Energy Label Fenster - Online

Date: 15.03.2012 | ID: PI120359 | Download: Energy Label Fenster - Online PI120359 (PDF) | Author(s): Jürgen Benitz-Wildenburg


Ab jetzt kostenlose Erstellung unter www.ift-service.de möglich

Eine Verringerung der Heizkosten und die Verbesserung von Wohnkomfort sowie die Nutzung der Solarenergie ist das Hauptmotiv für den Austausch von Fenstern, Fassaden und Glas. Allerdings werden investitionswillige Bauherren durch eine Vielzahl von Kennwerten wie U-Wert, g-Wert, Psi-Wert etc. verwirrt. Deshalb wird die Entscheidung für einen Fensteraustausch oft vertagt. Um diesen Missstand zu ändern, fordert die EU-Richtlinie 2010/30 die Entwicklung eines Energy Labels auch für Fenster, damit die Vorteile eines Fenstertauschs deutlicher werden, und das energetische Einsparpotenzial genutzt werden kann. Das ift Rosenheim hat deshalb auf Grundlage der ISO 18292 ein Energy Label entwickelt, das den technischen Besonderheiten von Fenstern gerecht wird. Dieses steht ab sofort unter www.ift-service.de zur kostenlosen Nutzung allen Herstellern von Fenstern zur Verfügung. 

Auf der Leitmesse für Fenstertechnik "fensterbau/frontale" in Nürnberg stehen die ift-Experten in Halle 1/516 vom 21.-24.3.2012 für Fragen und Informationen zur Verfügung. Das Energylabel kann dort auch direkt ausgedruckt werden.

Die EU Kommission und die Bundesregierung haben die Kennzeichnung von „energiebetriebenen Haushaltsgeräten" auf „energieverbrauchsrelevante Produkte" erweitert. Die EU-Rahmenrichtlinie 2010/30/EU erfasst künftig nicht mehr nur Haushaltsgeräte, sondern auch Produkte, die maßgeblichen Einfluss auf den Energieverbrauch haben, so beispielsweise auch Fenster. Die deutsche Umsetzung der EU-Richtlinie ist das Energieverbrauchskennzeichnungsgesetz, mit dem die Energieeffizienz durch eine klare und verständliche Verbraucherinformation verbessert werden soll.

Gebäude und Fenster sind leider nicht so einfach zu bewerten wie ein Kühlschrank oder eine Waschmaschine, da bei Gebäuden das Außenklima, die Temperaturen und die Sonneneinstrahlung unterschiedlich sind, und sich auch die Anforderungen im Sommer und Winter deutlich unterscheiden. Es muss deshalb nicht nur der Heizenergiebedarf betrachtet werden, sondern auch der Kühlenergiebedarf, die Vermeidung hoher Raumtemperaturen und die Versorgung mit natürlichem Tageslicht. Die Kennzeichnung muss daher den Einfluss von Sonnenschutzvorrichtungen, Tageslichtnutzung und den Wärmeschutz berücksichtigen und soll dennoch übersichtlich bleiben. In der ISO 18292 „Energetische Bewertung von Fenstersystemen – Berechnungsverfahren" wird deshalb eine Unterscheidung zwischen Heiz- und Kühlperiode getroffen, die durch die beiden Kennzahlen „Energy Performance Heating Period" (EP-H) und „Energy Performance Cooling Period (EP-C) beschrieben wird. Hinzu kommen noch Angaben zum Tageslicht (Daylight Performance, DP).

Das Energy Label ist als webbasiertes Rechentool konzipiert, um die Berechnung für den Nutzer so einfach wie möglich zu machen. Es müssen lediglich die Zahlenwerte für den UW-Wert, g-Wert und die Lichttransmission der Verglasung τV eingetragen werden sowie das Firmenlogo als Bilddatei mit 260x130 Pixel importiert werden. Alternativ können auch Werte für Uf, Ug und der Psi-Wert eingegeben werden, um den U-Wert des Fensters genauer zu bestimmen. Die Auswahl des Sonnenschutzes erfolgt über ein Auswahlmenü oder über die manuelle Eingabe der Werte Fc oder gtotal. Die Werte können dem CE-Zeichen für Fenster, Glas oder Sonnenschutzelementen sowie der relevanten Normen entnommen werden. Nach einem Klick führt das Online-Tool die notwendigen Simulationen und Berechnung durch. Das Ergebnis ist eine „Eigendeklaration" des Herstellers im PDF-Dateiformat, die das energetische Verhalten der gewählten Kombination aus Rahmen, Glas und Sonnenschutz detailliert beschreibt. Das Dokument enthält neben den Kennwerten für EP-H und EP-C auch eine Identifikationsnummer, die Firmendaten, die Bezeichnung des Fenstersystems und die Parameter, die vom Ersteller eingegeben wurden. Zusätzlich erhält der Ersteller ein Energy Label als PDF-Datei, das dieses direkt als Aufkleber bzw. Label auf dem Fenster angebracht werden kann.

