Forschungsprojekt - Fenstereinbau mit Zargen

Untersuchung über die Möglichkeit der Befestigung und Abdichtung der Fenster zum Baukörper über Zargen


Ausgangssituation

Die Bezeichnung Zarge wird im Ausbau für unterschiedliche Bauteile verwendet, so daß eine Begriffserläuterung notwendig ist. Im Zusammenhang mit der vorliegenden Arbeit werden als Zargen Rahmen und Teile eines Rahmens bezeichnet, die in die Fensteröffnung einer Wand eingebracht sind, mit dem Ziel den späteren Ein- und Ausbau von Fenstern zu erleichtern. Die Zarge ist damit das Bindeglied zwischen dem Fenster und der übrigen Wand und kann je nach Konstruktion Toleranzen ausgleichen und Bewegungen zwischen Fenster und Baukörper überbrücken.

Bei Fenstern und Türen als Bestandteil der Außenwand von Gebäuden geht man davon aus, daß während der Nutzung eines Gebäudes diese mindestens einmal erneuert werden. So stehen für die nächsten Jahre im Zuge der Altbausanierung eine Vielzahl von Fenstern zum Austausch an. Da in der Regel diese Fenster in die Außenwand eingebunden sind, ist der Austausch mit großem Aufwand verbunden. Um diesen Aufwand zu mindern, wurden spezielle Altbausysteme entwickelt, bei denen zum Teil der alte Blendrahmen in der Außenwand verbleibt und als Zarge verwendet wird. Beschädigungen des Innen- und Außenputzes sind dabei gering. Meist erfolgt der Austausch der Fenster, ohne daß die Nutzung der Räume in größerem Umfang gestört wird.

Damit aber die an den neuen Fenstern verbleibenden Glasflächen noch zur Belichtung der Räume ausreichen, müssen die als Zarge in der Wand verbleibenden Blendrahmen in der Breite beschnitten werden.

In Verbindung mit den Vorbereitungen zum Austausch der Fenster wird dann häufig die Frage gestellt, warum denn nicht bei der Gebäudeplanung bereits eine Lösung gesucht wird, die einen problemlosen Austausch der Fenster ermöglicht. Bemühungen, solche Lösungen durch die Anwendung von Zargen in der Praxis einzuführen, gab es in der Nachkriegszeit schon wiederholt.

Die Vorteile der Zarge liegen aber nicht nur in der einfachen Austauschmöglichkeit der Fenster sondern auch in der Vereinfachung des Bauablaufes bei der Erstellung des Gebäudes. Dieser Vorteil wird in der Regel unterschätzt und erst in jüngster Zeit erkannt und genutzt.

Weshalb sich der Gedanke des Einbaus der Fenster über Zargen bisher in Deutschland nicht durchsetzen konnte, läßt sich schwer nachvollziehen. Bei den Gesprächen mit Fensterherstellern im Rahmen dieser Arbeiten zeigte sich, daß zwar die Vorteile der Zargen erkannt die vermeintlich hohen Kosten im Vergleich zum konventionellen Fenstereinbau aber als Hindernis gesehen werden.

Im Rahmen des Forschungsvorhabens sollen diese Fragen untersucht werden und neben der Erarbeitung technischer Lösungen auch eine Betrachtung der Kosten erfolgen.

Zielsetzung

 

Projektinformationen


Projektleiter:
 

Projektmitarbeiter:
Dipl.-Ing. (FH) Karl-Otto Baldenhofer
Dipl.-Ing. (FH) Hans Froelich
Dipl.-Ing. (FH) Bernhard Hepp
Dipl.-Designer Hermann Launch
Dipl.-Ing. Josef Schmid

Projektlaufzeit:
Mai 1989

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