Wie muss die Anschlussfuge außen ausgebildet sein?



Die Anschlussfuge muss außen so ausgebildet werden, dass das undefinierte Eindringen von Schlagregen vermieden wird. Weiterhin muss ein Feuchteausgleich des Anschlussbereiches nach außen ermöglicht werden. Dieser Ausgleich wird sichergestellt, wenn die außenseitig eingesetzten Materialien einen niedrigen Diffusionswiderstand aufweisen oder wenn außenseitig witterungsgeschützt angeordnete Druckausgleichsöffnungen vorgesehen werden.

Die zu erwartenden Bewegungen der Fuge müssen von dem Dichtsystem langfristig ausgeglichen werden können. Die gewählten Dicht- und Dämmmaterialien müssen untereinander, sowie mit den angrenzenden Werkstoffen verträglich sein. Das Mauerwerk muss zur Fenstermontage vorgerichtet sein bzgl. Maßtoleranzen, Ebenheit und Oberflächenbe-schaffenheit für Dichtsysteme (... Planungsaufgabe). Die Tabelle zeigt verschiedene Dichtsysteme mit den dazugehörigen Materialien.

Bei der Abdichtung von Anschlussfugen mit elastischen Dichtstoffen sind die Vorgaben der DIN 18540 sinngemäß anzuwenden. Das gilt für die konstruktive Fugenausbildung sowie für die zulässige Gesamtverformung des Dichtstoffs. Eine Zweiflankenhaftung ist durch den Einsatz von geschlossenzelligem, nicht wassersaugendem Hinterfüllmaterial sicherzustellen. Weitere Hinweise sind im IVD-Merkblatt Nr. 9 „Dichtstoffe in der Anschlussfuge für Fenster und Außentüren - Grundlagen für Planung und Ausführung" enthalten. Die erforderlichen Materialeigenschaften müssen nachgewiesen sein.

Beim Einsatz von imprägnierten Dichtbändern aus Schaumkunststoff sind die Herstellerangaben zu beachten. Es dürfen nur nach DIN 18542 geprüfte und klassifizierte Systeme eingesetzt werden. Direkt bewitterte Fugen dürfen nur mit Dichtungsbändern der Beanspruchungsgruppe 1 (BG 1) ausgeführt werden. Dichtungsbänder der BG 2 dürfen nur geschützt vor direkter Bewitterung eingesetzt werden. Für beide Abdichtungsmöglichkeiten müssen die Fugenflanken ausreichend parallel und eben sein. Sofern vom Hersteller keine anderen Vorgaben formuliert wurden, gilt beim Einsatz von Bauabdichtungsbahnen DIN 18195. Zur Sicherstellung einer dauerhaften Funktion sind Bauabdichtungsbahnen zusätzlich mechanisch zu sichern. Die bauphysikalischen Grundlagen für die Anwendung von diffusionsoffenen und dampfdichten Bauabdichtungsbahnen sind zu beachten.

Wenn aus bauphysikalischen Gründen außenseitig Öffnungen angebracht werden müssen, sind diese in schlagregengeschützten Bereichen anzubringen, ein Hinterlaufen der Dichtebene muss ebenfalls ausgeschlossen werden. Werden Dichtbänder wie Butylfolien und dergleichen zur Abdichtung eingesetzt, müssen die eingesetzten Klebstoffe eine ausreichende Haftung besitzen. Für andere Dichtsysteme wie z. B. Putzanschlussprofile muss die Eignung gemäß ift-Richtlinie
MO-01/1 „Baukörperanschluss von Fenstern; Teil 1 Verfahren zur Ermittlung der Gebrauchstauglichkeit von Abdichtungssystemen" nachgewiesen werden.

Bei der Anwendungen von Anputzleisten muss das gewählte System für die Belastungen und den vorhandenen Fenster- und Wandtyp geeignet sein. Dazu sind die Herstellervorgaben sowie Nachweise wie z.B. gemäß ift-Richtlinie MO-01/1 „Baukörperanschluss von Fenstern; Teil 1 Verfahren zur Ermittlung der Gebrauchstauglichkeit von Abdichtungssystemen" zu beachten.

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As of: 15.03.2013


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