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CE-Kennzeichnung für Fenster und Außentüren – Produktnorm EN 14351-1

 

Infoservice zur Produktnorm EN 14351-1 Fenster und Außentüren

Da die Produktnorm EN 14351-1:2006+A2:2016 bzw. DIN EN 14351-1:2016-12 harmonisierte Normen sind, verlangt die Bauproduktenverordnung verpflichtend die CE-Kennzeichnung für Fenster und Außentüren. Bereits bei Produkten wie Beschlägen im Bereich Notausgangstür oder einachsigen Türbändern im Brandschutzbereich ist eine entsprechende CE-Kennzeichnung Pflicht. Mit dem europäischen CE-Zeichen werden eine einheitliche Kennzeichnung der wesentlichen Eigenschaften eines Produktes geregelt und die dazugehörigen Prüfverfahren festgelegt. Um die Branche bei der Umsetzung zu unterstützen, hat das ift Rosenheim als Prüfinstitut eine Kommentierung sowie praxisgerechte Informationen und Dienstleistungen entwickelt.

 

Hintergrund der Produktnorm und CE-Kennzeichnung

Mit der Norm EN 14351-1 sind ein objektiver Vergleich sowie eine produktneutrale Ausschreibung möglich, da sie sich am „Performanceprinzip“ orientiert. Das bedeutet, dass die Produkte nach ihren Eigenschaften bewertet werden. Diese müssen wiederum durch ein unabhängiges Prüfinstitut oder mittels Tabellen aus Baunormen nachgewiesen und im CE-Kennzeichen genannt werden. Zu den mandatierten Eigenschaften, die in Deutschland einen Nachweis erfordern, gehören unter anderem: die Widerstandsfähigkeit gegen Windlast, Schlagregendichtheit, der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) bei beheizten Wohngebäuden gemäß EnEV sowie die Strahlungseigenschaften von Glas und die Luftundurchlässigkeit. Schallschutz, Einbruchhemmung und weitere Eigenschaften können im Rahmen der Ausschreibung gefordert werden.

 

Ziel der Produktnorm EN 14351-1 Fenster und Außentüren

Das Ziel der Produktnorm ist eine europaweite einheitliche und materialunabhängige Festlegung der Eigenschaften und Leistungsklassen von Fenstern und Außentüren sowie der erforderlichen Prüfungen und Nachweise. Planer, Verbraucher und Hersteller erhalten mit dieser Produktnorm die Grundlage für eine leistungs- und funktionsorientierte Bewertung von Fenstern und Türen. Hersteller können erklären, dass ihre Produkte den einheitlichen technischen Anforderungen und Spezifikationen entsprechen. Daneben haben Bauherren und Planer die Möglichkeit, die Produkte anhand der Eigenschaften zu vergleichen und das Erzeugnis zu wählen, das ihren Anforderungen entspricht. Mit der CE-Kennzeichnung geht auch eine Abkehr der genormten Konstruktionen einher, um die Entwicklung individueller Produkte zu fördern. 

Mit Ende der Koexistenzphase (01.02.2010) wurde die CE-Kennzeichnung für Fenster und Außentüren europaweit verpflichtend. Ausnahmen sind nur im Rahmen des Artikels 5 der Bauproduktenverordnung zulässig.

 

Geltungsbereich der DIN EN 14341-1

Die Produktnorm EN 14351-1 gilt für folgende Elemente:
  • Fenster
  • Fenstertüren
  • Dachflächenfenster
  • Zusammengesetzte Elemente zum Einbau in Wandöffnungen und geeigneten Dachflächenfenstern
Hierzu zählen auch dazugehörige:
  • Beschläge
  • Dichtungen
  • Verglaste Öffnungen
  • Eingebaute Rollläden und Rollladenkästen
  • Handbetätigte Außentüren mit integrierten Oberlichtern und angrenzenden Seitenteilen
Die Norm gilt nicht für:
  • Fenster und Türen mit Anforderungen an Rauchdichtheit und Feuerschutz
  • Lichtkuppeln
  • Vorhangfassaden
  • Tore
  • Innentüren
  • Karusselltüren
  • Fenster in Fluchtwegen
 
