Forschungsprojekt - Großelement-Dämmtechnik GEDT

Sanierung von drei kleinen Wohngebäuden in Hofheim


Ausgangssituation

Die Hofheimer Wohnungsbau GmbH führte in den Jahren 2005/2006 umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen an drei kleinen, fast baugleichen Mehrfamilienhäusern in der Wilhelmstraße in Hofheim am Taunus durch. Dieses Vorhaben wurde durch ein umfangreiches Forschungsprojekt begleitet, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie über den Projektträger Jülich (PTJ) und vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung gefördert und vom Institut Wohnen und Umwelt, Darmstadt, koordiniert wurde. Weitere Partner waren neben dem Bauherrn die Planungsgruppe Drei, Nieder-Ramstadt, das Ingenieurbüro Gathmann Reyer und Teilhaber, Bochum, die VariotecSandwich-elemente GmbH, Neumarkt, das ift Rosenheim und das Ingenieurbüro Energie & Haus, Darmstadt.

Durch den Einsatz von Vakuumdämmelementen verbunden mit der Großelement-Dämmtechnik (kurz: GEDT), sollten die angestrebten energetischen Kennwerte bei möglichst kleiner Dämmstoffdicke erreicht werden. Gleichzeitig war es das Ziel, durch Vorfertigung kurze Montagezeiten mit wenigen Nacharbeiten auf der Baustelle zu realisieren.

Zielsetzung

Bei der energetischen Gebäudesanierung spielen auch die Fenster eine wesentliche Rolle. Für die Sanierungsmethode mit großflächigen Dämm­paneelen sind daher eine Reihe von Überlegungen angestellt worden, wie die Integration der Fenster in das Verfahren sinnvoll vorgenommen werden kann.

Vorgehensweise

Es wurden die Möglichkeiten der Fensterintegration in das Sanierungskonzept mit GEDT erarbeitet. Die Wechselwirkungen zwischen Fenster, Gebäudebestand und GEDT wurden beschrieben und die wesentlichen Konstruktionsprinzipien bewertet. Für die Umsetzung in Hofheim wurden konkrete Details
  • zur raumseitigen Abdichtung,
  • zur Befestigung und Lastabtragung,
  • zur Wasserführung und
  • zur Abdeckung der Fugenbereiche
erarbeitet. Es wurde die Ausführungsqualität bei der Umsetzung untersucht und Schallmessungen wurden nach Abschluss der Arbeiten vorgenommen.

Ergebnisse

Bei der Abwicklung am Bau bietet Variante A (Abbildung) mit bereits in das Dämmelement eingesetztem Fenster die größten Vorteile. Dabei kommen Fenster aller Rahmenmaterialien in Frage. Durch die Stärken und Schwächen der verschiedenen Fenstersysteme ist ein flexibler Einsatz je nach Sanierungsaufgabe sinnvoll. Dies bedeutet, dass die Anbindung Fenster – GEDT auf die verschiedenen Fenstersysteme abzustimmen ist. Dabei werden maßliche und gestalterische Potenziale zwangsläufig nicht genutzt. Hierfür bieten speziell auf das Dämmpaneel abgestimmte Rahmensysteme gewisse Vorteile, allerdings mit Einschränkungen bei der Flexibilität. Eine Fortentwicklung der GEDT zu geringeren Dämmpaneeldicken ist aus Sicht der Fenstertechnik nicht erforderlich. Die Rahmen aus hochwärmedämmenden Profilen fallen üblicherweise dicker als der eigentliche Paneelaufbau aus. Selbst wenn unterstellt wird, dass die Energieeffizienz im Fensterrahmenbereich einen erheblichen Entwicklungssprung macht, würden sich die Fensterrahmendicken nur unwesentlich reduzieren lassen. Sollen durch weitere Entwicklungen die Gesamtstärken von Paneelaufbauten verringert werden, bietet sich eine Aufteilung der Fenstertechnik in zwei separate Konstruktionen an (Variante E). Weitere Optimierungsansätze für die Zukunft:
  • Konzepte für besondere Einsatzsituationen bzgl. Fensteranordnungen und Außentüren und
  • Konzepte zur Integration von Zusatzbauteilen wie Sonnenschutz, Lüfter, Insektenschutz usw.


Projektinformationen


Projektleiter:
Dipl.-Ing. (FH) Ingo Leuschner

Projektmitarbeiter:
Dr. Joachim Hessinger

Projektlaufzeit:
10/2004 bis 04/2007

Förderstellen