Forschungsprojekt - Einsatzempfehlungen für Fensterlüfter

Erarbeitung von Einsatzempfehlungen für dezentrale Lüftungseinrichtungen in Verbindung mit dem Fenster für den Neu- und Altbau


Ausgangssituation

Schimmelbildung durch falsches oder ungenügendes Lüften führt immer mehr zu gesundheitlichen Problemen bei den Bewohnern. Speziell nach einer Altbausanierung, bei der häufig keine Fachplaner zur Verfügung stehen, wird die Lüftungsproblematik in der Regel nicht berücksichtigt. Zurückzuführen ist dies auf die „dichtere" Gebäudehülle nach der energetischen Sanierung. Der dadurch nicht mehr vorhandene „Grundluftwechsel" wird in der Regel nicht durch den Nutzer abgefangen, da das Problem oft nicht erkannt wird. Aufgrund langer Abwesenheitszeiten der Bewohner kann durch sie der Mindestluftwechsel nicht sichergestellt werden. Dies führt zu den bekannten Problemen. Eine nutzerunabhängige Lüftung würde die häufigste Ursache der Schimmelbildung – ungenügende und falsche Lüftung – ausschließen und damit einen Großteil an Schadensfällen vermeiden. Auch im Bereich des Neubaus findet in der Regel keine gezielte Planung der Lüftung statt, sondern bleibt dem Zufall überlassen.

Die Integration von zentralen Lüftungsanlagen in das bestehende Gebäude im Rahmen einer Sanierung ist oft unmöglich bzw. unwirtschaftlich. Speziell im Altbau bietet sich der Einsatz von dezentralen, in die Fenster integrierten Lüftungsgeräten an. Traditionell ist das Fenster das Element zur Lüftung von Gebäuden und wird auch so von den meisten Bewohnern gesehen. Es ist also zu erwarten, dass die Integration von dezentralen Lüftungsgeräten in oder an das Fenster auf eine hohe Nutzerakzeptanz stoßen wird. Ebenso ist es sinnvoll und wirtschaftlich Lüftungsgeräte am oder im Fenster zu platzieren: Beim Austausch der Fenster entstehen keine weiteren zusätzlichen Kosten wie z. B. bei einer Wandmontage, wenn das Fenster im Rahmen einer Sanierung ohnehin ausgetauscht wird.

In der Praxis ist jedoch festzustellen, dass der Einsatz von dezentralen Lüftungsgeräten auf keine hohe Akzeptanz stößt. Dies kann u. a damit begründet werden, dass der Verbraucher mit der komplexen Thematik Lüftung allein gelassen wird. Zusätzlich sind neben den reinen lüftungstechnischen Aspekten (primäre Funktion) auch noch andere wichtige sekundäre Funktionen wie z. B. Schall-, Wärme-, Brandschutz, Gebrauchs­tauglichkeit etc. zu berücksichtigen.

Die im Rahmen dieses Projektes zu erarbeitenden Einsatzempfehlungen helfen dem Nutzer bei der Auswahl des geeigneten und notwendigen Produktes in Bezug auf die spezifischen Anforderungen, ohne dass ein komplexer Planungsvorgang notwendig wird.

Zielsetzung

Ziel des Forschungsvorhabens war die Erarbeitung von Einsatzempfehlungen für dezentrale Lüftungsgeräte, die im bzw. am Fenster integriert sind.

Ergebnisse

Im Rahmen des Vorhabens konnte ein „vereinfachtes Verfahren zur Bemessung" von Fensterlüftern erarbeitet werden. Das Verfahren erlaubt es sowohl dem Fensterbauer als auch dem Planer, anhand einfacher Diagramme den notwendigen Luftvolumenstrom über die Fensterlüfter bei der Umsetzung einer freien Lüftung zum Feuchteschutz zu ermitteln. Um zu beurteilen, ob eine lüftungstechnische Maßnahme notwendig ist, wurde anhand der Standardrandbedingungen der DIN 1946-6 eine einfache Hilfe erarbeitet. Hierbei ist festzustellen, dass lüftungstechnische Maßnahmen im Wesentlichen bei eingeschossigen Wohnungen, d. h. im Mehrgeschosswohnungsbau umzusetzen sind. Für die Umsetzung einer nutzerunabhängigen Lüftung in der sog. Lüftungsstufe „Feuchteschutz" wurde durch die Berechnungen ein Zusammenhang zwischen Wohnungsfläche und notwendigem Luftvolumenstrom festgestellt. Dieser Zusammenhang wurde für die vereinfachten Diagramme genutzt, die in einer separaten Richtlinie dargestellt sind.

Zusätzlich wurde eine Berechnungshilfe erarbeitet, mit der die Ermittlung des notwendigen Luftvolumenstroms für freie Lüftung möglich ist. Die Berechungshilfe kann auf der ift Homepage kostenfrei heruntergeladen werden. Für die ventilatorgestützte Lüftung war es nicht möglich, vereinfachte Dimensionierungsregeln zu erarbeiten. Für diese Systeme ist eine detaillierte Planung nach DIN 1946-6 notwendig.

Wird für die Wohnung eine freie Lüftung über Fensterlüfter umgesetzt, so ist mit dieser Maßnahme gleichzeitig die Zuluftversorgung für einen fensterlosen Raum sichergestellt.

Zur Bewertung der Luftschalldämmung von Fensterlüftern wurde ein Rechenprogramm erarbeitet, mit Hilfe dessen die Luftschalldämmung des kompletten Fensters inkl. Lüfter und der kompletten Außenwand ermittelt werden kann. Dies ist im Rahmen der Angabe von entsprechenden Leistungseigenschaften hilfreich

Projektinformationen


Projektleiter:
Dipl.-Phys. Norbert Sack

Projektmitarbeiter:

Projektlaufzeit:
06/2007 bis 03/2010

Förderstellen

Forschungspartner

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