Forschungsprojekt - Akustische Wechselwirkung Holzbalkendecke

 


Ausgangssituation

Das Holzhaus liegt im Trend der Zeit. Für den Nutzer verbindet es Individualität mit ökologischen und ökonomischen Vorzügen gegenüber anderen Bauweisen. Das Holzhaus wird aber auch nach den bauphysikalischen Standards des Massivbaus beurteilt. In einigen Punkten bietet die Holzbauweise Vorteile, in anderen weist sie Defizite auf. Letzteres gilt insbesondere für den Schallschutz. Deshalb ist in diesem Bereich für die Holzbaubranche und deren Zulieferer eine stetige Weiterentwicklung der Bauteile und Konstruktionen von eminenter Bedeutung. Nur mit durchdachten und bauphysikalisch ausgereiften Konstruktionen ist die Behauptung auf einem Markt mit steigendem Konkurrenzdruck und wachsenden Ansprüchen der Verbraucher möglich.

Besonders deutlich tritt dieser Entwicklungsbedarf bei der Schallübertragung tiefer Frequenzen auf, deren physikalische Zusammenhänge bislang nicht hinreichend geklärt und für die Praxis aufbereitet sind. Hier besteht ein Verbesserungspotenzial, um mit neuartigen Lösungen auf den zeitgemäßen Bedarf an akustischer Behaglichkeit in Holzhäusern zu reagieren. In besonderem Maße gilt dies für die Trittschalldämmung von Holzdecken. Das komplexe Zusammenspiel von Decke und Deckenauflage, das nicht nur ein Zusammenwirken unterschiedlicher Materialien bedeutet, ist bislang nur ansatzweise verstanden und führt nicht selten zu Enttäuschungen hinsichtlich der angestrebten Schallschutzwirkung. Andererseits steht mittlerweile ein vielversprechendes Instrumentarium an neuartigen Rechen- und Messverfahren sowie eine umfangreiche Datenbasis über die schalltechnischen Eigenschaften von Holzdecken zur Verfügung. In diesen Vorhaben wird deshalb aufgezeigt, wie durch Nutzung dieser Instrumente neuartige Lösungswege für einen kostengünstigen, planungssicheren und zugleich hochwertigen Trittschallschutz im Holzbau gefunden werden können.

Zielsetzung

Ziel dieses Vorhabens ist eine nachhaltige Erhöhung des tieffrequenten Trittschallschutzes von Holzbalkendecken durch Offenlegung der akustischen Wirkmechanismen sowie durch Entwicklung, Erprobung und Demonstration konstruktiver und werkstofflicher Verbesserungsmaßnahmen. Die wichtigsten Ergebnisse des Forschungsprojekts bestanden in der:
  • Klärung der akustischen Wechselwirkung zwischen Deckenauflage und Rohdecke
  • Bereitstellung leistungsfähiger Berechnungsmodelle
  • und in der Entwicklung konstruktiver Maßnahmen zur Verbesserung der tieffrequenten Trittschalldämmung.


Ergebnisse

Das an der TU München entwickelte Berechnungsmodell wurde anhand von Messungen aus der Datenbank des ift Schallschutzzentrums validiert. Dadurch war eine abgesicherte Anwendung zur Untersuchung des Schwingungsverhaltens der Deckenkonstruktionen gewährleistet. Die aus diesen Untersuchungen gewonnenen Erkenntnisse wurden in konstruktive Maßnahmen umgesetzt, die zur Verbesserung der tieffrequenten Trittschalldämmung bei Holzdecken beitragen. Aus den optimierten Aufbauten wurden im nächsten Schritt die praxisrelevantesten Konstruktionen ausgewählt und im ift Schallschutzzentrum messtechnisch überprüft. Auf Basis der erarbeiteten Erkenntnisse und der umfangreichen Datenbank wurden Konstruktionshilfen für die Praxis zusammengestellt.

Projektinformationen


Projektleiter:
Dipl.-Ing. Andreas Rabold

Projektmitarbeiter:
Dr. Joachim Hessinger
Dipl.-Ing. (FH) Stephan Bacher

Projektlaufzeit:
03/2006 bis 12/2008

Förderstellen

Forschungspartner