Tragende Bauteile im Brandversuch

Datum: 17.05.2021 | Download: Fachartikel (PDF) | Autor(en): Simon Obelz | Kontakt: Gabriele Tengler

Spannendes aus dem ift-Technologiezentrum

Seit die Brandprüfstände aus dem Nürnberger Brandschutzzentrum nach Rosenheim ins ift-Technologiezentrum umgezogen sind, hat sich viel getan. So finden sich als spannende Neuerung auch tragende Bauteile auf der erweiterten Prüfliste. Den Anfang bildeten dabei tragende Säulen fast zeitgleich mit tragenden Decken, Dächern und Balken. Und auch tragende Wände reihen sich mittlerweile in die Übersicht der geprüften Bauelemente ein.


Prüfung mit Feuerwehreinsatz


Als spektakulär kündigte sich eine Brandprüfung zu Beginn des vergangenen Jahres an. Probekörper war eine tragende Holzdecke in Balkenbauweise. Die Holzdecke sollte über eine Zeitdauer von 90 Minuten getestet werden. Die Vorgaben zur Lasteinleitung waren sehr komplex. Die Lasteinleitungen erfolgten an verschiedenen Stellen mit unterschiedlichen Kräften. Aufgrund der großen Brandlast, die nach dem Versuch zu löschen war, wurde die Feuerwehr zur Unterstützung hinzugezogen. Beim Anheben des Probekörpers nach der Prüfung bestätigte sich die Vermutung, dass sich große Flammen am und um den Prüfling entwickeln würden. Durch den kombinierten Einsatz der Löscheinrichtungen des ift-Technologiezentrums sowie der Feuerwehr verlief das Löschen reibungslos. Das Ergebnis der Brandprüfung war positiv: Die Holzdecke erfüllte die strengen Anforderungen und konnte den Belastungen nach Verlängerung der Prüfdauer sogar 120 statt der eigentlich geforderten 90 Minuten standhalten.

Brandprüfung tragender Wände im Hydraulikrahmen


Um Bauelemente einfach, wirtschaftlich und flexibel montieren und prüfen zu können, stellt das ift Rosenheim seinen Kunden für die Brandprüfungen sog. Brandrahmen zur Aufnahme der Probekörper zur Verfügung. In diese können die Kunden ihre Probekörper problemlos einbauen.


Für die Prüfung einer tragenden Wand ist ein starrer Rahmen jedoch nicht ausreichend. Die Randbedingungen hierfür gibt EN 1365-1 „Feuerwiderstandsprüfungen für tragende Bauteile – Teil 1: Wände“ vor. Wie nun die Konstruktion des Prüfstandes bzw. der Zusatzelemente für die Belastung im Detail auszusehen hat, ist den Prüfstellen allerdings weitestgehend freigestellt.
Im ift-Technologiezentrum erfüllt ein transportabler Hydraulikrahmen die Anforderungen. Entscheidend für die Prüfung sind dann sowohl Prüflast als auch Prüfdauer. Beide Werte gibt der Kunde vor.


Um die Gewichtsbelastung an der tragenden Wand durch darüberliegende Stockwerke zu simulieren, leitet ein biegesteifer Druckbalken die Last über vier hydraulische Zylinder in den Probekörper ein. Dabei ist das obere Rahmenteil seitlich mit den Zugstangen der angebauten Hydraulikzylinder verbunden. Während der Prüfung muss das obere Rahmenteil beweglich bleiben. Dadurch kann die Last auf den Probekörper konstant aufrechterhalten werden, auch wenn der Probekörper durch die Feuerbeanspruchung an Höhe gewinnt oder verliert.
Durch die erforderliche Beweglichkeit ist der Prüfrahmen nicht rauchdicht. Daraus folgt, dass für die notwendige Stauchungsmessung das vorhandene optische Verformungsmesssystem bei entsprechender Rauchentwicklung im Prüflabor unter Umständen nicht ausreicht. Die Verformungspunkte sind evtl. nicht mehr erkennbar. Um die Messung jedoch über den gesamten Zeitraum zu ermöglichen, sorgt eine mechanische Lösung dafür, dass die Veränderung direkt gemessen werden kann. Dabei verbindet eine gleitend gelagerte Messeinrichtung den oberen und unteren Betonsturz. Das heißt, die Messstangen sind oben fest montiert und unten lose gelagert. Die ift-Prüfingenieure können somit die Bewegungsveränderungen der beiden Betonstürze zueinander direkt ablesen (Bild 2).

Die aktuelle Version des Hydraulikrahmens ermöglicht die Aufnahme von Probekörpern mit einer Höhe von bis zu 4380 mm. Allerdings wird so nicht die gesamte Höhe des Brandofens genutzt. Deshalb entsteht derzeit ein neuer Hydraulikrahmen, welcher Prüfungen an Probekörpern in voller Höhe von bis zu 5000 mm zulässt.

