EnEV Referentenentwurf

Date: 25.10.2012 | ID: PI1210100 | Download: EnEV Referentenentwurf PI1210100 (PDF) | Author(s): Jürgen Benitz-Wildenburg


Peter Rathert stellt Eckpunkte auf den Rosenheimer Fenstertagen vor

Auf den Rosenheimer Fenstertagen hat Peter Rathert am Donnerstag 11.10.2012 in seiner Funktion als Referatsleiter Gebäude- und Anlagentechnik im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) die Eckpunkte des Referentenentwurfs zur EnEV 2013 vorgestellt. Dieser wurde wenige Tage später veröffentlicht.

Das ift Rosenheim wird nach Erscheinen des Referentenentwurfs diesen aus dem Blickwinkel der Fenster- und Fassadenbranche analysieren und umgehend eine Kommentierung veröffentlichen. Diese Informationen werden auf der ift Website in den Themendiensten gebündelt.

Die Rosenheimer Fenstertage sind mit über 1.000 Teilnehmern der wichtigste Treff der Fenster und Fassadenbranche. Fenster und Fassaden sind für die energetische Sanierung des Gebäudebestands und die Realisierung von Niedrigenergie- und Plusenergiehäusern zentrale Bauelemente. Deshalb sind die Regelungen der EnEV und der KfW-Förderung für die Unternehmen von großer Bedeutung. Herr Rathert stellte in seinem Vortrag die wichtigsten Eckpunkte des Referentenentwurfs vor, der zuletzt auch noch durch aktuelle Entwicklungen beeinflusst wurde, beispielsweise den starken Anstieg des Strompreises.

Auch wenn noch um die Details des Referentenentwurfs vom 15.10.2012 gerungen wird, ist doch deutlich erkennbar, dass die Überarbeitung aufgrund des Wirtschaftlichkeitsgebots 2013 insgesamt sehr moderat ausfällt und erst später in zwei Stufen weiter verschärft werden soll. Die allgemeine Zielsetzung sieht eine schrittweise Absenkung des zulässigen Jahresprimärenergiebedarfs und damit der Gebäudereferenzwerte für Neubauten in zwei Schritten (2014 und 2016) um je 12,5 % vor, um das Ziel der europäischen Gebäude-Effizienzrichtlinie (EPBD) zu erreichen. Die Anforderungen an den Gebäudebestand sollen in der EnEV 2013 erst einmal bestehen bleiben. Auch die Bauteildaten des Referenzgebäudes von 2009 bleiben unverändert, es wird aber der gesamte erlaubte Primärenergiebedarf um 12,5% erniedrigt.

Die Nebenanforderung an den Transmissionswärmeverlust H´T soll dann auch in zwei Schritten um je 10 % verringert werden, ist aber je nach Gebäudetyp unterschiedlich (5% bis 30%). Allerdings gehen die Regelungen zum Transmissionswärmeverlust H´T generell zu Lasten der Fensterflächenanteile, weil hier nur die Wärmeverluste und nicht die solaren Gewinne berücksichtigt werden.

Das Modellgebäudeverfahren EnEV-Easy ist im Referentenentwurf enthalten, allerdings mit einer Auswahl von Heizsystemen, die das Marktangebot nicht ausreichend abdeckt. Das Verfahren kann nur unter Einhaltung bestimmter Randbedingungen angewendet werden. Es gilt nur für kompakte, nicht gekühlte Wohngebäude von 100 bis 2.000 m² Nutzfläche, einer Geschosshöhe von 2,5 bis 3,0 m, einer maximalen Fensterfläche von 30 % pro Fassadenrichtung einem Dachflächenfensteranteil < 15 %. Außerdem müssen die Wärmebrücken den Anforderungen von DIN 4108 Beiblatt 2 entsprechen, und ein Blower-Door-Test durchgeführt werden. Je nach verwendeter Haustechnik werden Klassen mit Mindestwerten für den Wärmedurchgangskoeffizienten der Bauteile definiert, die eingehalten werden müssen (Variante A – schlechter Wärmeschutz, bis Variante E – guter Wärmeschutz). Dies folgt dem Prinzip: je besser die Gebäudetechnik ist, desto schlechter dürfen die U-Werte der Gebäudehülle (Wand, Fenster etc.) sein bzw. umgekehrt. Als Pferdefuß für die Fensterbranche ist die derzeit noch bestehende Begrenzung der Fensterflächen auf 30% pro Fassadenseite, was auf der Süd-, Ost- und Westseite natürlich nicht sinnvoll ist. Das ift Rosenheim wird deshalb gemeinsam mit den Verbänden intervenieren.

Außerdem wurden die Regelungen zum Energieausweis und der sommerliche Wärmeschutz in die EnEV aufgenommen, also nicht nur einen Verweis auf die DIN 4108-2. Dies wird zu einer Verschärfung des sommerlichen Wärmeschutzes führen und kann eine Reduzierung der Fensterflächen bewirken.

Die EnEV soll gemeinsam mit den Änderungen des Erneuerbare-Energiengesetz (EEG) in den politischen Gremien beraten werden und soll ab dem 4. Quartal 2013 gültig sein. Das ift Rosenheim wird den weiteren Fortgang des Gesetzgebungsverfahrens beobachten und aus dem Blickwinkel der Fenster- und Fassadenbranche aktuell analysieren und kommentieren.

Legal note for use: The contents are freely available when mentioning the source ‘Information of ift Rosenheim’ and can be used without a license for communication in media and business. Please send us a specimen copy as publication or as PDF-file via email to the editorial contact.