Das CE-Zeichen stellt kein Qualitätszeichen dar, da nach der Norm lediglich Fenster im Neuzustand geprüft werden. Die Gewährleistung einer ausreichenden Gebrauchstauglichkeit obliegt eigenverantwortlich dem Hersteller. Dieser kann Referenzen angeben, persönliche Empfehlungen aussprechen oder eine Qualitätszertifizierung durchführen lassen, beispielsweise durch die RAL-Gütegemeinschaft oder das ift Rosenheim. Allgemein sind DIN EN-Normen wie andere DIN-Normen in erster Linie technische Empfehlungen, ohne eine unmittelbare rechtliche Verbindlichkeit. Diese hängt davon ab, ob es sich um eine zivil- oder bauordnungsrechtliche Sicht handelt.

 

Zu den wichtigsten betrieblichen „Hausaufgaben" der CE-Kennzeichnung zählen folgende Punkte (s.a. ift-Checkliste "Der Weg zum CE-Zeichen"):

  • Beschreibung des Produkts und der zugehörigen Leistungseigenschaften
  • Zusammenstellung vorhandener Prüfberichte und Überprüfung der Übereinstimmung mit den in der Produktnorm benannten Prüf- und Klassifizierungsnormen
  • Auswahl repräsentativer Produktfamilien und Probekörper
  • Beauftragung der Typprüfung (TT) durch eine notifizierte Prüfstelle
  • Einführung bzw. Auditierung der werkseigenen Produktionskontrolle
  • Ausstellung von Leistungserklärung und CE-Kennzeichnung

 

Grundlagen des CE-Kennzeichens

Die Grundlage für das CE-Kennzeichen bildet die Bauproduktenrichtlinie (BPR), die bereits 1988 verabschiedet wurde, um die Herstellung, Vermarktung und Verwendung von Bauprodukten in Europa einheitlich zu regeln. Während die Regelung der Anforderungen national erfolgt, werden die technischen Regeln der Mitgliedsstaaten vereinheitlicht. Die Produktnormen umfassen dabei verbindliche grundlegende Produktanforderungen. Dabei werden die Klassifizierung und das Prüfverfahren in den EN-Normen festgelegt. Die nationale Umsetzung der europäischen BPR obliegt in Deutschland dem Bauproduktengesetz (BPG).

 

Weiterführende Informationen des ift Rosenheim:

  • ift-Fachbuch - Kommentar zur DIN EN 14351-1 Fenster und Türen -Produktnorm, Leistungseigenschaften
  • Der Weg zum CE-Zeichen - ift-Konzept zur Umsetzung in Unternehmen, Dienstleistungskonzept für Systemgeber und Systemnehmer/Verarbeiter zur Einführung der CE-Kennzeichnung
  • Fachpublikationen
  • Kommentierung der Norm mit auszugsweisen Veröffentlichungen in der Fachpresse
  • Seminare und Fachtagungen
  • CE-Seminarreihe
  • Inhouse Schulungen zur individuellen Unterstützung bei der betrieblichen Umsetzung von CE-Kennzeichnung, Zertifizierung und der werkseigenen Produktionskontrolle (laufend)
  • Planung und Durchführung aller Prüfungen und Nachweise für sämtliche Eigenschaften von Fenstern, Fassaden, Türen und Toren als Voraussetzung für die CE-Kennzeichnung (laufend).
  • ift-Produktpass als anerkannter Nachweis und Ergänzung zur CE-Kennzeichnung in Verbindung mit einer Zertifizierung (laufend).

 

Fragen und Antworten zum Thema CE-Kennzeichnung finden Sie in den FAQ "CE-Zeichen"Das Prüfinstitut bietet des Weiteren über das ift-Sachverständigenzentrum die Erstellung und umfassende Bearbeitung von Gutachten für Fenster, Türen und Fassaden an.

 

Video zum Thema: "Vertrauen im Bausektor aufbauen"

 

 

 

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