 

Direkt zum ift-Technologiezentrum


Der vollständige Inhalt mit Text und Bildern steht auch als PDF-Datei per Download zur Verfügung.

Rechtlicher Hinweis zur Nutzung: Die Inhalte sind unter Nennung der Quelle "Informationen des ift Rosenheim" frei verfügbar und können für die Kommunikation in Medien und Unternehmen etc. lizenzfrei genutzt werden. Wir bitten um Zusendung eines Belegexemplars als Druckschrift oder als PDF per E-Mail an den redaktionellen Ansprechpartner.

Erfahrungsbericht aus der Überwachung

Datum: 17.06.2021 | Download: Fachartikel (PDF) | Autor(en): David Hepp | Kontakt: Gabriele Tengler

Die häufigsten Fehler der WPK

Durch die Harmonisierung der EN 16034 wurden für Feuerschutzabschlüsse in der Außenanwendung die Grundlagen für die Zertifizierung und Überwachung neu geregelt.

 

An die Stelle der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen (abZ) traten die Klassifizierungs- und EXAP-Berichte (Grundlagen). Durch diese neuen technischen Dokumentationen sowie durch die in der Bauproduktenverordnung und der Produktnorm enthaltenen Anforderungen und Regeln ergaben sich auch neue Inhalte, was die Zertifizierung und Überwachung durch die Notifizierten Produktzertifizierungsstellen betraf. Ebenso war die werkseigene Produktionskontrolle der Hersteller neu zu strukturieren. Auch kamen neue Inhalte bzw. Anforderungen hinzu, deren Umsetzung bisher nicht zu dokumentieren war.

 

Nach nun mehr als drei Jahren Erfahrung mit der Einführung und Umsetzung der vorgenannten Grundlagen und Regeln, die das ift Rosenheim zusammen mit den Herstellern und Systemhäusern gesammelt hat, kann ein Resümee hinsichtlich der Ergebnisse und Feststellungen aus den Audits gezogen werden. Vor der Vorstellung der häufigsten Ergebnisse und den sich daraus ergebenden Erkenntnissen und Maßnahmen lohnt sich noch ein Blick auf die Datenbasis und die Hersteller.

 

Die Auditoren des ift Rosenheim nutzen eine Datenbank zur Erfassung der Ergebnisse und der Nachverfolgung von Abweichungen. Diese Datenbank erfasst und archiviert neben den technischen Inhalten der Audits auch die Ergebnisse bezüglich der Organisation und Dokumentation der werkseigenen Produktionskontrollen der Hersteller. Dadurch stehen dem ift Rosenheim die Ergebnisse aus mehreren hundert Audits zur Auswertung zur Verfügung. 


Zur Notifizierten Produktzertifizierungsstelle Brandschutz

Weitere Informationen zum Brand-/Rauchschutz am ift Rosenheim

 

Der vollständige Inhalt mit Text und Bildern steht als PDF-Datei per Download zur Verfügung.

Rechtlicher Hinweis zur Nutzung: Die Inhalte sind unter Nennung der Quelle "Informationen des ift Rosenheim" frei verfügbar und können für die Kommunikation in Medien und Unternehmen etc. lizenzfrei genutzt werden. Wir bitten um Zusendung eines Belegexemplars als Druckschrift oder als PDF per E-Mail an den redaktionellen Ansprechpartner.

Sonnenschutz für Wohnbauten

Datum: 15.03.2021 | Download: Fachartikel (PDF) | Autor(en): Michael Rossa | Kontakt: Jürgen Benitz-Wildenburg

Einfache Planung und Nachweis mit ift-Diagramm-Verfahren

Große Glasflächen bringen Sonne, Wärme und Licht in die Gebäude und verbessern damit Energieeffizienz, Transparenz und Tageslichtversorgung. Um eine Überhitzung der Gebäude und den Einsatz von Klimaanlagen zu vermeiden bzw. zu reduzieren ist in der Regel ein Sonnenschutz notwendig. Deshalb fordert die EnEV auch einen Nachweis für den sommerlichen Wärmeschutz. Das in der EnEV vorgeschlagene Sonneneintragskennwertverfahren ist in der Praxis umständlich, so dass Planer und Ausführende oft eine Software nutzen, bei der aber erst die notwendigen Daten für das Gebäude und die geplanten Bauteile eingegeben werden müssen. Um den Zeitbedarf in der ersten Planungs- und Entwurfsphase zu vermindern, hat das ift Rosenheim ein Diagrammverfahren entwickelt, mit dem sich der Sonnenschutz schnell und einfach planen lässt.

