne der Bauproduktenrichtlinie beschlossen hat und das Rechenverfahren nach DIN EN 12354 auch für den rechnerischen Nachweis nach der deutschen Norm als verbindlich erklärt hat, wird dieses Rechenmodell Eingang finden in das Beiblatt 1 zur DIN 4109.

Die resultierende Schalldämmung zwischen zwei Räumen kann nach dieser zukünftigen europäischen Norm DIN EN 12354-1 so berechnet werden, dass die Flankenschalldämmung von Außenwand, Decke, Innenwand und Boden mit der Transmissionsschalldämmung der Trennwand und den zugehörigen Stoßstellendämm-Maßen kombiniert wird. Das Vorgehen für vertikal übereinanderliegende Räume erfolgt analog mit der Flankenschalldämmung der Innen- und Außenwand und der Luftschalldämmung der Trenndecke.

Für die Anwendung dieses Rechenverfahrens u.a. im mehrgeschossigen Holzbau, der ökonomisch wie ökologisch immer mehr an Bedeutung gewinnt, fehlen jedoch weitgehend die Ausgangsdaten. Diese werden in einem Forschungsvorhaben untersucht, das über die Deutsche Gesellschaft für Holzforschung DGfH von der Arbeitsgemeinschaft industrielle Forschung AiF gefördert wird; die Grundlagen zur Messproblematik sind jedoch weitgehend unerforscht.

Die Stoßstellen von Außenwänden mit Innenwänden in Holzbauweise oder mit Holzbalkendecken sind Gegenstand dieses Forschungsvorhabens. Insbesondere die Bestimmung des Stoßstellendämm-Maßes Kij sowie die Einbringung ins europäische Rechenverfahren sind das Hauptthema der Untersuchung. Folgende Problembereiche sollen untersucht werden:

  1. Definition und Eingrenzung der Stoßstellen bei Holzhäusern, Rückführung auf wesentliche und bautypische Varianten von Stoßstellen
  2. Anwendbarkeit und Gültigkeit der Körperschallmesstechnik auf Holzbauteile, Vergleich mit Luftschallmethoden
  3. Definition der Messgrößen und ihre Anwendbarkeit, z. B. Schnellepegel; Messung und Mittelung im Holzbau und bei Holzelementen; Körperschallnachhallzeit und Verlustfaktor; Unterscheidung Labor / in-situ, gegebenenfalls Ermittlung von Korrekturen zu Körperschallnachhallzeiten und deren Übertragbarkeit; Abhängigkeit des Abstrahlgrades (falls erforderlich) von der Art der Stoßstelle und der praktischen Ausführung; Absorptionslänge und Teiltransmissionsgrad bei elementierten Holzbauteilen
  4. Einfluss der Art des Anschlusses bzw. der Stoßstelle, ob starr, weich oder mit elastischen Zwischenschichten auf die Größe des Kij
  5. Versuch, das detaillierte Rechenverfahren (frequenzabhängig) auf das vereinfachte Verfahren zu verkürzen
  6. Vergleich von Messung und Rechnung des Flankenschalldämm-Maßes für Körperschall- und Luftschallanregung mit Unterscheidung des Einflusses der Stoßstelle im Sinne der CEN-Papiere TC 126/WG6, Teil 1+2

Diese normenbegleitenden Arbeiten sind Voraussetzung und Ausgangspunkt für weitere Arbeiten für Bauteile und Bauweisen im Holzbau, die nach der bisherigen Norm nicht behandelt wurden und für die keine Eingangsdaten für das Rechenverfahren der neuen Norm DIN EN 12354 Teil 1 bestehen. Die Normentwürfe der WG 1 und WG 6 aus CEN/TC 126 unterscheiden Stoßstellen von leichten Elementen, bei denen die Stoßstelle keinen erheblichen Einfluss hat wie Fassaden, Doppelböden oder Unterdecken, und solche Stoßstellen von leichten Elementen, bei denen der Einfluss der Stoßstelle erheblich ist. Der jeweilige Nachweis muss jedoch erst noch für die Anschlüsse zwischen trennendem und flankierendem Bauteil geführt werden, um so die Richtigkeit der Vernachlässigung bestimmter Größen im CEN-Rechenverfahren zu verifizieren.

Zielsetzung

 

Projektinformationen


Projektleiter:
 

Projektmitarbeiter:
Dr. Rolf Schumacher
Bernd Saß
Markus Pütz

Projektlaufzeit:
Mai 2001

Forschungspartner