ift prüft nun auch Elektrik!

Datum: 06.06.2017 | ID: PI170548 | Download: ift prüft nun auch Elektrik! PI170548 (PDF) | Autor(en): Jürgen Benitz-Wildenburg


Was Hersteller und Nutzer elektrisch angetriebener Türen, Tore und Fenster wissen müssen.

Der Marktanteil automatisch betriebener und gesteuerter Türen, Tore und Fenster wächst ständig. Ergänzend zu Eigenschaften wie Wärme- und Schallschutz oder Einbruchhemmung müssen bei elektrisch angetriebenen Bauelementen die Transformatoren, Netzteile, Antriebe und Sensoren geprüft werden (EMV/PAK Nachweis, IP-Schutzarten, Wärme-/Feuerbeständigkeit etc.). Hinzu kommt die Prüfung der funktionalen Sicherheit, mit der ein sicherer Betrieb durch den logischen Aufbau der Steuerung (Hard-/Software) gewährleistet ist. Das ift Rosenheim hat deshalb ein Labor zur Prüfung der Sicherheit elektronischer Bauelemente aufgebaut und wurde erfolgreich gemäß EN 12453, EN 60335-1, EN 60335-2-95, EN 60335-2-103, EN 60204-1 und EN 13849-1 akkreditiert. Damit erhalten Hersteller und Verwender vom ift Rosenheim die notwendigen „elektrischen“ Nachweise zusammen mit allen anderen Produkteigenschaften aus einer Hand.

 

Die Nachfrage nach automatisch angetriebenen Bauelementen wächst ständig, weil Komfort und Sicherheit verbessert und die Bedienung erleichtert wird. Fenster, Türen, Tore und Jalousien mit elektrischem Antrieb sind gleichzeitig aber auch Maschinen im Sinne der Maschinenrichtlinie und unterliegen speziellen Sicherheitsanforderungen. Dies gilt auch wenn kraftbetätigte Bauelemente aus Baugruppen erst an der Betriebsstelle zusammengefügt werden. Hersteller ist dann derjenige, der das Bauelement zusammenfügt und in Betrieb nimmt. Darunter fallen als sogenannte „unvollständige Maschinen“ Komponenten wie Antriebe, Steuerungen, Sensoren. Für den „Maschinenanteil“ ist der Nachweis der Nutzungssicherheit durch die Prüfung der elektrischen und funktionalen Sicherheit erforderlich.

 

Bei der elektrischen Sicherheit geht es um die Vermeidung eines elektrischen Schlags und die Brandausbreitung durch Überlast oder Kurzschluss. Die Prüfungen erfolgen auf Basis der EN 60335-2-95 bzw. EN 60335-2-103. Die eingesetzten und nach ihrer Bauart geprüften Komponenten werden durch Begutachtung hinsichtlich ihres Einsatzes am Produkt und ihrer sachgemäßen Verwendung innerhalb der Spezifikation geprüft. Zusätzlich werden die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV), die IP-Schutzarten und die Gefährdung durch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) getestet. Hinzu kommen die Gefährdungsbeurteilung von unsachgemäßem Betrieb bzw. Fehlbedienung sowie die Prüfung der Schutzeinrichtung vor gefährlichen elektrischen und beweglichen Teilen.

 

Bei der Prüfung der funktionalen Sicherheit werden Umfang, Wirkweise und Zuverlässigkeit der Sicherheitsfunktionen im Fehlerfall überprüft. Grundlage ist eine Gefährdungsanalyse unter Berücksichtigung der Einbausituation, Nutzung und Bedienung (Tipps im Merkblatt KB.01 von ift und VFF). Die Fehlersimulation kann mittels herbeigeführter Hardware-Fehler am Bauteil, nachgestellter Software-Fehler sowie vorhersehbarer Fehlanwendungen im ift-Labor, beim Hersteller oder bauseits durchgeführt werden.

 

Auf Basis der Nachweise und Prüfberichte sowie einer Überwachung der werkseigenen Produktionskontrolle (WPK) kann eine Zertifizierung gemäß Produktsicherheitsgesetz, eine EG-Baumusterprüfungsbescheinigung, ein ift-Konformitätszertifikat oder das GS-Zeichen ausgestellt werden.

                                      

Zusätzlich können vom ift Rosenheim natürlich alle anderen Eigenschaften (Wärme-, Schall-, Brand- und Rauchschutz, Dichtigkeit, Einbruchhemmung etc.) gemäß der Produktnormen für Fenster/Außentüren (EN 14351-1 und EN 16034), für Innentüren (EN 14351-2 und EN 16034) und für Tore (EN 13241-1) geprüft werden.

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