 

Der vollständige Inhalt mit Text und Bildern steht als PDF-Datei per Download zur Verfügung.

Rechtlicher Hinweis zur Nutzung: Die Inhalte sind unter Nennung der Quelle "Informationen des ift Rosenheim" frei verfügbar und können für die Kommunikation in Medien und Unternehmen etc. lizenzfrei genutzt werden. Wir bitten um Zusendung eines Belegexemplars als Druckschrift oder als PDF per E-Mail an den redaktionellen Ansprechpartner.

Fachgerechte Montage von Fenstern und Türen

Datum: 15.04.2021 | Download: Fachartikel (PDF) | Autor(en): Wolfgang Jehl, Jürgen Benitz-Wildenburg | Kontakt: Jürgen Benitz-Wildenburg

Befestigung

Eine fachgerechte Montage hat wesentlichen Einfluss auf die Funktionalität und Langlebigkeit von Bauelementen wie Fenster, Türen, Rollläden und Tore. Auswertungen von ift-Gutachten zeigen, dass über 50 % der Beanstandungen auf einer fehlerhaften Montage basieren. Um dies zu vermeiden, zeigt der vorliegende Beitrag des ift Rosenheim, was neben einer fachgerechten Planung und Abdichtung speziell bei der Befestigung zu beachten ist. Die Inhalte basieren auf dem „Leitfaden zur Montage“ [1] der RAL-Gütegemeinschaft Fenster, Fassaden und Haustüren und des ift Rosenheim.

 

Zimmerer und Holzbauer haben grundsätzlich ein gutes Verständnis für einwirkende Kräfte und die Bedeutung der Befestigung, die ja alle auftretenden Kräfte (Eigengewicht, Wind, Nutzlasten etc.) sicher in die Außenwand leiten muss. Untypisch sind die dynamischen Lasten bei Bauelementen, die durch bewegliche Flügel entstehen, die aber oft entscheidend sind. Fehler bei der Befestigung machen sich direkt durch „Wackeln“ oder „Klemmen“ bemerkbar. Wenn Fugen wegen daraus resultierenden Bauteilbewegungen abreißen und undicht werden, können schwere Folgeschäden durch Feuchteeintritt entstehen.

 

Der vollständige Inhalt mit Text und Bildern steht als PDF-Datei per Download zur Verfügung.

Rechtlicher Hinweis zur Nutzung: Die Inhalte sind unter Nennung der Quelle "Informationen des ift Rosenheim" frei verfügbar und können für die Kommunikation in Medien und Unternehmen etc. lizenzfrei genutzt werden. Wir bitten um Zusendung eines Belegexemplars als Druckschrift oder als PDF per E-Mail an den redaktionellen Ansprechpartner.

Fenstermontage im Kontext der aktuellen DIN 4108 Beiblatt 2 und DIN 4109

Datum: 15.02.2021 | Download: Fachartikel (PDF) | Autor(en): Wolfgang Jehl, Jürgen Benitz-Wildenburg | Kontakt: Jürgen Benitz-Wildenburg

Wärme- und schalltechnische Optimierung des Baukörperanschlusses und normgerechte Bewertung

Bei energieeffizienten Gebäuden haben die Wände und die Bauelemente einen hohen energetischen Standard erreicht und damit wird der Baukörperanschluss schnell zur Schwachstelle. Deshalb ist eine fundierte Montageplanung eine wichtige Aufgabe. Das gilt besonders für die energetische Sanierung des Gebäudebestands, ohne die eine Erreichung der Pariser Klimaziele nicht möglich ist. Der Montageleitfaden wurde daher umfassend überarbeitet und den Änderungen der DIN 4108 (Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden), DIN 4109 (Schallschutz im Hochbau), DIN 18542 (Fugendichtungsbänder), DIN 18531/18533 (Bauwerksabdichtung) angepasst. Mit dem neuen Gebäudeenergiegesetz (GEG) wurden die Anforderungen an die Gebäudehülle zwar nicht direkt verschärft, aber aus dem Verweis auf das aktualisierte Beiblatt 2 der DIN 4108 ergeben sich dennoch einige Änderungen bei der Bewertung und Berechnung des Baukörperanschlusses.

 

Der vollständige Inhalt mit Text und Bildern steht als PDF-Datei per Download zur Verfügung.

Rechtlicher Hinweis zur Nutzung: Die Inhalte sind unter Nennung der Quelle "Informationen des ift Rosenheim" frei verfügbar und können für die Kommunikation in Medien und Unternehmen etc. lizenzfrei genutzt werden. Wir bitten um Zusendung eines Belegexemplars als Druckschrift oder als PDF per E-Mail an den redaktionellen Ansprechpartner.