Feuerschutzbeschläge im Umbruch

Date: 05.06.2019 | Download: Technical article (PDF) | Author(s): Christian Kehrer | Contact: Gabriele Tengler

Normenwelt verkehrt?

Türschlösser, Türbänder oder Türgriffe sind wesentliche Bestandteile eines Feuer- oder Rauchschutzabschlusses. Sie tragen in einem hohen Maße zur Gebrauchstauglichkeit dieser Produkte bei. Die Normierungsarbeiten im Bereich von Baubeschlägen zur Verwendung an Feuer- oder Rauchschutztüren sind somit ein wichtiges, aber auch ein sehr weites Feld. Die Entwicklung der Normung auf europäischer Ebene ist geprägt von einer Vielzahl von Normierungsprojekten in unterschiedlichsten Gremien und Ausschüssen bei einem gleichzeitigen „Harmonisierungsstau“ bei der Finalisierung. Die letzte Harmonisierung einer Beschlagnorm liegt bereits mehr als zehn Jahre zurück. Dies führt zu großen Problemen bei der Umsetzung der Normanforderung für den Beschlaghersteller. Das folgende Beispiel bei Schlössern zeigt die Problematik:

Die harmonisierte Fassung für mechanisch betätigte Schlösser und Schließbleche – EN 122091) – stammt aus 2003 und ist maßgebend für die CE-Kennzeichnung (Anwendung bei Feuer- und Rauchschutztüren). In den seit Kurzen veröffentlichten Normentwürfen prEN 1627ff. (künftige Anwendung bei einbruchhemmenden Türen) wird auf die Fassung von 20162) verwiesen. Der Schlosshersteller muss mit seinen Produkten, sofern diese in Multifunktionstüren eingesetzt werden, beide Normausgaben berücksichtigen. Hier entsteht ein hoher Aufwand.

Weiterhin ist zu beachten, dass trotz des EuGH-Urteils und auch nach dem Rückzug der Bauregelliste (BRL)3) am 1. April 2019 für einige Baubeschläge wie Türschlösser oder Türgriffe das Ü-Zeichen in Deutschland über die Muster Verwaltungsvorschrift technischer Baubestimmungen4) (MVV TB) benötigt wird. Somit gibt es hier eine „zweigeteilte“ – nämlich europäische und nationale – Anforderung, welche von den Herstellern beachtet werden muss.

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