Forschungsprojekt - Dauerhaftigkeit von antimikrobiellen Oberflächen

Untersuchungen zur Dauerhaftigkeit der antimikrobiellen Wirkung von Oberflächen von Bauelementen


Ausgangssituation

Bei der Kontaktinfektion (auch als Schmierinfektion bezeichnet) werden Erreger über eine Kette von Berührungen weitergereicht. Werden beispielsweise Türgriffe oder Armaturen gemeinsam genutzt, können hier die Keime über die Hände weitergegeben und anschließend unbemerkt zum Mund geführt werden. Durch den Einsatz von mit antimikrobiellen Oberflächen ausgestatteten Produkten soll die Übertragung von Infektionskrankheiten durch Berührung reduziert werden. Im Bereich des Bauens betrifft dies z.B. Oberflächen von Griffen, Türblättern, Rahmenprofilen etc..

Antimikrobielle Oberflächen werden in der Regel durch „metallische bzw. metallisierte Oberflächen“ erreicht. Hierzu besteht die Oberfläche selbst aus Metall (z.B. Edelstahl, Kupfer) oder es werden in den Werkstoff wie z.B. PVC oder Lacke entsprechende Metalle(-ionen) (z.B. Silber) eingebettet. Solche Produktlösungen sind auf dem Markt erhältlich und werden primär für den Einsatz in Gebäuden mit hohem Publikumsverkehr (z.B. Hotels, Behörden), mit hohen hygienischen Anforderungen (z.B. Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen) oder für besonders schutzbedürftige Personen (z.B. Kindergärten, Seniorenheime) empfohlen. Der Nachweis z. B. der antibakteriellen Wirkung der Oberflächen erfolgt auf Basis der ISO 22196. Die ISO 22196 beschreibt ein Verfahren zur Messung der antibakteriellen Aktivität von porenfreien Oberflächen wie z.B. Kunststoff. Die Prüfung der antibakteriellen Oberflächen/Produkte erfolgt im Allgemeinen im Neuzustand. Eine Bewertung bzw. Prüfung der Dauerhaftigkeit der antibakteriellen Wirkung erfolgt in der Regel nicht. Falls doch, so werden keine standardisierten Szenarien zur „Alterung“ bzw. reale Belastung der Oberflächen verwendet.

Zielsetzung

Ziel des Forschungsvorhabens ist es daher, eine zeitraffende Vorgehensweise zu erarbeiten, die eine mögliche Degradation der Wirkung durch die in der Realität vorkommenden Belastungen und hierdurch bedingte Alterung beim Nachweis dieser Leistungseigenschaft erlaubt.

Folgende zentrale Fragestellungen sollen durch das Projekt untersucht werden:

1. Wird die Wirkung von antimikrobiellen Beschichtungen durch äußere Belastungen, die im Laufe des Gebrauchs unvermeidlich sind, signifikant verändert?
2. Wie könnte die Dauerhaftigkeit der antimikrobiellen Beschichtung bei den Prüfungen nach ISO 22196 berücksichtigt werden?

Projektinformationen


Projektleiter:
Norbert Sack

Projektmitarbeiter:

Dr. Ansgar Rose

Projektlaufzeit:
04/2021 bis 04/2023

Förderstellen

Forschungspartner