Forschungsprojekt - Einbruchhemmende Abschlüsse bei Holztafelwänden

 


Ausgangssituation

Da bisher keinerlei vergleichbare Erfahrungen zum Thema „Einbruchhemmende Holztafelwände" vorlagen, wurde das Projekt modular aufgebaut, umso „Vom Detail zum Ganzen" zu gelangen und Erkenntnisse über die Einzelmaterialien zu sammeln. In Modul 1 wurden verschiedene Plattenwerkstoffe (gemäß Norm bzw. Zulassung), welche im Holzsystembau beziehungsweise Holzfertig- und Holzrahmenbau üblicherweise zur Beplankung von Holztafeln verwendet werden, auf deren Durchbruchhemmung geprüft, um eine Vergleichbarkeit hinsichtlich ihrer Widerstandsfähigkeit zu ermitteln.

Als Prüfgrundlage diente DIN EN 356, wobei das Prüfverfahren entsprechend übertragen wurde. Da bislang kein adäquates Prüfverfahren für plattenförmige Holzwerkstoffe vorliegt, wurde im Vorfeld von den Projektteilnehmern diese Vorgehensweise beschlossen, um sich an die Anforderungen an transparente und nichttransparente Bauteile in der Einbruchhemmung anzulehnen. Die Ergebnisse sollen als Basis für Modul 3 und 4 dienen und die Auswahl und Entwicklung geeigneter Probanten hierfür unterstützen.

In Modul 2 wurden Ausschnitte kompletter Wandaufbauten der beteiligten Firmen auf dem Durchwurfprüfstand geprüft. Dabei wurden sowohl der reine Wandquerschnitt als auch mit Standardfassadensystemen bestückte Wandteile der jeweiligen Hersteller geprüft. Ziel war die Ermittlung der Widerstandsfähigkeit unter definierten Bedingungen, so dass Vergleiche zwischen den unterschiedlichen Wandelementen möglich wurden. Die Ergebnisse dieser Prüfungen sollen ebenfalls für die weitere Vorgehensweise in den Modulen 3 und 4 verwendet werden. In Modul 3 wurden übliche Wandkonstruktionen als Komplettaufbau auf Einbruchhemmung gemäß DIN V ENV 1627 getestet. Die Wände wurden ausgehend von der Auswertung der Vorversuche aus Modul 1 und 2 von den Projektteilnehmern zusammengestellt.

Modul 4 beinhaltete die Prüfung der Anbindung von einbruchhemmenden Fenstern an die Wandkonstruktion aus dem Modul 3. Hierzu wurden bereits geprüfte, einbruchhemmende Fenster in die Wände eingebaut und einer nochmaligen Einbruchprüfung nach DIN V ENV 1627 mit verschiedenem Werkzeug gemäß der entsprechenden Widerstandsklasse unterzogen. Hieraus sollte ermittelt werden, ob die Befestigung mit verschiedenen Mitteln in Holzständer Auswirkungen auf die einbruchhemmende Wirkung der Bauteile hat.

Modul 5 beinhaltet die Erstellung dieses zusammenfassenden Abschlussberichtes zur Vorlage für die Einarbeitung in die Normrevision von DIN V ENV 1627. Dies kann als Aufnahme gebräuchlicher Wandarten in Holzbauweise in die Norm bzw. in den Anhang dieser Norm erfolgen.

Zielsetzung

Ziel des Vorhabens ist es, den Nachweis zu erbringen, dass Wandkonstruktionen aus Holz und Holzwerkstoffen, inklusive definierter Befestigungslösungen, die notwendigen Anforderungen erfüllen, um eine Zuordnung in eine der sechs Widerstandsklassen gemäß DIN V ENV 1627 Tabelle NA.2 zu erreichen. Es ist erforderlich, die verschiedenen Prüfungen weitgehend an die vorhandenen Normen DIN EN 356 [1] und DIN V ENV 1627-1630 [2] anzulehnen. Das Projektergebnis soll in einer offiziellen Richtlinie festgehalten und in DIN V ENV 1627 eingearbeitet werden. Angestrebt wird eine künftige Klassifizierung von Abschlüssen von Holzwänden.

Projektinformationen


Projektleiter:
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Projektmitarbeiter:
Dipl.-Ing. (FH) Markus Ladenbauer
Dipl.-Ing. (FH) Andreas Matschi

Projektlaufzeit:
Juni 2002

Förderstellen