Quo Vadis Verbundfenster

Datum: 25.5.2018 | Download: Interview (PDF) | | Autor(en): Prof. Ulrich Sieberath, Jürgen Benitz-Wildenburg | Kontakt: Jürgen Benitz-Wildenburg | Medium: Glas-Fenster-Fassade

Comeback oder nur alter Wein in neuen Schläuchen?

Verbundfenster – Comeback oder nur alter Wein in neuen Schläuchen?

 

Das Verbundfenster erlebt gerade ein Comeback und ist kein alter Wein in neuen Schläuchen, weil sich die Anforderungen der EnEV bezüglich winterlichem und sommerlichem Wärmeschutz optimal erfüllen lassen. Gebäude mit hohem Glasanteil benötigen einen leistungsfähigen Sonnenschutz, der sich im Zwischenraum der Verbundflügel ideal integrieren lässt. Dort sind Raffstores, Lamellen oder Folien vor Witterung und Verschmutzung bestens geschützt, insbesondere wenn kein Dachüberstand vorhanden ist, was im städtischen Umfeld eher die Regel als die Ausnahme ist. Außerdem ist die Verschattung zur Wartung ohne Gerüst einfach und kostengünstig zu erreichen. Allerdings kann Tauwasser im Flügelzwischenraum bauphysikalisch nicht ganz verhindert werden und ist konstruktiv zu minimieren, beispielsweise durch einen umlaufenden Belüftungsspalt des äußeren Flügels von 1,5 bis 2 mm. Bei Schallschutzfenstern sind versetzte Bohrungen oder ein Labyrinth zwischen Flügelzwischenraum und Außenluft notwendig. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen können vom ift Rosenheim durch Messungen und Berechnungen nachgewiesen werden.

Ein weiterer Vorteil sind hohe Schall- und Wärmedämmwerte für Neubauten und im Denkmalschutzbereich. Eine andere interessante Option sind druckentspannte Isoliergläser (DEMIG) für Fassaden, bei denen sich Verschattungen im Scheibenzwischenraum von bis zu 150 mm gut integrieren lassen. Nun sind Hersteller und Handel gefordert den Mehrwert von Verbundfenstern dem Planer und Bauherren zu „verkaufen“. Das ift Rosenheim unterstützt dies durch Publikationen und den Schriften des ifz Rosenheim.

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