Forschungsprojekt - Einfluss von Sprossenkonstruktionen auf den Wärmedurchgang von Fenstern

 


Ausgangssituation

Der Wärmedurchgangskoeffizient UF (kF) einer Fensterkonstruktion wird bestimmt durch die Wärmedurchgangskoeffizienten und Flächenanteile der Einzelbauteile (Rahmen, Verglasung, etc.). Die nationalen Regelwerke bieten zwei Möglichkeiten, den UF(kF)-Wert von Fenstern nachzuweisen. Der Nachweis kann entweder nach DIN V 4108-4 Tabelle 2 [1] oder durch eine Prüfung nach DIN 52619-1 [2] geführt werden.

Grundlage für den Nachweis des UF (kF)-Wertes nach DIN V 4108-4 ist die Einstufung des Rahmenprofils in eine Rahmenmaterialgruppe sowie die Festlegung des Rechenwertes des Verglasungsaufbaus. Die Einstufung eines Rahmenprofils in eine Rahmenmaterialgruppe erfolgt aufgrund der in DIN V 4108-4 festgelegten Konstruktionskriterien oder durch eine Prüfung nach DIN 52619-3 [3]. Die Festlegung des Rechenwertes Uv(kv) von Mehrscheiben-lsolierglas erfolgt nach DIN V 4108-4 oder nach den in der Bauregelliste festgelegten Verfahren auf der Grundlage von Prüfungen nach DIN 52619-2 [4] bzw. von Berechnungen nach DIN EN 673 [5].

Bei der Ermittlung der Rechenwerte UF (kF) der Wärmedurchgangskoeffizienten von Fenstern nach DIN V 4108-4 wird der Einfluss von Sprossenkonstruktionen auf den Wärmedurchgang nicht berücksichtigt, d.h. Fenstern mit Sprosse und Fenstern ohne Sprosse wird der gleiche U F (kF)-Wert zugeordnet.

Der Einfluss der Sprossenkonstruktion auf den Wärmedurchgang von Fenstern kann daher nur durch eine Prüfung nach DIN 52619-1 (kF-Wert) bzw. prEN 12567 (Uw-Wert) ermittelt werden. Die Ergebnisse gelten nur für die gewählte Rahmenkonstruktion, den Verglasungstyp und die Probekörpergröße.

Zielsetzung

Das Projekt hat zum Ziel, den Einfluss unterschiedlicher Sprossenkonstruktionen auf den Wärmedurchgang von Fenstern basierend auf numerischen Berechnungen detailliert zu erarbeiten. In den nationalen Normen ist kein numerisches Berechnungsverfahren definiert. Die Beschreibung des Einflusses der Sprossenkonstruktion auf den Wärmedurchgang erfolgt daher in Anlehnung an die Beschreibung der Abstandhalter von Mehrscheiben-lsoliergläsern nach prEN 10077 [6] [8] durch sog. Psi-Werte.

Bei der Ermittlung der Psi-Werte für Sprossen wurden verschiedene
  • Sprossenkonstruktionen
  • Sprossenwerkstoffe
  • Mehrscheiben-lsoliergläser
berücksichtigt.

Zur Verifikation der in Anlehnung an prEN 10077 rechnerisch ermittelten Psi-Werte wurden für Fenster mit Rahmen aus wärmegedämmten Aluminium-Verbundprofilen, Holz- und PVC-Profilen sowie unterschiedlichen Sprossenkonstruktionen Uw-Werte durch Prüfung nach prEN 12567 [7] ermittelt und die messtechnisch und rechnerisch ermittelte Differenz im Wärmedurchgangskoeffizienten zwischen Fenstern mit und ohne Sprossen gegenübergestellt.

Die auf der Grundlage zukünftiger europäischer Regelwerke ermittelten Psi-Werte können auch zur Abschätzung des Einflusses von Sprossenkonstruktionen auf den UF(kF)-Wert, also auf den nach nationalen Normen ermittelten Wärmedurchgangskoeffizienten von Fenstern, verwendet werden.

Projektinformationen


Projektleiter:
-

Projektmitarbeiter:
Dipl.-Ing. (FH) Hans Froelich
Dipl.-Ing. (FH) Hans-Jürgen Hartmann
Dipl.-Ing. (FH) Konrad Huber
Dipl.-Ing. (FH) Waldemar Weimann
Dipl.-Phys. Norbert Sack
Dr. rer. nat. Harald Krause

Projektlaufzeit:
Februar 2001

Förderstellen