Unsicherheit hinsichtlich der Ausstellung u. Geltungsdauer allgemeiner bauaufsichtlicher Prüfzeugnisse bei Herstellern von Rauchschutzabschlüssen

Publication date: 03.02.2010

Derzeit herrscht bei Herstellern von Rauchschutzabschlüssen (RSA) eine „gewisse Unsicherheit" über die Vorgehensweise der Prüfstellen hinsichtlich der Ausstellung und Geltungsdauer allgemeiner bauaufsichtlicher Prüfzeugnisse (abP) als Verwendbarkeitsnachweise, wie sie in der Bauregelliste (BRL) A Teil 2 Lfd. Nr.: 2.33 für diese nicht geregelten Bauprodukte gefordert wird.

Prinzipiell ist klarzustellen, dass durch die derzeit am Markt befindlichen und durch die bestehenden abP´s geregelten Rauchschutzabschlüsse keinerlei Gefährdung des Sicherheitsniveaus in baulichen Anlagen in Deutschland ausgeht. Es kann davon ausgegangen werden, dass durch diese Bauteile europaweit die Maßstäbe gesetzt werden. Da durch die geplante Einführung der harmonisierten Produktnorm für Feuer- und Rauchschutzabschlüsse EN 16034 nicht in jedem Falle alle bereits bestehenden Rauchschutzabschlüsse bzw. die entsprechenden Türsysteme durch diese Produktnorm abgedeckt sein werden, ist zu erwarten, dass es auch in naher Zukunft möglich und notwendig sein wird, nationale Verwendbarkeitsnachweise für Deutschland in Form der o.g. abP´s zu erwirken.

Nun sollte hier nicht der Anschein erweckt werden, dass es in der Vergangenheit ein unkoordiniertes Vorgehen der Prüfstellen bei der Planung und Auswahl der Probekörper, der Prüfungsdurchführung und der Bewertung der Prüfergebnisse sowie der gutachtlichen Beurteilung ableitbarer Veränderungen gegenüber den geprüften Ausführungen der RSA gegeben hat.

Nachdem jedoch für andere nicht geregelte Bauprodukte und Bauarten, die ebenfalls durch bauaufsichtliche Verwendbarkeitsnachweise in Form von abP´s nachzuweisen sind, Klärungsbedarf seitens der Bauaufsichten und des DIBt bestand, wurde auch die Vorgehensweise der anerkannten Prüfstellen hinsichtlich der Erteilung der Verwendbarkeitsnachweise für RSA insbesondere deren Umfang hinterfragt.

Entsprechend dem in der BRL benannten anerkannten Prüfverfahren DIN 18095-1 und –3 sind gutachtliche Stellungnahmen durch die Prüfstellen zu den vom Hersteller gewünschten Extrapolationen zu erstellen.

Es wird derzeit durch eine Arbeitsgruppe der ABM ein Beschlussbuch erarbeitet, welches vorwiegend Extrapolationsregeln für Rauchschutzabschlüsse definiert. Hierzu waren die anerkannten Prüfstellen durch die Bauaufsichten und das DIBt im Frühjahr 2009 aufgefordert worden. Grund hierfür war der Wille der Bauaufsichten, einheitliche Bewertungsgrundlagen für die, nach DIN 18095-2 Absatz 7.3 auszustellenden gutachtlichen Stellungnahmen durch die anerkannten Prüfstellen zu schaffen. Diese gutachtlichen Stellungnahmen bilden sodann gemeinsam mit den Prüfnachweisen nach DIN 18095-1; -2; -3 und DIN 4102-18 die Basis der notwendigen bauaufsichtlichen Verwendbarkeitsnachweise (allg. bauaufsichtliche Prüfzeugnisse –(abP)).

Nach nunmehr fünf Sitzungstagen liegen die ersten Beschlüsse vor. Die Prüfstellen werden diese dem DIBt als ihre anerkennende Stelle zur Kenntnis geben. Weitere Beschlussentwürfe sind in Bearbeitung und werden zu einem entsprechenden Beschlussbuch der ABM zusammengefasst. Über deren Veröffentlichung, die wohl im Sinne auch der Hersteller sein wird, ist noch nicht abschließend entschieden. Abschließend sollte an dieser Stelle nochmals festgestellt werden, dass es weiterhin gutachtlich bewertete Extrapolationen zu den vorliegenden prüftechnisch nachgewiesenen Rauchschutzabschlüssen geben wird und entsprechend umfangreiche und somit die nachgewiesenen Türsysteme abdeckenden Verwendbarkeitsnachweise mit Geltungsdauern von 5 Jahren geben wird.