Forschungsprojekt - Entscheidungskriterien für Fenster

Untersuchung über die Möglichkeiten der Zusammenstellung von Entscheidungskriterien zur Auswahl von Fenstern


Ausgangssituation

Jedem Bauplaner und jedem Bauherrn werden heute in allen Bereichen der Baukonzeption schwierige Entscheidungen bei der Wahl von Baustoffen und Bauteilen abverlangt. Die Vielfalt der Angebote und die oft nicht mehr zu bewältigende Variationsfreudigkeit in kleinen Details lassen manche Entscheidung auch für einen Fachmann zum Problem werden. Die Kriterien der Gebrauchstauglichkeit, des Aussehens und der Wirtschaftlichkeit müssen gegeneinander behutsam abgewogen werden. Hilfestellungen in Form von allgemein gültigen Aussagen lassen sich nur in sehr beschränktem Umfang geben, da die individuellen Möglichkeiten und Bedürfnisse in kein starres Schema einzugliedern sind.

Auch die Wirtschaftlichkeit ist stets nur unter den zur Zeit gültigen Bedingungen zu ermitteln. Bei Verschiebungen, wie sie z.B. bei den Energiekosten in den letzten 8 Jahren zu verzeichnen waren, ergeben sich oft völlig andere Aussagen.

Im Zuge der Auswahl von Baustoffen und Bauteilen sowohl für Neubauten als auch bei Altbaumodernisierungen spielt die Ermittlung des geeigneten Fensters eine besondere Rolle. Es sind hierbei viele Kriterien gegeneinander abzuwägen, wobei es nicht nur um technisch-funktionelle, sondern auch um gestalterische Aspekte geht. Die Problematik ist also wesentlich komplexer wie z.B. bei der Auswahl eines Wandbaustoffes.

Fundierte Entscheidungen lassen sich nur dann treffen, wenn alle Kriterien abgefragt wurden.

Man kann für Fenster 3 große Gruppen von Entscheidungskriterien bilden:

Gruppe A) Formale Kriterien und Anforderungen Gruppe B) Funktionelle Kriterien und Anforderungen Gruppe C) Wirtschaftliche Kriterien und Anforderungen

Im vorliegenden Forschungsbericht wurden nun zu diesen 3 Gruppen die einzelnen Kriterien aufgelistet und beschrieben. Außerdem wurde ihre Verknüpfungen dargestellt. Zu jedem Kriterium wurde außerdem eine Tabelle erarbeitet, die zur Entscheidungsfindung beitragen soll.

Bei Betrachtung dieser Gruppen und ihrer einzelnen Abschnitte zeigt sich, welch' starke Verflechtungen der Kriterien vorhanden sind. In den meisten Fällen ergeben sich keine eindeutigen Notwendigkeiten zur Wahl eines bestimmten Fensterrahmen-Werkstoffes. Es geht vielmehr darum, aus bestehenden Normen, Richtlinien und Empfehlungen klar definierte Anforderungen abzuleiten. Dies gilt heute in besonderem Maße für die Kriterien der Dichtheit, des Wärme- und Schallschutzes. Andere Punkte wie z.B. die Öffnungsart, die Lüftung, der Baukörperanschluß oder die Reinigung und Instandhaltung dürfen jedoch auf keinen Fall vergessen werden oder zu gering bewertet werden. Letztlich soll ja Ziel all dieser Überprüfungen sein, eine eindeutige Ausschreibung bzw. eine klare Gesamtanforderung zu formulieren.

Die Gesamtkosten der Fenster und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten von Wirtschaftlichkeitsberechnungen sind jeweils nur objektbezogen zu ermitteln. Der Planer und Bauherr steht jedoch vielfach vor der Frage, mit welchen Kostenrelationen, z.B. im Bereich des Wärmeschutzes, des Schallschutzes sowie auch der Instandhaltung zu rechnen ist.

Außerdem interessiert oft auch schon in der Vorplanungsphase, in welchen Kostenrelationen die Werkstoffe zueinander stehen.

Zur Erleichterung der Orientierung wurden deshalb hierfür Kostenfaktoren gebildet, die von den sich ja ständig ändernden Marktpreisen weitgehend unabhängig sind.

Mit dem vorliegenden Forschungsbericht soll vor allem erreicht werden, daß dem praktischen Anwender alle wichtigen Entscheidungskriterien erkennbar gemacht werden. Nach dem Erkennen des Kriteriums selbst und seiner Verknüpfungen in den Abschnitten 1 und 2 ist eine Anforderung zu definieren. Hilfestellung hierzu bieten die Tabellen im Abschnitt 3.

Zielsetzung

 

Projektinformationen


Projektleiter:
 

Projektmitarbeiter:
H. Froelich

Projektlaufzeit:
April 1981

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