Das ift Energy Label ist eine Produktkennzeichnung, die eine standortunabhängige Bewertung zulässt. Damit wird das Problem anderer Ansätze für ein Energy Label vermieden, die Einteilung in Klimazonen vorsehen, um die unterschiedlichen Klimabedingungen zu berücksichtigen. Bei diesen Ansätzen können, abhängig von der Klimazone, erhebliche Sprünge in der Klassifizierung auftreten, so dass bei Überschreiten einer Klimazone aus einem B- schnell ein D- oder A+ Fenster werden kann. Wichtig bei der Klassifizierung des ift Rosenheim ist, dass ein Fenster der Klassifizierung A/A in allen Klimazonen immer sehr gut ist, auch wenn es in manchen Gebieten etwas zu gut ist und damit unwirtschaftlich wird, beispielsweise ein modernes Wärmeschutzfenster an der Mittelmeerküste. So wird eine einfache Einstufung in die sieben Energieeffizienzklassen A bis G möglich, die der Endverbraucher von der weißen Ware her schon kennt. Die Klasse A kann bis zu A+++ erweitert werden. Die zurzeit besten am Markt befindlichen Fenster können A+ erreichen.

Das Bewertungsverfahren beruht auf wissenschaftlicher Basis und auf genormten Eingangskennwerten. Grundlage der Bewertung der Energieeffizienz ist die vom internationalen Komitee ISO TC163 SC2 „Kalkulation der Wärmeübertragung" erstellte Norm ISO 18292 „Energetische Bewertung von Fenstersystemen – Berechnungsverfahren". Wärmeverluste und Solargewinne werden auf Grundlage einer Gebäudesimulation ermittelt und in Form der Kenngrößen EPH und EPC bilanziert und Energieeffizienz-Klassen zugeordnet. Bei der Bilanzierung hat das ift Rosenheim praxisnahe Annahmen bezüglich der Fenster, der Fensterorientierung und Himmelsrichtung, des Dämmniveaus, der Speichermassen des Gebäudes und der Standortfaktoren Außenklima, Temperatur und Sonnenscheindauer gemacht. Das Energy Label besteht aus einer „Eigendeklaration energetisches Verhalten", welche auf der eigenverantwortlich durch den Ersteller/das Unternehmen/den Betrieb, für das/den das Energy Label erstellt wird, angegebenen Daten basiert. Weiterhin erhält man die zugehörige Datei des Energy Labels für die Nutzung als Aufkleber oder Beilage in den Lieferdokumenten.

Das Energy Label kann von Fensterherstellern, Handelsunternehmen und Montagefirmen („Ersteller") genutzt werden, um für Endkunden die energetischen Kennwerte des Fensters objektiv und übersichtlich zu kennzeichnen. Mit Hilfe eines QR-Codes gelangen Interessierte zu einer Website mit weiteren. Das ift Rosenheim wird in Stichproben einzelne Dokumente hinsichtlich Plausibilität prüfen und missbräuchliche Dokumente für ungültig erklären. Der Zugang erfolgt über die Internetseite www.ift-service.de. Dort sind auch weitere kostenfreie und kostenpflichtige Online-Tools verfügbar, beispielsweise zur Bestimmung der notwendigen Klassen für Wind- und Schlagregendichtigkeit oder zur Erstellung einer Muster EPD (Umweltproduktdeklaration) für Fenster, der ift-Ausschreibungshilfe oder zum ift-Normenportal mit einem kostengünstigen Zugang zu den wichtigsten Fensternormen. Ebenso sind Informationen zum ift-App „FensterCheck" verfügbar, mit dem sich die Einsparpotenziale beim Fenstertausch vor Ort einfach in Liter Heizöl, als CO2-Minderung und in Euro ermitteln lassen.

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