Der ift-Montageplaner in der Sanierung

Das praktische Tool für die Fenster-Montageplanung im Bestand

Lesezeit: 4 Minuten

Sanieren ist gefragter denn je. Baugrund ist knapp, teuer und oft unerschwinglich. Dazu kommen steigende Baukosten und Zinsen. Aus diesen Gründen wenden sich viele Men-schen dem Kauf von Bestandsimmobilien zu und renovieren diese. Aber nicht nur Käufer sanieren, auch langjährige Eigentümer möchten ihre Gebäude fit für die Zukunft machen.

Eine energetische Sanierung gilt dabei als Schlüssel, um Energiekosten dauerhaft zu senken. Gleichzeitig steigern solche Maßnahmen den Wohnkomfort und auch den Immobilienwert.

Und womit beginnen die meisten Eigentümer? Mit neuen Fenstern. Das ist grundsätzlich ein sinnvoller Schritt – aber er hat auch Tücken. Denn: Neue Fenster können das bauphysikalische Gleichgewicht des Gebäudes zunichtemachen. Im ungünstigsten Fall entstehen dadurch Schimmel oder Tauwasserschäden an den Außenwänden. Die Beseitigung solcher Schäden ist teuer und aufwendig. Dabei ließe sich das mit der richtigen Planung vermeiden.

Ein Beispiel: Bei Außenwänden mit einem U-Wert größer als 1,0 W/(m²K) kann schon eine einfache Leibungsdämmung helfen, Schäden zu verhindern. Außerdem ist es wichtig, den Mindestwärmeschutz nachzuweisen – entweder über einen Wärmebrückenkatalog oder durch die Berechnung des Temperaturfaktors fRsi. Genau hier setzt der ift-Montageplaner an: Mit ihm lässt sich dieser Nachweis kostenfrei und normgerecht führen. Darüber hinaus berechnet das Tool auch den Psi-Wert, also den längenbezogenen Wärmedurchgangskoeffizienten der Baukörperanschlussfuge. Dieser Wert gibt an, wie viel Wärme über den Anschluss zwischen Wand und Fenster verloren geht – und er ist damit ein entscheidender Kennwert, um die energetische Qualität des Anschlusses zu beurteilen.

die Tabelle zeigt die Auswirkungen auf den Mindestwärmeschutz nach Einfügen einer Leibungsdämmung nach außen.
Tabelle 1: Auswirkungen auf den Mindestwärmeschutz nach Einfügen einer Leibungsdämmung außen (Quelle: ift Rosenheim)

Neben den bauphysikalischen Aspekten entstehen Schäden auch häufig durch eine unsachgemäße Montage von Fensterelementen. Eine der Hauptursachen ist mangelnde Planung. Hierbei unterstützt der ift-Montageplaner. Er wurde entwickelt, um unkompliziert, intuitiv und zugleich zuverlässig zu funktionieren. Mit seiner Hilfe können Planungsfehler vermieden werden. Ein wesentlicher Beitrag zur Planungssicherheit ist dabei die statische Dimensionierung der Befestigungsmittel: Der Montageplaner errechnet automatisch die notwendige Befestigungsanordnung und passt diese an die jeweilige Situation an. So wird bei Rollladenkästen automatisch auf eine 3-seitige Befestigungsanordnung umgestellt, da in der Regel oben dann keine Befestigung mehr möglich ist. Soll beispielsweise unten im wasserführenden Bereich keine Verschraubung erfolgen, kann das Befestigungsbild automatisch so geändert werden, dass nur drei Seiten verschraubt werden. Auf diese Weise werden Fehlerquellen bereits in der Planungsphase ausgeschlossen. Das Tool gibt es als neutrale Version vom ift Rosenheim, aber auch in herstellerspezifischen Varianten. In diesen Varianten sind geprüfte Produkte hinterlegt, so dass für jede Einbausituation sofort passende Systeme angezeigt werden.

Die wärmetechnische Berechnung

Eine Kernfunktion des Montageplaners ist die bauphysikalische Berechnung. Sie erfolgt nach DIN 4108-2. Damit kann der Anwender sicherstellen, dass der geplante Anschluss unter den normativen Randbedingungen den Mindestwärmeschutz einhält und tauwasserfrei bleibt. Der Montageplaner berechnet dabei nicht nur den U-Wert der Außenwand, sondern auch den Psi-Wert, also den längenbezogenen Wärmedurchgangskoeffizienten der Baukörperanschlussfuge, sowie den fRsi-Wert, der den Temperaturfaktor an der inneren Oberfläche beschreibt. Diese Kennwerte sind entscheidend, um die energetische Qualität und die Feuchtesicherheit des Anschlusses umfassend zu bewerten. Das Ergebnis ist also nicht irgendeine Empfehlung, sondern ein nach Norm validierter Nachweis. Gerade in der Sanierung ist das ein enormer Vorteil, weil damit eine hohe Planungs- und Rechtssicherheit besteht.

