Interview der Redaktion BM mit Prof. Ulrich Sieberath zu

Date: 01.06.2019 | Download: Interview (PDF) | | Author(s): Prof. Ulrich Sieberath | Contact: Gabriele Tengler | Medium: BM - Bau und Möbelschreiner

DIN SPEC 18105 „Wohnungsabschlusstüren“ - Sieht aus wie eine DIN, ist aber keine …

Ist eine DIN SPEC verbindlich bzw. was ist überhaupt eine DIN SPEC?

Normen sind grundsätzlich nur in wenigen Fällen verbindlich, nämlich dann, wenn sie baurechtlich eingeführt sind, z. B über die Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (VV TB) oder im Rahmen der CE-Kennzeichnung als harmonisierte Norm (hEN). Generell hat jede Norm Empfehlungscharakter und wird erst dann verbindlich, wenn sie in Ausschreibungen oder vertraglichen Vereinbarungen gefordert wird. Oft finden wir Normen auch in gerichtlichen Auseinandersetzungen bei der Beschreibung und Interpretation als „Regel der Technik“. Normen können aber auch veraltet sein und nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen. Deshalb muss dies bei rechtlichen Auseinandersetzungen im Einzelfall von einem Sachverständigen geklärt werden.

 

Eine DIN SPEC nach dem Vornorm-Verfahren wird vom Normenausschuss beraten bzw. freigegeben. Dieses neue DIN-Verfahren ermöglicht eine raschere Publikation und damit eine schnellere Sammlung von Erfahrungen. Dafür muss eine DIN SPEC bereits nach drei Jahren (Normen: alle 5 Jahre) geprüft werden, ob sie überarbeitet, zurückgezogen oder als „reguläre“ Norm veröffentlicht werden soll. Das DIN SPEC-Verfahren unterliegt auch nicht dem „Stillhalte-Abkommen“ der CEN-Mitgliedsstaaten. D.h. sie kann auch dann auf den Weg gebracht werden, wenn europäische Normungsprojekte ähnlich gelagerte Themen bearbeiten. Man kann also national Erfahrungen sammeln und diese in die europäische Normungsarbeit einbringen.

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