Gebäudeintegrierte Photovoltaik - Anforderungen

Datum: 27.03.2012 | Download: Fachartikel (PDF) | Autor(en): Dipl.-Ing. (FH) Jürgen Benitz-Wildenburg | Kontakt: Dipl.-Ing. (FH) Jürgen Benitz-Wildenburg

Anforderungen an gebäudeintegrierte Photovoltaik (BIPV)

Bei der Energiewende spielt die energetische Verbesserung des Gebäudebereichs eine herausragende Rolle. Neben den passiven Solargewinnen eignen sich opake Fassaden für die aktive Solargewinnung mittels Photovoltaik. Sowohl aus Gründen der Energieerzeugung als auch aus Imagemotiven, wird die BIPV kontinuierlich an Bedeutung gewinnen. Gebäudeintegrierte Photovoltaik bzw. Building Integrated Photovoltaic (BIPV) sind Bauteile, die neben der Stromerzeugung auch weitere Funktionen übernehmen, beispielsweise Sonnen-, Schall- oder Wärmeschutz. Bei der Anwendung der BIPV sollte darauf geachtet werden, dass die zu erwartende Einstrahlung nicht durch Verschattungen von umliegenden Gebäuden, der Topographie oder Bäume reduziert wird. Außerdem müssen beim Gebäude relevante Faktoren wie die Neigung/Orientierung der Module, mögliche Verschattung durch auskragende Elemente, das Verschalten der Module, die Kabelführung, zu erwartende Temperaturen, Hinterlüftung usw. beachtet werden.

Mit Einzug der Photovoltaik in die Gebäudehülle treffen Elektrotechnik und Bauwesen aufeinander, so dass auch Anforderungen aus dem Baurecht erfüllt müssen. Es gelten die Bauproduktenrichtlinie (bzw. ab 2013 die Bauproduktenverordnung) mit den harmonisierten Normen (EN 14449, EN 13830 etc.) und die Niederspannungsrichtlinie (EN 61730-1, EN 61730 etc.). PV-Module sind meisten ein Verbundglas, bei dem die Solarzellen bzw. die Beschichtung in das Glas eingebunden ist. BIPVs sind baurechtlich keine geregelten Bauprodukte, die deshalb nur auf Basis einer Zustimmung im Einzelfall oder einer allgemein bauaufsichtlichen Zulassung verwendbar sind. Es müssen die Standsicherheit, Resttragfähigkeit, Dauerhaftigkeit, Materialverträglichkeit sowie bauphysikalische Aspekte wie Lichttransmission, Wärme-, Feuchte-, Feuer- und Sonnenschutz nachgewiesen werden. Baurechtlich fallen BIPV in den Bereich der Technischen Regeln für die Verwendung von linienförmig gelagerten Verglasungen (TRLV), den Technischen Regeln für die Bemessung und Ausführung punktförmig gelagerter Verglasungen (TRPV), den Technischen Regeln für absturzsichernde Verglasungen (TRAV) und bei geklebten Systemen der ETAG 002-1 bzw. beim Fassadeneinbau die ETAG 002-2. ...

 

Der vollständige Inhalt mit Text und Bildern steht als PDF-Datei per Download zur Verfügung.

Rechtlicher Hinweis zur Nutzung: Die Inhalte sind unter Nennung der Quelle "Informationen des ift Rosenheim" frei verfügbar und können für die Kommunikation in Medien und Unternehmen etc. lizenzfrei genutzt werden. Wir bitten um Zusendung eines Belegexemplars als Druckschrift oder als PDF per E-Mail an den redaktionellen Ansprechpartner.