Die Tabelle zeigt eine Übersicht über die Möglichkeiten der Wandaufbauten in der Altbausanierung im ift-Montageplaner.
Tabelle 2: Übersicht über die Möglichkeiten der Wandaufbauten in der Altbausanierung
im ift-Montageplaner (Quelle: ift Rosenheim)

Die Sanierungsvarianten

Besonders spannend wird der Montageplaner bei typischen Altbaukonstruktionen. Drei Wandaufbauten werden abgebildet, und für jeden gibt es konkrete Möglichkeiten:

  1. Der monolithische Wandaufbau mit stumpfem Anschlag:
    Hier kann eine Leibungsdämmung innen und/oder außen ergänzt werden.
  2. Der monolithische Wandaufbau mit Innenanschlag:
    In diesem Fall ist aktuell nur eine Außendämmung möglich – innen ist in der Entwicklung.
  3. Das zweischalige Mauerwerk ohne Kerndämmung:
    Hier kann ein Dämmblock in den Luftspalt eingefügt werden, um die energetische Qualität des Baukörperanschlusses zu steigern.

Alle diese Varianten lassen sich im Tool nicht nur darstellen, sondern auch in Echtzeit berechnen und vergleichen. Und genau dieser Vergleich ist das große Plus. Ich kann dem Bauherrn oder auch mir selbst sofort zeigen: Welche Lösung funktioniert bauphysikalisch sicher? Welche bringt die größte energetische Optimierung? Und welche ist wirtschaftlich sinnvoll? Wir verlassen uns nicht mehr auf Erfahrungswerte oder Bauchgefühl, sondern auf geprüfte und dokumentierte Ergebnisse.

Die Tabelle zeigt den Vergleich zwischen dem Sanierungsfall eines zweischaligen, ungedämmten Mauerwerks mit und ohne Dämmblock in der Luftschicht.
Tabelle 3: Vergleich Sanierungsfall eines zweischaligen, ungedämmten Mauerwerks mit und ohne Dämmblock in der Luftschicht (Quelle: ift Rosenheim)
Die Tabelle zeigt die Auswirkungen auf den Mindestwärmeschutz im Vergleich zwischen Montage in der Putzlichte oder Montage in der Rohbaulichte.
Tabelle 4: Auswirkungen auf den Mindestwärmeschutz im Vergleich zwischen Montage in der Putzlichte oder Montage in der Rohbaulichte (Quelle: ift Rosenheim)

Dieser Variantenvergleich schafft Sicherheit – für Planer, für Handwerker und auch für den Bauherrn. Denn die Auswirkungen sind sichtbar: Wie verändern sich die Isothermen? Wo liegt die Gefahr für Tauwasser? Und was bringt die zusätzliche Dämmung wirklich?

Der Montagepass bzw. die Montagedokumentation

Nach Abschluss der Planung stellt der ift-Montageplaner eine Montagedokumentation (neutrale Plattform) bzw. einen Montagepass (Firmenversionen) bereit. Darin sind die Ergebnisse übersichtlich zusammengefasst: das Ergebnis des Wärmeschutzes nach DIN 4108-2, der Isothermenverlauf und auch Zeichnungen des gewählten Anschlusses. Dieser Montagepass ist nicht nur für die Bauakte und die Förderung interessant, sondern auch eine klare Orientierung für die Baustelle.

Fazit

Zusammengefasst: Der ift-Montageplaner ist ein praxisnahes Werkzeug, das die Planung in der Altbausanierung erheblich erleichtert. Er liefert normgerechte, validierte Berechnungen nach DIN 4108-2, er erlaubt den Vergleich verschiedener Sanierungsvarianten und stellt die Ergebnisse in einem Montagepass bzw. Montagedokumentation transparent dar. Damit reduziert er das Risiko von Bauschäden, spart Kosten und schafft Vertrauen – sowohl bei den Planern und Handwerkern als auch bei den Bauherren.

Torsten Voß

ift Rosenheim GmbH

Torsten Voß, B.Eng., ist seit 2024 Mitarbeiter am ift Rosenheim. Als Projektingenieur befasst er sich seitdem mit der Digitalisierung von Dienstleistungen für die Fenster- und Baubranche mit Fokus auf den ift-Montageplaner. Zudem ist er als Prüfingenieur für die Bauteilprüfungen nach den ift-Richtlinien MO-01/1 und MO-02/2 – Bewertung der Gebrauchstauglichkeit von Abdichtungs- und Befestigungssystemen für den Baukörperanschluss - und als Auditor für Baustoffe im Bereich des Baukörperanschlusses tätig. Er studierte Bauingenieurwesen an der OTH Regensburg und arbeitete vor seiner Zeit am ift Rosenheim als Bauleiter in einem Bauunternehmen sowie als Objektüberwacher in einem Architekturbüro.

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