Forschungsprojekt - Einsatz von geklebten Glaselementen in Holztragwerken

 


Ausgangssituation

Für die Untersuchungen wurden schließlich 5 verschiedene Konstruktionstypen ausgewählt. Bei den Systemen 1 bis 3 handelt es sich um Konstruktionen, die eine direkte Klebung des Glases auf Holz erfordern. Schwerpunkt der Untersuchungen war die Prüfung der Eignung von drei unterschiedlichen Klebstoffen, da über die Klebung von Structural-Glazing-Elementen auf Holz bisher keine Erfahrungen vorlagen.

Mit System 4 wurde ein neuartiges Punkthaltesystem auf seine Eignung für den Einsatz auf Holzunterkonstruktionen geprüft. System 5 schließlich basiert auf der konventionellen Klebung des Glases auf einer Aluminiumkonstruktion und Befestigung dieser auf einer Holzunterkonstruktion.

Das Prinzip von SG-Verglasungen ist eine meist stoffschlüssige Verbindung der Glasscheiben mit Adapterprofilen, über die die Montage auf Tragkonstruktionen erfolgt. Diese Verbindung wird als das SG-System bezeichnet. Sie ist häufig als Verklebung mit Zwei-Komponenten-Silikon ausgeführt.

Die SG-Verklebung wird planmäßig zur Abtragung nicht ständig wirkender Lasten herangezogen; alle von außen einwirkenden Lasten müssen mit ausreichender Sicherheit dauerhaft aufgenommen werden. Die SG-Verklebung kann, wie in Bild 1 dargestellt, mit der Innenscheibe ausgeführt werden, oder — wenn das Isolierglas als Stufenisolierglas ausgeführt ist — mit der Außenscheibe des Isolierglases.

Bei SG-Konstruktionen entfallen die sonst üblichen sichtbaren Rahmen auf der Außenseite, so daß von außen eine ganz oder teilweise gebäudeumhüllende Glasfläche entsteht. Gebäudeverkleidungen mit geklebten rahmenlosen Glaselementen vermitteln den Eindruck der „Großzügigkeit", indem sie die Umgebung widerspiegeln; sie vermitteln dem Betrachter gleichzeitig eine großflächige Transparenz.

Die genannte Großzügigkeit kann durch eine entsprechende architektonische Gebäudegestaltung zusätzlich unterstrichen werden. Für SG-Verglasungen stehen sämtliche Farbgebungsmöglichkeiten zur Verfügung, die auch bei den sonstigen Verglasungen gegeben sind. Demnach können sowohl die gewünschten optischen Eigenschaften als auch die technischen Eigenschaften wie beispielsweise Reflexionsgrad, Wärmedurchgangskoeffizient (k v-Wert) und Gesamtenergiedurchlaßgrad (g-Wert) entsprechend umgesetzt werden.

Zielsetzung

Ziel des Vorhabens ist der unmittelbare Technologietransfer der Untersuchungsergebnisse aus dem Forschungsvorhaben E 90/18 „Einsatz von Geklebten Glaselementen bei Holztragwerken — ein Beitrag zur Innovation in der Holzbauarchitektur" [4] im Rahmen eines Pilotprojektes als Objektversuch.

Es sollen verschiedene Konstruktionstypen von Structural-Glazing-Elementen, in Verbindung mit einer tragenden Holzkonstruktion in einer realen Einbausituation mit Klimabelastung untersucht werden.

Der Pilotversuch ist so angelegt, daß der für die Praxis wichtige Fall eines beheizten Wintergartens realisiert wird.

Im Rahmen des Vorläuferprojektes E 90/18 [4] wurden die Grundlagen für den Objektversuch erarbeitet.

Dabei standen folgende Fragestellungen im Vordergrund:
  • Welche Arten der Klebeverbindung zwischen Glas und Holz sind denkbar?
  • Welche Holzarten kommen für direkte Klebung in Frage?
  • Welche Applikationstechniken sind anwendbar?
  • Gibt es bereits geeignete Kleber, oder müssen diese erst entwickelt oder auf diese Anwendung optimiert werden?
  • Gibt es Alternativen zu bisher im Aluminiumbereich üblichen elastischen Klebern?


Projektinformationen


Projektleiter:
-

Projektmitarbeiter:
Prof. Dipl.-Ing. Josef Schmid
Dipl.-Ing. (FH) Martin Götz
Dipl.-Ing. (FH) Christopher Hoeckel
Dr. rer. nat. Harald Krause
Dipl.-Ing. Frank Stengel
Dipl.-Ing. (FH) Holger Taute

Projektlaufzeit:
Dezember 1998

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