Forschungsprojekt - Alterungsverhalten von Mehrscheiben-Isolierglas

Untersuchung über die Möglichkeiten der Beurteilung des Alterungsverhalten von Isolierglaseinheiten einschließlich der Verglasung


Ausgangssituation

Aus Gründen der Energieeinsparung und zur Gewährleistung eines angemessenen Wohnkomforts werden in Mitteleuropa bereits seit langem Einfachfenster mit Einfachverglasungen nur in Zonen mit mildem Klima eingesetzt. In den übrigen Klimazonen wurde zumindest während der Winterzeit eine Doppelverglasung an den Fenstern angebracht. Aus dem einfachen Winterfenster, welches im Sommer abgenommen wurde, entwickelte man das Kastenfenster und das Verbundfenster. Die gestiegenen Anforderungen an den Wohnkomfort führten dann nach 1950 zum verstärkten Einsatz von Mehrscheiben-Isolierglas, da die Bauherrn und Bewohner nicht mehr bereit waren, die Schwachpunkte der Kastenfenster und Verbundfenster zu akzeptieren. Diese Schwachpunkte waren Tauwasserbildung im Scheibenzwischenraum und der erhöhte Aufwand an Reinigung im Vergleich zum Fenster mit Mehrscheiben-Isolierglas.

Gefördert wurde die Entwicklung zum Mehrscheiben-Isolierglas noch durch die Notwendigkeit zur Energieeinsparung, die mit der Wärmeschutzverordnung und den einschlägigen Normen festgeschrieben wurde.

Im Gegensatz zur Doppelverglasung an Verbund- und Kastenfenstern ist die Tauwasserfreiheit im Scheibenzwischenraum bei Mehrscheiben-Isolierglas eine vom Hersteller zugesicherte Eigenschaft. Eine fünf jährige Garantie für die Tauwasserfreiheit ist in der Bundesrepublik üblich. Diese zeitliche Begrenzung der Garantie darf nicht verwechselt werden mit der Nutzungserwartung von Mehrscheiben-Isolierglas, die im Durchschnitt ein Vielfaches der Garantiezeit beträgt.

Eine Häufung von Schäden an Mehrscheiben-Isolierglas nach relativ kurzer Nutzungsdauer in den vergangenen Jahren beunruhigte Bauherren, Architekten und auch die Hersteller von Mehrscheiben-Isolierglas. Über die Ursachen für den vorzeitigen Ausfall war keine einheitliche Ursache festzustellen. Der Ausfall erfolgt immer durch Tauwasserbildung im Scheibenzwischenraum. Man nennt diese Erscheinung, da die Durchsicht gestört wird, „Erblinden des Isolierglases". Auch wenn durch das Tauwasser im Scheibenzwischenraum die wärmetechnischen Eigenschaften zumindest bei Normalscheiben - nicht beeinträchtigt werden, erscheint es dennoch notwendig, die Ursachen zu klären.

Zielsetzung

Im Rahmen dieser Forschungsarbeit wurden deshalb die Ursachen für den vorzeitigen Ausfall des Mehrscheiben-Isolierglases untersucht und weiter die Voraussetzungen erarbeitet, die für eine angemessene Nutzungsdauer der eingebauten Scheiben notwendig sind. Denn die Nutzungsdauer des Mehrscheiben-Isolierglases wird sowohl vom Isolierglas selbst als auch von der Glasabdichtung bestimmt. Eine Untersuchung beider Einflüsse war deshalb notwendig.

Projektinformationen


Projektleiter:
-

Projektmitarbeiter:
Dr. Franz Feldmeier
Dipl.-Ing. (FH) Rudolf Heinrich
Dipl.-Ing. (FH) Bernhard Hepp
Dipl.-Ing. Josef Schmid
Dipl.-Ing. (FH) Werner Stiell

Projektlaufzeit:
Dezember 1984

Förderstellen