UKCA-Zeichen ohne Extra-Prüfungen

Date: 12.10.2021 | ID: PI211059 | Download: UKCA-Zeichen ohne Extra-Prüfungen PI211059 (PDF) | Author(s): Jürgen Benitz-Wildenburg


UKCA-Kennzeichnung für alle Bauelemente auf Basis von ift-Prüfungen und Fremdüberwachung

Großbritannien hat am 31.01.2020 die EU verlassen und wichtige Übergangsfristen wurden bis zum 31.12.2022 verlängert. Deshalb sollten Hersteller von Bauelementen sich rechtzeitig vorbereiten, um zum 1. Januar 2023 die notwendigen Dokumente für das UKCA-Zeichen zu haben. Durch Kooperationen zwischen ift Rosenheim und UL sowie dem bekannten British Standard Institut (BSI) können ift-Prüfnachweise für Bauelemente und Baustoffe als Basis für das UKCA-Zeichen verwendet werden. Dies ist momentan nur im Bereich von Produkten im AVCP System 1 rechtlich möglich. Für Produkte im AVCP System 3 ist dies aktuell nur für Neuprüfungen möglich. Die mögliche Verwendung vorhandener Prüfnachweise von in der EU notifizierten Prüflaboren („historischen Daten“) ist noch in Klärung. „Ich bin sehr froh, dass das ift Rosenheim durch bilaterale Abkommen den Export bzw. Import mit Großbritannien für die Hersteller von Baustoffen und Bauelementen vereinfachen kann“, so der CTO Michael Breckl-Stock.

 

Auch wenn Großbritannien die Übergangsfristen für die weitere Nutzung der bisher geltenden europäischen Regelungen (Prüf- und Produktnormen, CE-Zeichen etc.) verlängert hat, werden ab dem 01.01.2023 die neuen britischen Regelungen gelten. Spätestens dann braucht ein Hersteller von Baustoffen und Bauelementen, die notwendigen Prüfnachweise und Dokumente für das UKCA-Zeichen. Grundsätzlich müssen diese Prüfnachweise von einer britischen notifizierten Stelle (approved body), erbracht oder anerkannt sein.

 

Damit deutsche und europäische Hersteller ihre Produkte nun nicht zusätzlich noch einmal im UK prüfen lassen müssen, hat das ift Rosenheim in den vergangenen Monaten entsprechende Kooperationen mit den englischen Prüf- und Zertifizierungsstellen UL und Britisch Standard Institut (BSI) geschlossen. Damit werden ift-Prüfnachweise für Fenster, Türen, Fassaden, Toren, Verglasungen, Beschläge und Glas als mögliche Grundlage für das UKCA Zeichen anerkannt. Allerdings sind Nachweise für UKCA Kennzeichnungen auf Basis von ETA/EAD Nachweise bisher nicht möglich, da dieses System in Großbritannien noch nicht umgesetzt ist.

 

Die formale Abwicklung erfolgt unkompliziert durch die ift-Experten. Dies gilt in gleicher Weise auch für evtl. notwendige Überwachungen, wenn die Produkte unter die AVCP Systeme 1, 1+, 2 fallen, beispielsweise Produkte mit Anforderungen an den Feuerwiderstand oder das Brandverhalten. Damit kann auch die für UK notwendige Fremdüberwachung durch ift-Experten bei Herstellern durchgeführt werden, deren mit Sitz oder Produktionsstätte in der EU ist. Das spart erhebliche Zeit und Kosten. Inwieweit auch bestehende Prüfnachweise genutzt werden können, hängt vom Einzelfall ab und wird im Rahmen einer Beauftragung von den ift-Experten geklärt.

 

Zu beachten ist auch, dass gemäß dem Handelsabkommen die Wertschöpfung in der EU27 bzw. GB erfolgen muss, um Zölle zu vermeiden. „Einfache“ Veredelungsstufen wie Verpacken, Umpacken, Verdünnen, Ablängen oder ähnliche einfache Arbeitsschritte reichen als Wertschöpfung nicht aus.

 

Detaillierte Infos finden sich unter

www.gov.uk

www.gov.uk/uk-market-conformity-assessment-bodies

www.ukas.com/find-an-organisation/browse-by-category

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